Offene Renitenz bei drei Landtagsabgeordneten in Düsseldorf; neue Unruhe beim Parteinachwuchs, nachdem sich Landesvorstand und Jungdemokraten in Niedersachsen überworfen haben; demoskopische Befunde, die die Fünf-Prozent-Hürde immer höher erscheinen lassen – bei den Freien Demokraten häufen sich die schlechten Nachrichten. Aber die widrigen Winde bewirken auch, daß die Entschlossenheit wächst, den einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen. „Wir müssen da durch“, heißt es bei der FDP in Bonn und auch in Düsseldorf; die Parole „in Ruhe fest“ macht die Runde.

Der endgültige Bruch mit der National-Liberalen Aktion gilt als unvermeidlich. Nach der Selbstbeurlaubung der drei NLA-Mitglieder in der nordrhein-westfälischen Landtagsfraktion – ein in der deutschen Parlamentsgeschichte bisher einmaliger Vorgang – geht es nur noch darum, bei wem die Schuld des Schismas hängenbleibt. Die Abgeordneten Lange, Maas und Mader versuchen sich in der Rolle der Märtyrer, die aus der Partei vertrieben werden sollen. Willi Weyer hingegen spricht von Abspaltung und dem ersten Schritt zur Gründung einer neuen Partei.

Der Schnitt erscheint um so notwendiger, als die Entwicklung im niedersächsischen Landesverband ein zusätzliches Warnzeichen gesetzt hat: Dort präsentiert sich die FDP gegenwärtig als Gebilde, das aus zwei extremen Flügeln – der NLA und Teilen der Jungdemokraten – und einer schwachen Mitte besteht. Wenngleich sich gerade in der FDP die internen Gruppierungen von Land zu Land unterscheiden, will die Parteispitze einer Wiederholung dieses Menetekels vorbeugen.

Freilich: Weder der Bruch mit der NLA noch Ordnungsrufe für einige weit nach links ausgescherte Jungdemokraten beseitigen schon die Ungewißheit, ob und wie die Wähler darauf reagieren werden. Das nächste entscheidende Datum für die FDP, die sich neuen Kredit erwerben will, ist nicht das Schiedsgerichtsverfahren gegen den Bundesvorsitzenden der NLA, Zoglmann, am 14. Oktober, sondern der November mit den Wahlen in Hessen und Bayern. C.-C. K.