Einige Leser fragen, warum die Schweizer Fonds in unserer Tabelle einen so großen Platz einnehmen, obwohl sie in der Bundesrepublik nur wenig bekannt sind. Hier einige der Gründe: Die Mehrzahl der Anteile der 102 Schweizer Investmentfonds ist im Besitz von Ausländern, die in der Schweiz ein Konto haben. Seit dem 1. Februar 1967 unterstehen die Fonds dem Schweizer „Bundesgesetz über die Anlagefonds“ und werden von den Behörden streng kontrolliert. Dennoch verstoßen sie gegen das in der Bundesrepublik geltende Auslandsfondsgesetz. Der Grund: Die Schweizer Banken verwalten ihre eigenen Fonds. Die bei uns vorgeschriebene Trennung von Fondsleitung und Depotbank ist bei den Schweizer Fonds nicht vollzogen.

Die Vorteile für Anleger in Schweizer Fondszertifikaten sind darin begründet, daß die Schweizer Banken eine lange Erfahrung mit Fonds haben. Der 1938 gegründete Amca-Fonds (der in unserer Tabelle den ersten Platz einnimmt) ist heute einer der größten. Die Schweiz gilt als sicherer Vermögenshort. Wer Anteile eines Fonds (brieflich oder direkt bei einer Schweizer Bank) erwirbt, dessen Erträge mindestens zu 80 Prozent aus ausländischen Wertpapieren stammen, braucht außerdem für Kapitalerträge die schweizerische Quellensteuer von 30 Prozent nicht zu zahlen, sondern lediglich die Quellensteuer des Stammlandes der Wertpapiere.

Für die US-Fonds, die bei der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (SEC) registriert sind (17 der wichtigen Fonds sind im unteren Teil unserer Tabelle enthalten), hat eine Studie der Arthur Lipper Corp. über den US-Fonds-Markt ergeben, daß 313 der 526 registrierten SEC-Fonds im vergangenen Jahr einen durchschnittlichen Wertzuwachs von 12,3 Prozent erwirtschaften konnten. Mit 85,5 Prozent Wertsteigerung lag der (nicht in unserer Tabelle aufgeführte) „Nicholas Strong Fund“ auf dem ersten Platz. Vier weitere Fonds schossen über die 50-Prozent-Schwelle hinaus. Ob deutsche Anleger in Zukunft wieder vermehrt auf US-Fonds aufmerksam gemacht werden, hängt nicht zuletzt von der Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen in Berlin ab, das mit seiner Zulassungsprüfung über das steuerliche Schicksal der Fonds entscheidet.

Bisher bestand als einziger SEC-Fonds der Investmentriese „Investment Company of America“ die Prüfung in Berlin. Allerdings erklärte der Präsident der Berliner Behörde, Dr. Günther Dürre, vor einigen Tagen, daß die Prüfung der meisten SEC-Fonds noch nicht eingeleitet oder abgeschlossen sei, da sich die Beamten in der Vergangenheit auf solche Fonds konzentriert hätten, die in ihrem Heimatland ohne staatliche Aufsicht sind. Falls die SEC-Fonds alle gesetzlich geforderten Voraussetzungen erfüllen, ist es möglich, daß sie sich den deutschen Anlagemarkt zurückerobern werden. jfr