Minister Genscher pla nt Gesetz zum Umweltschutz Hundert Mark für eine bessere WeltSeite 2/2
Innenminister Genscher geht freilich ohnedies davon aus, daß die Umweltkosten der Industrie auf die Preise abgewälzt werden. In seinem Umweltpapier kommt er jedenfalls zu dem Ergebnis: „Unter der Annahme, daß sämtliche Investitionen und Betriebskosten über Preise und Abgaben auf die Endverbraucher abgewälzt werden, und unter der Voraussetzung, daß diese Investitionen im Durchschnitt zehn Jahre genutzt werden können, müßte im Jahre 1975 mit Mehrausgaben in Höhe von 100 Mark pro Einwohner und Jahr für eine bessere Umwelt gerechnet werden "
Dafür, daß somit eine vierköpfige Familie mit einem Durchschnittseinkommen von 1000 Mark je Monat künftig rund 400 Mark im Jahr für reine Luft und Wasser zahlen muß, hat der Innenminister auch ein Trostpflaster parat: „Ausländische Kostennutzanalysen lassen erkennen, daß diesen Mehrausgaben Vorteile gegenüberstehen, die Einsparungen bedeuten, zum Beispiel bei den Ausgaben für Gesundheit und Hygiene " Von den Krankenkassen liegen bislang jedoch noch keine Pläne vor, in welcher Höhe sie ab 1975 ihre Beitragsprämien senken wollen.
- Datum 02.07.1971 - 07:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 2.7.1971 Nr. 27
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