Der britische Außenminister Sir Alec Douglas-Home hat seine diplomatische Karriere vor dem Zweiten Weltkrieg begonnen. Aus jener versunkenen Zeit scheint die Vorstellung zu stammen, er könne 15 Juristen und Exkolonialbeamte in Jeeps mit britischer Flagge nach Rhodesien schicken, wo sie fünf Millionen Schwarzen, darunter vielen Analphabeten, ein Abkommen erklären sollen, über dessen wichtigste Passagen nicht einmal der Außenminister selber im reinen ist – nämlich wann denn die versprochene Mehrheitsherrschaft der Eingeborenen Wirklichkeit werden kann: 1980, 2030 oder am St.-Nimmerleins-Tag.

Die Befragung durch die Pearce-Kommission ist eine plebiszitäre Farce in einem Land, dessen Regierung keine Volksabstimmung zuläßt mit dem Hinweis, daß der Bildungsstand vieler seiner Bürger zu niedrig sei. Gerade dafür trägt aber eben diese Regierung die Verantwortung. Ihre Argumentation lautet: Wir müssen in dieser Sache undemokratisch sein, weil wir auch sonst undemokratisch sind.

Die Pearce-Kommission hat dennoch ein ungeschminktes Bild von Rhodesien erhalten. Vierzehn Tote in einer Woche sind schon fast eine nordirische Bilanz. Soweit die Schwarzen überhaupt ihre Meinung vortragen konnten, haben die Abgesandten aus London stets ein Nein gehört. Noch hält die Kommission tapfer aus. Die englische Regierung weiß jedoch, daß Pearce nach der Rückkehr nicht von einer überwältigenden Zustimmung zu dem geplanten Abkommen wird berichten können. Was dann werden soll, weiß die Regierung freilich auch nicht. K.-H. W.