ZEIT SPART GELD
Linde-Kurs ohne Brandschaden
Der Großbrand im Kühlmöbelwerk der Linde Hausgeräte GmbH in Wiesbaden-Kostheim, der immerhin einen Schaden von 140 Millionen Mark verursachte, hat den Linde-Börsenkurs nicht in Mitleidenschaft gezogen. Dazu besteht auch kein Grund, zum einen ist Linde an dem Wiesbadener Betrieb nur zu einem Viertel beteiligt (75 Prozent des Kapitals hält die AEG), und zum anderen ist sowohl der Sachschaden als auch der Schaden, der durch die Betriebsunterbrechung entstanden ist, durch Versicherungen „ausreichend“ gedeckt Der Kurs der Linde-Aktie ist von seinem Tiefstkurs des Jahres 1970 (190 Mark) um mehr als 20 Prozent gestiegen.
Allianz senkt die Dividende
Die Allianz Versicherungs-AG, Berlin/München, wird für 1970 etwa den gleichen Ausschüttungsbetrag für die Dividendenzahlung zur Verfügung stellen wie für 1969. Auch diesen Betrag muß sie den versteuerten Rücklagen entnehmen, da kein ausschüttungsfähiger Gewinn erwirtschaftet worden ist. Für die Allianz-Aktionäre bedeutet dies, daß sie höchstens mit einem Dividendensatz von 11 Prozent auf das um 80 auf 200 Millionen Mark erhöhte Grundkapital rechnen können. In Börsenkreisen hält man es nicht für ausgeschlossen, daß sogar nur 10 Prozent gezahlt werden. Aller Voraussicht nach wird aber schon für 1971 wieder eine höhere Ausschüttung erfolgen können, weil die Allianz – wie auch alle anderen Versicherungsunternehmen – bemüht ist, wieder kostendeckende Prämien durchzusetzen.
Spekulation in Deutsche Werft
Nach Bekanntwerden der Pläne, wonach ein Tausch der noch im Salzgitter-Besitz befindlichen Büssing-Anteile gegen die GHH-Majorität an der Deutschen Werft AG, Hamburg, erwogen wird, ist der Kurs der Deutsche-Werft-Aktie sprunghaft gestiegen. In Börsenkreisen hält man es für möglich, daß Salzgitter, wenn erst einmal Großaktionär bei der Deutschen Werft (30 Prozent an dem 20 Millionen Mark betragenden Aktienkapital besitzt die AEG), die verbleibenden freien Aktionäre abfinden wird. Nur auf diese Weise könnte eine konsequente Unternehmenspolitik bei der Howaldtswerke – Deutsche Werft (HDW) sichergestellt werden, an der heute Salzgitter und die Deutsche Werft AG je zur Hälfte beteiligt sind. Die HDW ist für Salzgitter als Stahlkunde interessant. Kommt es zur Abfindung, so werden einmal die in der Bilanz der Deutschen Werft enthaltenen beträchtlichen stillen Reserven zu berücksichtigen sein, aber auch die Tatsache, daß die Deutsche Werft bei voller Pachtzahlung der HDW eine Dividende zahlen könnte, die in Fachkreisen auf 20 Prozent geschätzt wird.



