• DIE ZEIT: Jahrgang 1970

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1970/02

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    • Die Geister, die Schiller rief...

      Leben wir schon mitten in der Krise? Fast muß man diesen Eindruck gewinnen, wenn man all die mahnenden Worte von der „gefährdeten Stabilität unserer Wirtschaft“ hört – die pessimistisch klingenden Neujahrsaufrufe von Verbandsfunktionären und Gewerkschaftsbossen, die Erklärungen von Politikern, die Warnungen schließlich des scheidenden Notenbankpräsidenten.

    • Springers Coup

      Axel Springer hat durch die Umwandlung seines Zeitungskonzerns in eine Aktiengesellschaft gleich ein zweifaches Kunststück vollbracht.

  • Ausgabe 1970/03

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    • Ein Mann allein

      Es gab keinen schrillen Mißklang, aber auch eine gemeinsame Melodie war nicht zu erkennen. Bei der ersten „Konzertierten Aktion“ im neuen Jahr war man zwar fleißig wie eh und je – aber nach zehn Stunden liefen die Teilnehmer dann doch auseinander, ohne sich auf ein Programm geeinigt zu haben.

    • Biafras Ende

      In Nigeria schweigen die Waffen. Der Schlachtruf Hail Biafra ist verstummt, die Bilanz erschütternd: zwei Millionen Tote, vier Millionen Flüchtlinge.

  • Ausgabe 1970/04

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    • Griff nach dem Fernsehen

      Axel Cäsar Springer hat es geschafft. An einer Front, an der es zuallerletzt zu erwarten gewesen wäre, ist ihm der Durchbruch ins Fernsehgeschäft gelungen.

    • Nixons Rotstift

      gen um die Zweckmäßigkeit eines mitunter prestigebestimmten Raumfahrtprogrammes und die Berechtigung immer höherer Rüstungsausgaben nicht ohne Wirkung geblieben: in beiden Bereichen werden von der Regierung Nixon jetzt kräftige Abstriche und Einsparungen vorgenommen.

  • Ausgabe 1970/05

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    • Straffe Führung

      Am 1. April will der Bundes Verteidigungsminister eine seit langem von ihm favorisierte Idee in die Tat umsetzen: Die Inspekteure von Heer, Luftwaffe und Marine werden nun auch Truppenvorgesetzte ihrer Teilstreitkräfte.

    • Ost-Erkundung

      Wenn es in Bonn um Polemik geht, dann ist jeder rasch mit dem Vorwurf bei der Hand, der andere habe Illusionen..............

  • Ausgabe 1970/06

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    • Ex oriente Öl

      Erdgas ist eine verderbliche Ware. Die Russen besitzen davon eine fast unbegrenzte Menge. Sie wollen es gegen harte Devisen an den Mann bringen, ehe das Geschäft verdorben wird durch neue Kernkraftwerke, die konkurrenzlos billige Energie liefern können.

    • Eine Gesellschaft der Dummen?

      Der heutige Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Lust, kann es ebensowenig gelassen ausgesprochen haben wie sein Vorgänger, der jetzt Bundeswissenschaftsminister ist: das Wort vom Numerus clausus, der leider noch mehrere Jahre bestehenbleiben müsse.

  • Ausgabe 1970/07

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    • Amnestie

      Viel schneller als erwartet hat die Bundesregierung ihren etwas unklaren Leitlinien zur Amnestie von Demonstrationsvergehen den Entwurf des Amnestiegesetzes selbst folgen lassen.

    • Schritt über die Schwelle

      Allen Respekt verdient die westeuropäische Sechser-Gemeinschaft für ihren Brüsseler Schlußgalopp – die EWG hat nun die Schwelle von der Zollunion zur Wirtschaftsunion überschritten; jetzt werden die Verhandlungen über den englischen Beitritt vorbereitet und Perspektiven für eine politische Gemeinschaft entworfen.

  • Ausgabe 1970/08

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    • Frankfurter „Hexenprozeß“

      Der Parteitag des SPD-Unterbezirks Frankfurt/Main hat in geheimer Abstimmung mit Zweidrittelmehrheit dem Frankfurter Polizeipräsidenten Littmann das politische Vertrauen entzogen und dessen Versetzung in den einstweiligen Ruhestand gefordert.

    • Weder Rapallo noch Canossa

      Die Kanzler-Reise nach Ostberlin dient zunächst der atmosphärischen Verbesserung

  • Ausgabe 1970/09

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    • Geknebelte Gerechtigkeit

      Mit Gerechtigkeit hat das Urteil von Chicago offenbar weniger zu tun als mit Rache. Und gerächt wurden nicht Taten, die schwere Sühne verlangt hätten, sondern Beleidigungen, Provokationen und Unbotmäßigkeiten, die unter die Rubrik „Ungebühr vor Gericht“ fallen und in jedem Rechtsstaat mit mäßigen Ordnungsstrafen belegt werden.

    • Probe aufs Exempel

      Schneller als gedacht und konzilianter als erwartet hat der Gewerkschaftsbund der DDR auf das Gesprächsangebot des DGB geantwortet.

  • Ausgabe 1970/10

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    • Roms Malaise

      In Italien ist die politische Krise zur Regel, die Nichtkrise zur Ausnahme geworden. Das Land erlebt augenblicklich seine vierte Regierungskrise seit den letzten Parlamentsneuwahlen vor knapp zwei Jahren.

    • Mission in Ost-Berlin

      Zwei Tage reichten nicht aus, um das Treffen zwischen Brandt und Stoph endgültig in die Wege zu leiten. Noch nicht einmal ein Termin steht bis jetzt fest.

  • Ausgabe 1970/11

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    • Bonns Schlüsselrolle

      Bundeskanzler Willy Brandt hat in den USA eine unverändert gute Presse.Große Blätter wie die New York Times überschütten ihn nach seinem Besuch in England mit Lob.

    • Im Eisschrank

      Mit aller Blauäugigkeit der gekränkten politischen Unschuld ließ Ostberlin Anfang der Woche in einer offiziellen Erklärung wissen: „Von unserer Seite ist alles klar.

  • Ausgabe 1970/12

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    • Der Bomben-Protest

      Zum zweitenmal innerhalb weniger Monate detonierten Bomben in den New Yorker Büros prominenter amerikanischer Großunternehmen.

    • Hartgesotten

      Die Amerikaner sind im Begriff, eine kritische Schwelle zu überschreiten. Schon Mitte dieses Jahres wollen sie einen Teil ihrer Raketen mit nuklearen Mehrfachsprengköpfen (MIRV) ausrüsten.

  • Ausgabe 1970/13

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    • Das deutsche Nadelöhr

      Die mächtige Gefühlswoge des Erfurter gesamtdeutschen Erlebens ist kaum abgeebbt, da steht uns ein Kampf zwischen Regierung und Opposition ins Haus, der die Größenordnung eines theologischen Glaubensstreites anzunehmen droht, obgleich er sich an so spröden Begriffen wie „völkerrechtliche Anerkennung“ und „Selbstbestimmungsrecht“ entzündet hat.

    • À la Conny

      Einen solchen Tausendsassa hat Bonn noch nicht gehabt. Conrad Ahlers, der Regierungssprecher, ist wirklich in allen Sätteln ungerecht.

  • Ausgabe 1970/14

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    • Frißt der Krieg sich weiter?

      Nun ist das fragile Gleichgewicht, mit dem das Genfer Abkommen 1954 den französischen Indochina-Krieg nach achtjähriger Dauer beendete, endgültig zerstört.

    • Berliner Barrieren

      Der lange Marsch in die Verhandlungen über Berlin hat begonnen. Ob die Schließung des alliierten Reisebüros, die am Tage des ersten Gespräches verkündet wurde, als Marscherleichterung wirkt, wird sich erst zeigen müssen.

  • Ausgabe 1970/15

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    • Modell London

      Das wirft zunächst erst einmal die praktische Frage auf, wie Neuwahlen überhaupt herbeigeführt werden könnten. Nach dem Grundgesetz kann der Bundespräsident auf Antrag des Bundeskanzlers den Bundestag auflösen, wenn er die vom Kanzler gestellte Vertrauensfrage ablehnt, ohne gleichzeitig einen Nachfolger zu wählen.

    • Soll die CDU schweigen?

      Der Vorstoß der Union rief Kopfschütteln hervor. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Olaf von Wrangel, hatte von der Bundesregierung verlangt, sie solle Ostberlin unverzüglich auffordern, die Verhafteten von Erfurt freizulassen.

  • Ausgabe 1970/16

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    • Amerika-Visite

      Seit Jahr und Tag war dies wieder der erste Besuch eines deutschen Regierungschefs im Weißen Haus, der weder hüben noch drüben einen schalen Geschmack hinterlassen hat.

    • Der Retter aus Bayern

      In den „Weltgeschichtlichen Betrachtungen“ spricht Jacob Burckhardt von den großen Männern, die nicht die ihnen entsprechende Zeit finden, nicht die Situation, die ihre besondere Begabung fordert.

  • Ausgabe 1970/17

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    • Abschreckung

      Nasser fühlt sich wieder stark. Nach einer mehrwöchigen Pause flog seine Luftwaffe erneut Angriffe gegen israelische Stellungen am Suez-Kanal.

    • Meisterstreich

      Mit der neuen Verminderung der amerikanischen Truppen in Vietnam um 150 000 Soldaten in den kommenden zwölf Monaten hat Präsident Nixon in einem politischen Meisterstreich vier Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

  • Ausgabe 1970/18

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    • Besserwisser

      Am vergangenen Freitag stand in der Berliner Morgenpost folgendes zu lesen: „Der Bonner US-Botschafter Rush hat, wie gestern bekannt wurde, vor amerikanischen Journalisten erklärt, nach dem Treffen von Bundeskanzler Brandt mit Präsident Nixon habe sich das deutsch-amerikanische Verhältnis spürbar abgekühlt.

    • Maos Stern am Himmel

      Der Mao-Trabant mit seiner in den Äther ausgestrahlten Melodie vom „roten Osten“ kam zwar für die Lenin-Gedenkfeiern um einige Tage zu spät, aber noch rechtzeitig zu der im amerikanischen Kongreß bevorstehenden Debatte über eine Erweiterung des Abfang-Raketensystems „Safeguard“.

  • Ausgabe 1970/19

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    • Hilfe für 300 000

      Die Anregung kam vom Bundespräsidenten. Ihm schwebte vor, eine große nationale Stiftung ins Leben zu rufen, die den behinderten Kindern, den Blinden und Taubstummen, den Spastikern, und Geistesschwachen helfen soll, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

    • Gefährliche Invasion in Kambodscha

      Seit Lyndon Johnsons Tagen ist Amerika nicht mehr auf soviel Unverständnis und Kritik gestoßen wie jetzt bei Präsident Nixons Entscheidung zum Einmarsch in Kambodscha.

  • Ausgabe 1970/20

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    • Schmidts Reform-Anlauf

      Annähernd hundert Absichtserklärungen und Entscheidungen stehen am Anfang der Reform für die Bundeswehr, deren Einzelheiten in dem Verteidigungs-Weißbuch der Bundesregierung erläutert werden.

    • Der Riß durch Amerika

      Präsident Richard Nixon hat in einer Pressekonferenz mit entwaffnender Jovialität beteuert, das Streben der rebellischen Studenten nach Frieden und einer schnellen Beendigung des Krieges in Südostasien decke sich völlig mit seinen eigenen Zielen.

  • Ausgabe 1970/21

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    • Ein verplanter Staat?

      Auf den ersten Blick war der SPD-Parteitag in Saarbrücken alles andere als ein großes politisches Ereignis. Regen und schlechte Organisation drückten auf die Stimmung, ein Mammutprogramm degradierte den Parteitag zur Abstimmungsmaschine, am hitzigsten und am giftigsten wurde über die Geschäftsordnung gestritten.

    • Gipfel Nr. 2

      Bis zum letzten Augenblick war der zweite deutsche „Gipfel“ in Kassel nicht wirklich gesichert. Die Blitzreise von Ulbricht, Stoph und Honecker nach Moskau sowie die Beschimpfungskanonade, die Ostberlin seit Wochen auf Bonn abfeuert, verstärkte die Zweifel an der Bereitschaft der DDR-Regierung, den zweiten zaghaften Schritt auf dem langen Weg des innerdeutschen Ausgleichs zu tun.