• Ausgabe 15/1971

    Ausgabe 15/1971

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Bewährungsfrist für Erim

    Eine Diktatur der Obristen blieb der Türkei noch einmal erspart. Ankaras Generäle verordneten lediglich eine Regierung der „Nationalen Koalition“ unter Ministerpräsident Nihat Erim.

  • Bonner Beratungsinstitutionen

    Quickborner Team. Gesellschaft für Organisation und Planung mbH., Quickborn Leitung: Eberhard und Wolfgang Schnelle Battelle-Institut e.

  • Zur Koalition verdammt

    Die Bundesprominenz von SPD und FDP ist sich einig in ihrem Verdruß: Das Ende der Berliner Koalition zwischen den Sozialdemokraten und den Freien Demokraten stört.

    Von Rolf Zundel

  • Vor die Tür gesetzt

    In seinem Epilog auf die verhinderte Koalition zwischen SPD und FDP gab der Vorsitzende der Berliner Freien Demokraten, Hermann Oxfort, eine Antwort auf die Schuldfrage.

  • Eine polnische Kontroverse

    In einer seiner letzten Glossen vor sieben Jahren schrieb der polnische Publizist, Musikprofessor und einstige Znak-Abgeordnete, Stefan Kisielewski, in der Krakauer katholischen Wochenzeitschrift Tygodnik Powszechny: Seine mahnende und warnende Stimme sei vergleichbar mit dem „leisen Summen einer Mücke, die kaum hörbar ist“.

    Von Jan Kurzok

  • Wenn Zukunft verplant wird

    Wird die Bundesrepublik allmählich eine Technokratie? Diese Frage steht unsicher über dem Streit um die Reorganisation des Bundeskanzleramts, über den Kulissenkämpfen um die Neugliederung aller Beratungsgremien für das Wissenschaftsministerium und auch über den Differenzen des Bundestagspräsidiums mit dem Quickborner Team wegen der Bauprogrammplanung für den neuen Bundestagskomplex.

  • Aus elf mach eins

    Der Parteivorsitzende der SPD, Willy Brandt, und der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Mischnik, haben vorgeschlagen, die Landtagswahltermine auf einen Tag in der Mitte der Legislaturperiode des Bundestages zusammenzulegen.

    Von Theodor Eschenburg

  • Schwarzer Peter

  • Wie konnte My Lai passieren?

    Die amerikanische Öffentlichkeit hat die Verbrechen von My Lai noch nicht verkraftet. Der Proteststurm gegen das Urteil von Fort Henning beweist es.

    Von Dieter Buhl

  • Berlinguer setzt sich zur Wehr

    Mit einer Flut von Beschuldigungen wird gegenwärtig der Vize-Parteichef der italienischen Kommunisten, Enrico Berlinguer, von der nicht-kommunistischen Öffentlichkeit seines Landes überschüttet – wobei der eigentliche Anlaß nahezu verschüttet wird: Die Ansprache Berlinguers vor dem Moskauer Parteitag, die in aller Welt als Demonstration des Eigenwillens, ja kommunistischer Ketzerei verstanden worden war.

  • Der längste Prozeß in der US-Militärgeschichte: Sechs Richter fällten ihr Urteil über das Kriegs verbrechen von My Lai

    Die Normalität des Schreckens

    Die Zahlen erschrecken, doch sie sind noch vorstellbar: Am 16. März 1968 brachte die Einheit des US-Oberleutnants William Laws Calley Jr.

    Von Dietrich Strothmann

  • ZEITSPIEGEL

    Mit offenkundiger Befriedigung hat die SPD an Hand einer Detailuntersuchung der Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz festgestellt, daß ihr Anteil an den Wählerstimmen, verglichen mit den Resultaten der letzten Landtagswahl, in Gegenden überdurchschnittlich gestiegen ist, in denen der CSU-Chef Franz Josef Strauß in den Wahlkampf eingegriffen hat.

  • Der Calley-Hit

    In der amerikanischen Hit-Parade hat sich innerhalb weniger Tage ein außergewöhnliches Lied einen Platz erobert: „Der Schlachtgesang des Leutnant Calley“.

  • Der Bundestag drückte sich

    Je rascher die Zahl der Wehrdienstverweigerer wächst – sie ist binnen drei Jahren von 6000 auf knapp 20 000 gestiegen –, um so dringender wird eine parlamentarische Grundsatzdebatte über dieses Thema.

  • Calley und das Erbe von Nürnberg

    An ein und demselben Tag hat Amerika der Welt seine zwei Gesichter gezeigt: Das Militärgericht in Fort Benning verurteilte den Oberleutnant William Calley wegen Mordes zu lebenslanger Zwangsarbeit, weil er mit seiner Infanterieeinheit im südvietnamesischen Dorf My Lai waffenlose Frauen, Kinder und Greise erschossen hatte.

    Von Hans Schueler

  • Wirtschaft
  • Kleinvieh bringt viel Mist

    Die ständig steigende Lohnsteuer, so mahnte jüngst das Münchner ifo-lnstitut für Wirtschaftsforschung, sollte für die Steuerreform ein Anlaß sein, besonderes Augenmerk auf die Wiederherstellung einer gewissen sozialen Symmetrie zu lenken.

  • Fragen an Ludwig Poullain zur Zinssenkung

    Sparkassen in der Klemme

    Als Vertreter der Sparer sind Sie für eine Zinssenkung eingetreten, die die Bundesbank am vergangenen Mittwoch durch die Diskontsenkung vollzogen hat.

  • Eine Stadt lebt von der Wohlfahrt

    Lieber schlafe ich auf der Straße“, mit diesem Kommentar lehnte Cleola Hainsworth zwei Wohnungsofferten der New Yorker Sozialbehörde ab.

  • Gerechtere Verträge

    Die Landesnotarkammer Bayern, München 2, Ottostraße 11/12, hat ein „Merkblatt für die Gestaltung von Kaufverträgen über Eigenheime und Eigentumswohnungen sowie über Baugrundstücke“ herausgebracht.

  • Preisabsprachen

    Optisch teure Torten

    Die Bäckerinnung Dortmund und Lünen wird sich vor dem nordrhein-westfälischen Lindeskartellamt zu verantworten haben. Professor.

  • Der Unentbehrliche

    Neulich packte Dr. Güssefeld etliche Kilo bedrucktes Papier – den neuen Etat der Firma Gruner + Jahr – in seine Aktentasche; da mußte ich ja wohl dem 85jährigen Herrn anbieten, ihm die Mappe zum Auto zu schleppen.

    Von Gerd Bueerius

  • Steuertheorie

    Erweitertes Modell

    Qualität und Quantität des Arbeitsangebotes sind für die wirtschaftliche Entwicklung von zentraler Bedeutung. Deshalb verdient auch eine Analyse des Einflusses der Besteuerung auf dieses Angebot Interesse.

  • Nichts als Demagogie

    Das war schon immer das gefährliche an demagogischen Thesen und Forderungen: auf den ersten Blick erscheinen sie so einleuchtend.

    Von Michael Jungblut

  • Krankenversicherung

    Mit Kind und Kegel

    Bei den Unternehmen der privaten Krankenversicherungen (PKV) in der Bundesrepublik zieht man jetzt ebenso wie bei den gesetzlichen Kassen Bilanz.

  • Dieter Piel:

    Harte Nuß für Willy Brandt

    Der deutsche Gutachter scheint schlechten Zeiten entgegenzugehen. Seitdem die Kritik an der Arbeit der unabhängigen Steuerreformkommission immer massiver geworden ist, hat es den Anschein, als habe die traditionelle Denkmalsfigur der politischen Meinungsbildung Mühe, sich auf ihrem Sockel zu halten.

  • ZEIT SPART GELD

    Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e. V. hat sich der Verein der Parfund-Anleger gebildet.

  • Steuerreform

    Fredersdorfs starke Minderheit

    Die Minderheit schickt sich an, Mehrheit zu werden. Hermann Fredersdorf, Sozialdemokrat und Vorsitzender des Bundes Deutscher Steuerbeamter – in der Steuerreformkommission, der er angehört hat, klar unterlegen – stimmt mit etlichen seiner Minderheitsvoten weit eher mit der Bonner Regierung überein als die Kommissionsmehrheit um ihren Vorsitzenden Rudolf Eberhard.

  • Börsen-Report

    Freundlich bis zum Tag X

    Als nach der Diskontsenkung die Devisenzuflüsse in die Bundesrepublik anhielten, war es für die Börsianer eine aufgelegte Sache: Jetzt geht es nicht mehr um das internationale Zinsgefälle, sondern um eine neue Währungsspekulation, die in der Bundesrepublik ihren Hauptunterschlupf sucht.

  • NSU - ein teurer Fehler?

    Am 10. März 1969 übernahm Deutschlands größter Autokonzern eines der kleinsten deutschen Autowerke: Das Volkswagenwerk sicherte sich die NSU Motorenwerke AG, Neckarsulm, durch eine Fusion der VW-Tochter Audi mit NSU zur Audi NSU Autounion.

  • Schrecken der Kleinstadt

    Bei mir sollen sich die Kunden die Ärsche aneinander reiben“, veranschaulichte einst Leonhard Tietz, der Gründer des heutigen Kaufhof-Konzerns, recht drastisch sein Prinzip, die Besucher seiner Warenhäuser durch ein Labyrinth enger Gänge zu schleusen.

    Von Drugstore in Mew York: Amerikanisches Vorbild für deutsche Einzelhändler Aufnahme: Gronereki

  • REPORT AUS BONN

    Im Verteidigungsausschuß des Bundestags zählt man es derzeit an den Knöpfen ab: Geht er oder geht er nicht? Gemeint damit ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Herbert Schneider (Königswinter), der schon früher wegen seiner gleichzeitigen Tätigkeit als Geschäftsführer des „Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie“ und als Mitglied des Verteidigungsausschusses kritisiert wurde.

  • IBM

    Entzauberter Computerriese

    Mit gemischten Gefühlen blickte man bei der IBM Deutschland der Veröffentlichung der deutschen Ausgabe des betont kritischen Baches von Rodgers entgegen.

  • Brüssel will Europas Zukunftsindustrien stärken

    Zwischen Schutz und Wettbewerb

    Thomas Watson, Präsident des US-Computer-Konzerns IBM, umriß die Lage seines Unternehmens: „Wenn es den Europäern nicht gelingt, unser, Tempo (bei der Markteroberung) zu verringern, und wenn wir selbst keine Methoden finden, um unsere Aktionen in den Ländern, in denen wir arbeiten, für diese annehmbarer zu machen – dann werden die Europäer in bloßer Selbstverteidigung neue Schranken gegen die industrielle Eroberung aus Amerika errichten und die, Positionen einengen, die wir bereits besitzen.

    Von Hermann Bohle

  • Patentlösung

    Die Bundesregierung hat eine wahrhaft geniale Lösung für das Problem der „Fehlbelegung“ im sozialen Wohnungsbau gefunden. In jüngster Zeit war immer wieder Klagen darüber geführt worden, daß ein großer Teil der mit Steuermitteln verbilligten Wohnungen von Familien blockiert wird, deren Einkommen längst weit über der Grenze liegt, die für Sozialmieter festgelegt worden war.

  • IG Wohnen

    In Bochum tagte am Wochenende erstmalig die Interessengemeinschaft (IG) Wohnen, eine Gemeinschaft von „Bürgerzusammenschlüssen“ aus zwölf Trabantenstädten Nord- und Süddeutschlands.

  • AUS UNTERNEHMUNGEN

    Erfolgreich war für die Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank das abgelaufene Geschäftsjahr: Der Bilanzgewinn 1970 stieg auf rund sechs Millionen Mark (1969: 4,1 Millionen), obwohl Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen im Vergleich zum Vorjahr kräftig erhöht wurden.

  • Keine Angst vor den Franzosen

    Bisher gab es bei den Kursen der drei; deutschen Großbanken eine klare Rangfolge. Die Deutsche Bank stand – und steht auch heute noch – an der Spitze.

  • Metallgesellschaft

    Verliert an Glanz

    Die fleißigen Lurgi-Töchter, deren Auftragsbestand so hoch ist wie noch nie und die bei anderen. Firmen das ingenieur-technische Rationalisierungstraining übernehmen, scheinen der eigenen Mutter nicht viel geholfen zu haben.

  • Englands Arbeitern soll die Streiklust vergehen

    Neuer Schlag der Tories

    Großbritanniens Regierung hat in der vergangenen Woche „eine gemeine Attacke auf die Familien der Arbeiter geritten“. Das steht für Vic Feather, den Generalsekretär des britischen Gewerkschaftsbundes TUC fest.

    Von Hans-Heinz Schlenker

  • Geschäfte mit dem Hunger

    Seit Jahren streitet ein Pakistani für die Grüne Revolution in der Dritten Welt und gegen mächtige Industriekonzerne der westlichen Welt: Hussein Mullick, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, offizieller Delegierter der Welternährungskonferenz, als Agrarexperte anerkannt, als Entwicklungspolitiker nicht unumstritten, von vielen als Außenseiter verketzert: „Die Stickstoffindustrie verhindert systematisch den Aufbau von Düngemittelfabriken in Entwicklungsländern; sie betreibt damit ein Geschäft mit dem Hunger.

    Von Wolfgang Hoffmann

  • Zur Kasse

    Post- und Telephongebühren werden in den nächsten Monaten teurer. Nach mehreren Anläufen hat sich das Bundeskabinett auf eine neue Preisliste für die Dienstleistungen der Post geeinigt: Ab 1.

  • Die VW-Aktie ist noch billig

    Der März hat den deutschen Aktienkursen insgesamt nur noch geringe Forschritte gebracht. Er war ein Monat der Konsolidierung, die im allgemeinen dicht unter den diesjährigen Höchstkursen stattgefunden hat.

    Von K. W.

  • Gemeinsam planen

    Als Alternativmodell zum sozialen Wohnungsbau soll in Hamburg ein acht- oder neunstöckiges Mietwohnhaus für etwa 150 Bewohner auf der Basis eines „demokratischen Planungsprozesses“ erstellt werden.

  • Suezkanal

    Die Bagger sind bestellt

    Tanker mit mehr als 70 000 Tonnen Tragfähigkeit müßten auch nach Wiedereröffnung des Suezkanals den langen Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen, um Öl vom Persischen Golf nach Europa bringen zu können.

  • Betriebswirtschaft

    Der Mensch ist anders

    Mit dem ersten von drei geplanten Bänden legt Werner Kirsch, Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim, eine Untersuchung vor, die – wie er selbst sagt – mehr mit den Wissenschaften vom Menschen und von der Gesellschaft zu tun hat als mit der Betriebswirtschaftslehre.

  • Kostenlos ins Defizit

    Der Nulltarif, die kostenlose Fahrt auf den öffentlichen Nahverkehrsmitteln, findet bei den meisten Regierenden und Sachverständigen keine Anhänger.

  • Hausbesitz auf Papier

    Die Nachfrage nach inflationssicheren Anlage; treibt seltene Blüten: Am ersten Verkaufstag waren die Anteile des von der Deutschen Pfandbriefanstalt aufgelegten Hausbesitzbriefes 6 (Zertifikate in Gesamtwert von 39 Millionen Mark; „echt verkauft“.

  • Refugium

    Manager gehen ins Klöster. Nicht um die Mönchskutte anzulegen oder dem Brüder Ökonom bessere Verwaltungsmethoden beizubringen.

  • ZEITRAFFER

    Trotz der Senkung des deutschen Diskontsatzes von sechs auf fünf Prozent hat der Devisenzustrom in die Bundesrepublik nicht nachgelassen.

  • Wissen
  • Biochemische Veränderungen durch Meditation

    Transzendentale Meditation, eine, auf der indischen Weda-Tradition basierende, leicht erlernbare Methode der geistigen Versenkung, die keiner Konzentration oder Autosuggestion bedarf, soll eine anhaltende, beruhigende und von Ängsten befreiende Wirkung haben.

  • Krebs: verhängnisvolle Kooperation von Viren?

    Daß bestimmte Krankheiten, etwa das Down-Syndrom (Mongolismus) oder Franconi-Anämie den Unglücklichen, die daran leiden, zusätzlich noch ein besonders hohes Krebsrisiko bescheren, ist schon seit längerem bekannt.

    Von Tüman Neitdecker

  • Mit elektrischen Schlägen gegen die leidige Sucht

    Auch wenn sie sich gerade Abstinenz geschworen haben, lassen sich gewohnheitsmäßige Trinker oder Raucher oft wieder dazu verleiten, zur Flasche oder zur Zigarette zu greifen.

    Von Friedrich Abel

  • Vielleicht Leben auf dem Mars

    Auf dem Mars gibt es möglicherweise doch einige primitive Lebensformen. Entgegen den Voraussagen von Wissenschaftlern, die diese Frage nach den Marsflügen von Mariner 4, 6 und 7 recht skeptisch beurteilt hatten, gelang es nun drei kalifornischen Biologen, im Laborexperiment drei einfache organische Verbindungen unter Marsbedingungen herzustellen.

  • Amalrik

    Für 1984 hatte der sowjetische Schriftsteller Andrej Amalrik seinem Land den Zerfall des gegenwärtigen kommunistischen Regimes vorausgesagt.

    Von A. K.

  • Konzil ohne Kraft

    Vor Überraschungen wohl abgeschirmt und vor jeglicher Spontaneität bewahrt, läuft der XXIV. sowjetische Parteikongreß reibungslos über die Moskauer Bühne.

    Von Andreas Kohlschütter

  • Kommt die entschärfte Pille?

    Zweieinhalbtausend Schafsköpfe beschafften sich die Biochemiker aus dem Schlachthaus der texanischen Stadt San Antonio. Aus den Tiergehirnen präparierten sie eine kirschgroße Drüse – die Hypophyse; die 250C Drüsen wogen zusammen gerade ein Kilogramm.

  • Wir haben Zeit

    Nun wird es also keine Oster-Passierscheine geben – aber damit konnte wohl auch niemand mehr rechnen, seit die DDR ihre Absicht, nämlich die Botschaftergespräche zu präjudizieren, nicht durchzusetzen vermochte.

  • Einig mit London

    Freundschaftlich, locker, sachlich und in voller Übereinstimmung seien die Gespräche zwischen dem englischen Premier und seinen deutschen Gastgebern verlaufen, berichtete der Bonner Regierungssprecher, und er machte sich dabei nicht einmal, diplomatischer Schönfärberei schuldig.

    Von R. Z.

  • Das Jahr der Ungewißheit

    Alle haben sich geirrt, Oder doch fast alle. Vielleicht gibt es hier und da Experten, die darauf beharren, sie hätten die konjunkturelle Entwicklung für dieses Jahr exakt vorausgesagt.

    Von Diether Stolze

  • Nach dem Spektakel nützliche Großsatelliten

    Von der irdischen Schwerkraft befreit, wird das Herz zu rasen beginnen und sich selbst zerstören. Die Seele wird die grenzenlose Einsamkeit nicht ertragen können.

  • Reisen
  • Ostern in Israel

    Lämmer ohne Fehl

    Zwei Tage vor Passah. Israel ist in Bewegung geraten. Weiße Daunen wehen durch die Bazare. Hühner. Hühner. Hühner. Weiße Wolken in Drahtkäfigen.

  • REISESPIEGEL

    Im Touropa-Ferienpark Ten Bei trägt man zum Sonnen auf den windigen Klippen einen Maxi-Frotteemantel für 119 Mark, den dazu passenden Bermuda-Bikini für 48 Mark oder eine Frotteebadejacke mit Bermudashorts, 115 Mark.

  • Reisebüros bieten nicht an: Ostberlin

    Bundesbürger, auch mit Auto, die aus Westberlin kommen, erhalten bei Vorlage ihres Reisepasses (Personalausweis genügt nicht), ohne besondere Begründung eine Tages-Aufenthaltsgenehmigung für Ostberlin, die bis 24 Uhr gültig ist.

  • Ostseefähren

    Streik an Bord?

    Deutsche Schiffs-Kellner, Schiffs-Köche und Büfett-Damen blicken neidvoll auf dänische Kollegen. Auf den zwischen Puttgarden und Rødbyhavn kreuzenden Fährschiffen „Danmark“ und „Knudshoved“ ist lange verwirklicht, was sich das gastronomische Bedienungspersonal auf den bundesbahneigenen Fähren „Theodor Heuß“ und „Deutschland“ noch innig wünscht.

  • Ein Tag in Ostberlin

    Denkmäler für die Enkel

    Ich bin fast sicher: Allein der Vorsatz, Ostberlin als Touristenziel anzubieten, wirkt auf manchen verwegen, stimmt ihn zumindest mißtrauisch.

  • Tignes: Europas höchste Skistation für höchste Ansprüche

    Waffeln mit Schlagsahne

    Frankreich hat ein Dorf weniger“, so lautete im März 1952 die Schlagzeile im „France Soir“. Es handelte sich um Tignes, ein kleines 450 Einwohner zählendes Bergdorf in Savoyen, das damals in den Fluten eines künstlichen Sees zu versinken begann.

    Von Katharina Zimmer

  • DIE ZEIT
  • Scharfe Schnappschüsse

    Da steht es, das Schimpfwort „bürgerlich“, und der Titel erweckt Assoziationen an Freytags „Soll und Haben“.................

  • Ein Jahr der Städtebaubücher

    Die Stadt – beschrieben, bebildert, gezeichnet

    Am Ende eines Bücherjahres, das nicht ganz zufällig ins Ende einer ganzen Städtebau-Ära fällt, ist eine sehr bemerkenswerte Bilanz zu ziehen: Noch niemals zuvor sind innerhalb nur eines Jahres, zwischen den Frankfurter Frühjahrs-Buchmessen von 1970 und 1971, so viele Bücher zum Thema Städtebau erschienen.

  • Manchmal spinnst du

    Julie Schrader gehört zu den bizarrsten und tragikomischsten Figuren, die das wilhelminische Zeitalter hervorgebracht hat. Poetin und Genießerin zugleich, eine der süß-verruchtesten Anstandsdamen, die je in Bürgershäusern diente, Geliebte der Musen und der Männerwelt, scheint sie geradewegs Heinrich Manns „Schlaraffenland“ entsprungen zu sein, Dichterin der unfreiwilligen Komik aus der Zunft Friederike Kempners, schämte sie sich zwar ein bißchen ihrer literarischen Produktion und besaß nicht den Ehrgeiz des schlesischen Schwans, aber sie hat von ihrer Welt und Wirklichkeit mehr eingefangen, als das Kerrs Tante beschieden war.

  • Lehrgang für Sklavinnen

    Dann schicke ich meine Kinder in ein Tagesheim, bitte einstweilen um unbezahlten Urlaub, sage mir, Sex ist nichts Schlimmes (schließlich haben auch Pastoren Kinder), esse Punkte-Diät und beginne mit dem „Sinnlichkeitsprogramm“.

  • So wurde ein Gesetz getestet

    Am Beispiel einer Stadt-Sanierung in Stuttgart: Sandkastenspiel für den Bundestag

  • KRITIK IN KÜRZE

    „Wegelagerer“, von Horst Bastian. Das ist ein fast schon historischer Roman: Die Abenteuer eines 14jährigen Jungen, Kriegswaise, der ein Baby aus einem einstürzenden Haus rettet und mit dem kleinen Mädchen durch jene heutigen Jugendlichen nur durch die Analogie mit Vietnam und Kambodscha vorstellbare Nachkriegslandschaft zieht.

  • Gesellschaft
  • Kein Fortschritt in Nahost

    Kairo bemüht sich auf allen Wegen, einen Rückzug der israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten zu erreichen. Bis jetzt waren den Bemühungen keine Erfolge beschieden; offizielle und halbamtliche Stellen sprechen immer häufiger davon, daß ein neuer Krieg unvermeidlich sei.

  • Neue Spannungen um Ostpakistan

    In den blutigen Konflikt in Ostpakistan hat sich das sowjetische Staatsoberhaupt Podgorny eingeschaltet. Er appellierte an den pakistanischen Präsidenten Yahya Khan, „unverzüglich Maßnahmen zu treffen, um das Blutvergießen und die Repressalien gegen die Bevölkerung von Ostpakistan zu beenden und zu Methoden einer friedlichen politischen Regelung überzugehen“.

  • Zu diesem Artikel:

    Ennis Rees: „Meister Lampe und seine Tricks“, aus dem Amerikanischen von Anna Cramer-Klett, illustriert von Edward Gorey; Diogenes Verlag, Zürich; 32 S.

  • Dokumente der ZEIT

    Während der gesamten Nachkriegszeit gingen wir wie auch unsere Verbündeten und Freunde davon aus, daß vor allem die Unantastbarkeit der Grenzen der europäischen Staaten die Grundlage für einen dauerhaften Frieden in Europa darstellt.

  • Niedersachsen

    Erfolg der CDU

    Einen starken Zuwachs für die CDU, Gewinne für die SPD und zum Teil große Verluste für die FDP brachten die Kommunal wählen in 21 Gemeinden Niedersachsens.

  • KPdSU auf altem Kurs

    Im außenpolitischen Teil seiner sechsstündigen Rede vor 5000 Delegierten und zahlreichen Abordnungen aus dem In- und Ausland übte Breschnjew die schärfste Kritik an den Vereinigten Staaten von Amerika, denen er eine Verhärtung ihrer Politik vorwarf.

  • Herbert Rosendorfers erstes Stück in Freiburg

    Essiggurke in Marmelade

    Es mag sein, daß die Frage, ob Gott katholisch sei, eine ist, über die nachzudenken sich für manche Leute lohnt. Vor Jahren zweifelte ja Rolf Hochhuth mit seinem „Stellvertreter“ ganz ernsthaft daran.

    Von Hellmuth Karasek

  • My-Lai-Urteil

    Welle von Protesten

    Der wegen eines Massakers in der südvietnamesischen Ortschaft My Lai von einem amerikanischen Militärgericht zu lebenslanger Haft verurteilte und sofort nach der Urteilsverkündung verhaftete Oberleutnant William Calley befindet sich wieder auf freiem Fuß.

  • Chile

    Sieg für Allende

    Chiles Präsident Salvador Allende hat die erste Feuerprobe seiner Regierung bestanden. Bei den Wahlen in 280 Kommunen, zu denen am letzten Sonntag knapp drei Millionen Chilenen aufgerufen waren, errang seine „Unidad Populär“, die von fünf Parteien gebildete Volksfront, gut 51 Prozent der Stimmen.

  • Stifterverband

    Zum Jubeln zuwenig

    Ein Rekordergebnis meldet der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die Gemeinschaftsaktion der Gewerblichen Wirtschaft zur Förderung von Forschung und Lehre in Essen.

  • Dem Fernsehen wehrlos ausgeliefert?

    Nach Konrad Adenauers sarkastischer Maxime vom Umgang mit der Presse („Kaltes Büfett, Anzeigenentzug, Einstweilige Verfügung“) stellen gerichtliche Schritte immerhin erst die ultima ratio dar.

    Von Manfred Jenke

  • Ausstellung in Stuttgart

    Konkrete Poesie

    Vor der sechseckigen, senkrecht gestreiften Gehäusedeckplatte kreisen mit ungleichmäßiger Geschwindigkeit Zeigerstäbe um die Mittelachse.

    Von Helmut Schneider

  • Unsterbliches

    Peter Schamoni, ein inzwischen wohl abgelagerter Jung-Filmer, begibt sich in der Mehrfachfunktion als Produzent, Regisseur und kunstkritischer Kommentator nach Frankreich, zu Max Ernst, der, wie man weiß, in diesen Tagen achtzig geworden ist, baut sich, im Gewand und mit dem Habitus eines Jung-Börsianers, vor dem genialen Dropout der Kunst auf und teilt ihm, so eine Film-Vita braucht schließlich einen Anfang, mit, daß er vor achtzig Jahren in Brühl bei Köln geboren sei.

  • Frühjahrsputz bei Klassikers

    Was gilt in der Kinder- und Jugendliteratur nicht alles als Klassiker: Münchhausen und Old Shatterhand, Gulliver und Alice, Heidi und Robinson, Mother Goose und Dr.

    Von Hildegard Krähe

  • Einig über den Beitritt

    Der Beitritt Großbritanniens zur EWG stand im Mittelpunkt zweier Gespräche, die Bundeskanzler Willy Brandt nacheinander mit dem italienischen Regierungschef Emilio Colombo und dem britischen Premierminister Edward Heath führte.

  • Fernsehen

    Yoricks gerissene Erben

    Der Trauerhändler sprach sein Beileid aus und verneigte sich tief: vor der Kundin und vor der Allmacht des Todes. Dann bot er der Leidtragenden (wie die Witwe, mitsamt den anderen Hinterbliebenen, im Leichendeutsch heißt) den Stuhl zu seiner Linken an und kam zum Geschäft.

  • Abrüstungskonferenz

    Moskau lenkt ein

    Auf der Genfer Abrüstungskonferenz haben sich die Sowjetunion und die anderen Ostblockstaaten Mitte voriger Woche bereit erklärt, einen Vertrag über ein Verbot biologischer Waffen auszuarbeiten.

  • Der Polin Reiz

    Nicht Gold, sondern irgendein nützliches Erz zu schürfen, kommen die Minenarbeiter mit Familienanhang in das Rinderreich. Und weil sie aus Polen kommen, kommt’s knallhart.

    Von Alexander Rost

  • Passierscheine

    DDR lehnt ab

    Auch in diesem Jahr können die Westberliner die DDR und Ostberlin zu Ostern nicht besuchen. Die DDR lehnte eine Passierscheinregelung ab, weil – wie es hieß – der Berliner Senat „offensichtlich unter Druck von außen ein ersprießliches Resultat der Verhandlungen verhindert“ habe.

  • Nikitas Enten

    Das Buch enthält etwa fünfzig Bruchstücke von Erinnerungen, zuweilen auch nachdenklicher Prosa, die irgendwie Nikita Sergejewitsch Chruschtschow von den Lippen oder aus der Feder geströmt sind.

    Von George F. Kennan

  • Karriere
  • Das Negativ-Modell

    Wir haben uns daran gewöhnt, den deutschen Film gleichzusetzen mit Lümmel-, Kolle-, Heintje und Pornoschnulzen. Es gibt eine gesetzliche Institution, die für ihren Erfolg sorgt: Von jeder verkauften Kinokarte zweigt sie zehn Pfennig ab und gibt den Produzenten dieser Filme, wenn sie innerhalb zweier Jahre 500 000 Mark eingespielt haben, 250 000 Mark für den nächsten Schmarren.

    Von Wolf Donner

  • Kultur
  • Der Drang nach Höherem

    In den letzten Jahren blickten mir fünfzehn „berühmte Gesichter“ von den Seiten unzähliger Zeitungen, Zeitschriften und Prospekte in die Augen – hier in Schwarzweiß, da in lebendigen Farben, dort um einen Tisch gruppiert, ein anderes Mal einzeln, mit der Pfeife im Mund im Studierzimmer oder auch auf einem Streifzug durch ländliches Waldidyll: der künstlerische Beirat der Famous Writers School.

    Von Jessica Mitford

  • Das Rot der frühen Jahre

    Es war wieder viel Verunglücktes, Halbgeglücktes dabei, gutgemeint, aber mäßig oder schlecht realisiert. Dennoch haben selbst diese Filme einen Sinn, kaum einzeln, sondern im Zusammenhang der ganzen Produktion von sechs bis zwölf Monaten.

    Von Peter W. Jansen

  • Das Schreiben ist Frau Müllers Lust

    Frau Elise M. aus München las mir ins Mikrophon: „Ich habe Lust, einfach Lust zum Schreiben. Gedanken, Einfall: durchzucken mich wie Blitze, verstreut, ungebündelt bringe ich sie zu Papier.

  • Vier Historiker und ein Freund Brünings bewerten die Memoiren des Kanzlers (DVA Stuttgart)

    Brüning als Bestseller

    1. Die Memoiren bestätigen, daß die politische Rolle Brünings sehr viel kritischer beurteilt werden muß, als dies in der Populärliteratur wie in der konservativen Historie bis hin zur Brüning-Festschrift von 1967 geschieht.

  • FILMTIPS

    Im Fernsehen: „Die verkaufte Braut“ (1932), von Max Ophüls (West III am 12. April), verfährt mit der Oper nach Belieben. Der Film ist eher subversiv als respektlos, denn er düpiert die Moral derselben Gesellschaft, der die Oper als Genußmittel dient.

  • Ein Herz für die 48er

    Im Jahre 1912 den Plan zu fassen, eine Geschichte der mißglückten Revolution von 1848/49 zu schreiben, verriet bei einem Berufshistoriker im kaiserlichen Deutschland sowohl Naivität als auch Mut: Naivität, weil kein beamteter Historiker glauben durfte, ein solches Unterfangen werde für die Karriere keine Folgen haben, wenn man sich für die Ziele der 1848er einsetze, und Mut, weil die tonangebende Gesellschaftsschicht, deren Vorbild der adelige Reserveoffizier war, diesen „Betriebsunfall“ der preußischen Geschichte verabscheute und die Liberalen die beschämende Erinnerung daran unterdrückten.

    Von Horst Bieber

  • Die überlegenen Dummköpfe

    Einen „komischen Helden“ nannte sich Norman Mailer in seinem Buch „Heere aus der Nacht“; außerdem einen „politischen Ex-Kandidaten, alterndes Enfant terrible der literarischen Welt, weisen Väter von sechs Kindern, radikalen Intellektuellen, Existenzphilosophen, hart arbeitenden Autor, Meister in Obszönitäten, Ehemann von vier streitbaren süßen Frauen und leutseligen Barhocker“.

    Von Wolf Donner

  • Pferde, Reiter

    Zum siebzigsten Geburtstag von Marino Marini hat der Propyläen Verlag eine Graphik-Kassette mit zehn Radierungen herausgebracht.

  • Mit A 16 in Berlin

    Der Wissenschaftsausschuß auf Exkursion – Ein Beispiel oberflächlichen Anschauungsunterrichts

  • Der große Seifensieder

    Die „multinationale Korporation“, das heißt, das in mehreren Staaten produzierende Unternehmen, beschäftigt seit einigen Jahren die Nationalökonomen und Politikwissenschaftler, weil sie die alte, aus der Zeit des Merkantilismus stammende Vorstellung der Nationalwirtschaft, verbunden nur durch den Welthandel, durcheinander bringt.

    Von Richard Schmid.

  • ZEITMOSAIK

    Nach einem langen Gerangel zwischen demNDR (für die ARD) und der Firma Beta (für das ZDF) hat Ende letzter Woche die amerikanische Produktionsgruppe „Children’s Television Workshop“ endgültig dem NDR Hamburg die Bearbeitungsrechte an der Kinder-Fernseh-Serie „Sesame Street“ zugesprochen.

  • Vorspiel Anti-Atomtod

    Gemessen an der Bedeutung und dem zumindest indirekten Einfluß, den die Außerparlamentarische Opposition in der Bundesrepublik gewonnen hat, nimmt es wunder, wie kärglich dieses Thema bisher von der sonst so alerten Politischen Wissenschaft behandelt worden ist.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Unter der schwarzen Fahne

    Wer sich dieser Tage mit der Pariser Kommune befaßt, an der nicht wenige libertäre Sozialisten aktiv teilnähmen, dem erleichtern Neu- und Erstdrucke älterer und – aus unserer distanzierteren Gegenwart – neue Schriften zum Thema Anarchismus die Arbeit.

    Von W. Rosengarten

  • Wer macht wo die Kultur? (II)

    Etwas sparsamer mit Genüssen

    Das Stadtteilbewußtsein ist ausgeprägt in einem Gemeinwesen, das es als verwaltungstechnische Einheit erst seit gut vierzig Jahren gibt, und es soll auch heute noch Leute geben, die ernsthaft der Meinung sind, daß eine gute Wuppertaler Adresse nur eine Elberfelder Adresse sein könne.

  • Lützows stille, verlegene Jagd

    Als man sich 1912/13 in Deutschland anschickte, die Centenar-Feiern der „Befreiungskriege“ mit großem publizistischem Aufwand zu begehen, bestimmten drei Thesen als unangefochtene Grundwahrheiten den historischen Rückblick: Erstens war der Sieg über Napoleon eine Sache Preußens gewesen, das über die richtigen Führer-Persönlichkeiten verfügt hatte; zweitens stand hinter diesen Männern ein in beispielloser Einmütigkeit und Opferwilligkeit geschlossenes Volk; zum dritten endlich war dieses Volk zu seinem Sieg mitbefähigt worden durch verschiedene Reformen zwischen 1807 und 1813, die ein neues Zeitalter verhießen.

  • Flickschusterei

    Dem Kraftmenschen Chruschtschow ist eine saftige Sprache zu eigen. Sein Wortschatz ist bäuerlich und biblisch, er kann sanft sein wie ein Täubchen und falsch wie eine Schlange, mal poltert er, mal schwatzt er nur, er fabuliert oder agitiert.

  • Katechismus für Liberale

    Karl Hermann Flach zählt zu den wenigen in diesem Lande, die den Mut zur Ideologie haben. Neben den radikalen linken Systemkritikern und manchen Konservativen, die ihren Unmut an den herrschenden Zuständen oder an gegenwärtigen Entwicklungen zur politischen Theorie oder doch wenigstens zum prinzipiell eingefärbten Ressentiment hochstilisiert haben, gibt es nicht viele, die Wertvorstellungen in ein politisches Ordnungssystem einbauen können.

    Von Rolf Zundel

  • Zur Verteidigung des Autors N.S. Chruschtschow

    Als ich im vergangenen Herbst die Chruschtschow-Memoiren, wie sie allgemein genannt werden, zu lesen begann, meinte ich, des allgemeine Interesse sei auf die schleierhafte Art, wie sie erworben worden waren, zurückzuführen, und die literarischen und erzählerischen Qualitäten Chruschtschows lägen irgendwo.

  • Kunstkalender

    Die erste deutsche Gonzalez-Ausstellung liegt 14 Jahre zurück, Werner Schmalenbach hatte sie für die Kestner-Gesellschaft organisiert.

  • Ein Kind wird Nazi

    Dieser Satz klingt wie eine Platitüde, und er wäre eine, stünde dahinter nicht das Trauma eines ehrlichen Mannes, der wie viele Angehörige seiner Generation guten Glaubens böser Verführung erlegen war.

    Von Wolfgang Werth

  • Abschaffung der Familie

    Seit den Forschungen von René Spitz und John Bowlby gilt als unumstößliche Gewißheit: nur in der Obhut zärtlicher Mütter könnten kleine Kinder gedeihen.

  • Gespräch mit dem Autor: Hubert Fichte

    Genauigkeit, ein Versteck

    HUBERT FICHTE: Detlev imitiert Mozart, Kleist, den „Frieden“, das „Mammutbaby“, das „Christkind“ und die „Marquise von O.“. Ich imitiere Detlev.

  • VON ZEIT-MITARBEITERN

    Michael Jungblut: „Die Reichen und Superreichen in Deutschland.“ Michael Jungblut, 1937 in Düsseldorf geboren, studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln und Hamburg; seit 1965 gehört er der Wirtschaftsredaktion der ZEIT an.

  • Die ganze Welt ist Studio

    Armand Gatti, heute 47 Jahre alt, hat seit dem Ende der fünfziger Jahre, als er – nach Jahren journalistischer Weltreisen – anfing, fürs Theater zu schreiben, mehr als ein Dutzend großer Stücke vorgelegt.

  • Dokument einer Lebenskrise

    In Ingeborg Bachmanns vor zehn Jahren erschienenem Erzählband „Das dreißigste Jahr“ hieß es von dem Helden der Titelgeschichte: „Er kann nicht mehr unter Menschen leben.

    Von Ingeborg Bachmann

  • Wie man Volkswut in Szene setzt

    Manche Leute in der CSU haben Pech. Wenn beispielsweise ihr Vorsitzender an Prostituierte gerät, dann ziehen die ihm Geld und Führerschein aus der Tasche.

    Von Hellmuth Karasek

  • Kritik der kritischen Vernunft

    Wer auf beschränktem Räume ein philosophisches Werk rezensiert, tut gut daran, zunächst seinen eigenen kritischen Anspruch zu reduzieren und danach einzugestehen, daß er nicht auskommen kann ohne Raffung, Vereinfachung, sogar Vergröberung.

    Von Jean Amery

  • Weltpolitik als Spielfeld

    Wenn aus deutscher Feder ein Buch mit dem verheißungsvollen Untertitel „Theorie und Praxis der internationalen Beziehungen“ erscheint, gilt es, die Ohren zu spitzen.

    Von Gilbert Ziebura

  • Entzauberter Untergrund

    Gabi sucht einen Mann, den sie schnell heiraten kann, damit sie nicht ausgewiesen wird. Sie läßt sich herumreichen, lernt viele Leute kennen, aber ihre „Odyssee durch den Underground“ bleibt erfolglos.

    Von Wolf Donner

  • Abroad • Del extranjero • De l’étranger

    Pendeln zwischen Plus und Minus

    Der Schnee auf den Nordhang-Gletscherpisten des Kitzsteinhorns hat zu dieser Jahreszeit, wenn unten in den Tälern längst Krokusse und Forsythien und Veilchen blühen, eine hinreißende Qualität, Pulver bis Firn, selbst noch um die Mittagszeit, wenn die Sonne unmerklich und darum gefährlich stark ist.

  • Drehscheibe Persien

    Als man in Europa noch kaum vom Fernen Osten wußte und der Ferne Osten die Existenz des europäischen Abendlandes noch nicht zur Kenntnis genommen hatte, schrieb ein zum Islam konvertierter Jude, Wesir eines der mongolischen Ilchane, Raschid ed-Din, eine Universalgeschichte, deren Horizont auch die Geschichte Chinas, Indiens und der Franken, also Europas, umgreift: Darin manifestiert sich nicht nur die zentrale Stellung Persiens um das Jahr 1300, sondern auch die Mittel- und Vermittlerstellung der islamischen Kultur Vorderasiens zu einer Zeit, in der weltumspannende Kommunikation ökonomisch, politisch und kulturell Weltgeschichte als Geschehenszusammenhang heranwachsen läßt.

    Von Friedrich Andrae

  • Rückzug in die Kindheit

    Das Sachbuch verdrängt die Belletristik. Das wissen wir längst; und daß dieses leicht begreifliche und noch leichter nachweisbare Faktum immer aufs neue entdeckt und kommentiert wird, stört mich nicht.

    Von Marcel Reich-Ranicki

  • Neuer Anarchismus, alter Marxismus

    Als Wolfgang Harich 1969 in Enzensbergers „Kursbuch 19“ seinen Beitrag zur Kritik des Anarchismus veröffentlichte, war deutlich, daß dies nicht sein letztes Wort zum Thema bleiben würde.

    Von Christa Dcricum

  • Deutscher Expressionismus in Madrid

    Der Erfolg, den sein Seminar über Bertolt Brecht erzielte, regte das Deutsche Institut von Madrid dazu an, zusammen mit der Real Escuela de Arte Dramático für drei Monate eine Untersuchung über das Theater zu veranstalten.

  • Ein Protest, der lange fällig war

    Kinderbuchautor zu sein, scheint sich allmählich zu lohnen. Es gibt Bestsellerlisten von Kinderbüchern, Filme nach Kinderromanen, steigende Auflagen, einen Bundeskanzler, der weiß, daß es Kinderliteratur gibt, und einen Bundespräsidenten, der Kinderdichter bei sich empfängt, und selbst die Kinderbuchverleger äußern sich nicht mehr nur sorgenvoll, sondern laden selbst Autoren zu Austern ein.

    Von Sybil Gräfin Schönfeldt

  • Gespräch mit dem Autor: Ingeborg Bachmann

    Ich schreibe keine Programm-Musik

    I. B.: Ja, im Buch findet die Figur des Mannes, dieser Ivan, plötzlich ein Blatt von ihr, das überschrieben ist „Todesarten“.

  • DIE NEUE SCHALLPLATTE

    Nicht unbedingt der Stücke, sondern der Stimme wegen und ihrer faszinierenden klanglichen Vermischung mit dem von Barbirolli sensibel gesteuerten Orchester sollte man diese Platte besitzen (wie letztlich jede andere Mahler-Aufnahme mit Frau Baker): ein Mezzosopran, der fast klingt wie ein maskuliner Kontratenor, und der zeigt, wie man heute noch Linien singen kann.

  • Länderspiegel
  • Eine Zeitung und ihre Leser

    Daß Bilder in der Tagespresse zu Leserbriefen animieren, geschieht recht selten. Nicht einmal die Kriegsgreuel in Vietnam sind stark genug, zum Formulieren der eigenen Empörung zu reizen.

    Von Klaus Pepperhoff

  • Hamburg will nicht trauern

    Ungewöhnliches geschieht in der Freien und Hansestadt Hamburg: Der frühere Generalkonsul eines befreundeten Landes, noch kommissarisch im Amt, wird am hellichten Tag in seinen Diensträumen erschossen und sowohl der Senat als auch das diplomatische Korps der Hansestadt weigern sich, formelle Trauer anzuberaumen.

  • Recht in unserer Zeit

    Soldaten, Bürger und Herren

    Soldaten wohnen nicht mehr auf den Kanonen. Das Recht vollzieht das nach. 1969 hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, daß Ehebruch, auch mit der Frau eines Soldaten, nicht ohne weiteres untauglich macht zum Offizier (ZEIT 1969 Nr.

    Von Werner Dolph

  • Bericht aus der DDR:

    Rote Fahne mit schwarzem Flor

    Schon vierzig Minuten kalte Füße – und noch immer ist von der hohen Leiche nichts zu sehen...“ Der alte Arbeiter vom Kabelwerk Oberspree, einst das Stammwerk der AEG, konnte des Beifalls der Spalierbildenden zum Begräbnis von Hermann Matern sicher sein.

    Von Arno Hahnert

  • Politischer Purzelbaum

    Studenten am Institut für Leibesübungen der Universität Hamburg haben schreibend geklagt: „Von den Entwicklungen in den einzelnen Fachwissenschaften wird nur unzureichend Kenntnis genommen und damit auch deren Erkenntnisse nur in Ansätzen für die eigene Erforschung des Gegenstandsbereiches nutzbar gemacht.

  • Lebensart
  • Große Namen in Gefahr

    Der deutsche Weinbau und Weinhandel stehen mitten in einer Revolution. Die im Vorjahr verabschiedete EWG-Weinmarktordnung und das vom Sommer 1971 an gültige neue deutsche Weingesetz schießen im Kreuzfeuer alte, liebgewordene Gewohnheiten und Vorstellungen des Weinfreundes zusammen und ebnen das Gelände hergebrachter Werte und Unwerte gründlich ein.

    Von Ernst Hornickel

  • Freiwillig hier ausziehen? Nein, lieber sterbe ich...

    Das geplante Städtebauförderungsgesetz Ist mehr als ein Wortungetüm und mehr als ein Paragraphen-Monstrum für Experten. Es geht jeden an – auch den sogenannten kleinen Mann.

  • Zwischen Recht und Rechenschaft

    Wie auch immer das Urteil über JürgenBartsch ausfällt – es wird zwangsläufig an der tatsächlichen Frage der Schuld, besser Kinder der Verantwortung für die vier toten Jürgen vorbeigehen.

    Von Paul Mooi

  • SCHERZ, SATIRE & IRONIE

    Eigentlich wollten Wir das Geheimnis mit in die Familiengruft nehmen. Da jedoch dieser Amerikaner die eine Hälfte publik gemacht hat, sollen Sie von Uns die ganze Wahrheit erfahren: Der Zar und seine Familie wurden 1918 nicht umgebracht, das stimmt.

  • Wenn der Kopf kahl wird

    Gert Dörfel ist einer von einer halben Million Toupetträgern in der Bundesrepublik. Diese Zahl, die rapide wächst, beweist nur das: Es ist, auch für Männer, schon nichts Besonderes mehr, fremdes Haar zu tragen.

    Von Tim Kroger

  • Wie sag ich’s dem Bambino?

    Wie sag ich’s meinem Bambino? Wann sag ich’s, und was sag ich? Das beschäftigt endlich auch die italienische Gesellschaft so, daß es darüber zu einer abendfüllenden TV-Debatte kam.

  • Kurzhaar für Langhaarige

    Viele junge Männer schon haben sich eine Perücke mit langem Haar über den Bürstenschnitt gestülpt, nachdem sie es satt hatten, bei jedem Wettstreit um weibliche Gunst von einem langmähnigen Geschlechtsgenossen ausgestochen zu werden.

    Von Friedrich Abel

  • Voller Sorge vor der Zukunft

    Vielen jungen Menschen fällt der vertrauensvolle Blick in die Zukunft schwer. Der wirtschaftliche Aufschwung unseres Staates in den letzten 25 Jahren hat in der Gesellschaft einen unreflektierten Glauben an den Fortschritt geprägt, den viele Angehörige der jungen Generation nicht teilen können.

  • J.M-M:

    Streik und Antistreik – zum Sammeln

    Es wird noch viel von Streiks die Rede sein müssen. Scheint es doch, daß sie mehr und mehr zur Regierungsmethode werden. Denn der Verdacht ist ja nicht abzuweisen, daß nicht so sehr die Regierung regiert als vielmehr jene Instanz, die man so feinsinnig „die Straße“ nennt.

  • Die graue Romantik eines Kriegsschiffes

    Eindrücke, Erinnerungen und Anmerkungen bei Betrachtung des Zerstörers „Rommel“

  • Jugend auf dem Weg zu neuer Moral

    Die Studenten und Schüler demonstrieren nicht mehr. Keine Sitzstreiks. Keine roten Fahnen. Kein Ho-Tschi-Minh-Laufschritt. Man sieht keine Spruchbänder mehr.

  • Leserbriefe
  • Ansichtskarte mit Höllenfarben

    Es gibt Zisternen auf der Insel, jedes Bauernhaus hat seine Zisterne. Und es gibt Ausschwemmungen an den Hängen. Und es gibt.

    Von Karl Maute

  • Sport
  • Eishockey-Weltmeisterschaft

    „Schlagt die Okkupanten!“

    Die Titelkämpfe endeten widersprüchlich: zwar wurde die UdSSR am vergangenen Wochenende in der Schweiz zum elften Male zum Eishockey-Weltmeister gekürt, doch gibt es in Europa mit der ČSSR eine Mannschaft, die besser ist als die der Sowjets.

    Von Günter Deisler

  • Der VfL „Hansi“ und die Nationalmannschaft

    Die bundesdeutsche Hallenhandballspielzeit 1970/71 endete mit einem Paukenschlag; Der VfL Gummersbach holte sich als erster Verein zum drittenmal den „Europapokal der Landesmeister“.

  • unzugeordnet
  • „Wir sehen kleine Vogels überall“

    Seine Hände umspannen das rote Tuch des Rednerpultes. Wie ein Boxer, der hinter der sicheren Deckung seiner Fäuste auf seinen Gegner lauert, ruft.

    Von Sepp Binder

  • Ein „Biafra“ in Asien

    Wurde Scheich Mujibur Rahman ein Opfer seines politischen Sieges in Ostpakistan?

    Von Haug von Kuenheim