Niemand kann Franz Josef Strauß verargen, daß er um sein Leben fürchtet. In einer Zeit, da die Welle besinnungsloser Gewalttätigkeit ringsum aufbrandet, darf ein Politiker Morddrohungen nicht länger als läppische Produkte eines individuellen Geltungsdranges mißachten.

Daß ihn, den von Extremisten bedrohten Verbalextremisten, Beamte der Sicherungsgruppe bewachen, ist völlig in Ordnung. Daß er sich aber – auf einem internationalen Flug von Düsseldorf nach Amsterdam – eine Pistole in den Gürtel (oder wie es im amtlichen Lufthansa-Deutsch heißt: in den Hosenbund) schiebt, erscheint gelinde gesagt lächerlich.

Mit einem Schießeisen hätte er sich ohne Gefährdung der anderen Passagiere gegen einen potentiellen Attentäter ohnehin nicht verteidigen dürfen. Und daß die Besatzung ihm seine Walter 6,35 abnahm, war nicht nur gerechtfertigt, sondern auch erforderlich. In der Luft genießt auch ein Exminister kein Sonderrecht.

Nun aber beklagt sich der entwaffnete Franz Josef. Er macht wortreiche Rechte geltend, wo es in Wahrheit wohl doch nur darum geht, unter dem Texas-Banner in Bayern politische Meriten zu gewinnen. H. G.