Das fünfte in Deutschland, das 62. in der Welt ist das Hotel „Intercontinental“, das in der vergangenen Woche in Hamburg eröffnet wurde. Das Hotel, Baukosten 32 Millionen Mark, hat 300 Zimmer (alle mit Bad, Dusche, Fernsehapparat), deren Preise sich zwischen 60 bnd 92 (Einzelzimmer) beziehungsweise 85 und 117 Mark (Doppelzimmer) bewegen. Dachgarten-Restaurant, Grill, Bar, Gesellschaftsräume, Läden und andere Ingredienzien des modernen Tourismus verstehen sich von selbst bei Objekten dieser Größe – wobei es die wirklichen Touristen erst einzufangen gilt, denn zu 80 Prozent werden sich die Gäste, wie in allen Häusern dieser Preisklasse, aus Geschäftsleuten rekrutieren.

Die bei Hoteliers bekannte und gefürchtete Wochenendflaute hofft man, durch Pauschalangebote abfangen zu können. Die wirklichen Attraktionen des Hauses sind seine Lage (direkt an Hamburgs Binnenmeer, der Alster, und in unmittelbarer Nähe der City) und ein Schwimmbad. Ob Hamburger, die Restaurants und Ballsäle auch ein bißchen füllen helfen sollen, dieses in seiner Inneneinrichtung etwas allzu heftig um hanseatisches Image bemühte Hotel goutieren werden, muß sich noch herausstellen. Amerikaner jedoch werden hier finden, was sie suchen: Hamburg in Hamburg, ohne dessen Straßen betreten und auf den „American way of life“ verzichten zu müssen.

P. K.