Von Joachim Schwelien

Washington im Januar

Vom Besuch Präsident Nixons in der Volksrepublik China wird viel zu sehen, aber nur wenig zu hören sein. Weder die Chinesen noch die Amerikaner haben den brennenden Wunsch, der Weltöffentlichkeit möglichst viel über die Gespräche mit Mao und Tschu mitzuteilen.

Auf Wunsch der Chinesen ist das Pressegefolge des Präsidenten auf achtzig Personen amerikanischer Nationalität beschränkt worden; nur 25 Berichterstatter gehören der Zeitungspresse an, der Rest sind Kommentatoren und Techniker der amerikanischen Fernsehgesellschaften. Die Zulassung anderer ausländischer Korrespondenten hat sich die Regierung in Peking noch vorbehalten.

Kein diplomatisches Unternehmen der Vereinigten Staaten ist in den vergangenen Jahren mit solcher Geheimhaltung betrieben worden wie dieser Versuch, nach 25 Jahren gegenseitiger Isolierung und Verteufelung ein Arrangement mit der zweiten kommunistischen Großmacht vorzubereiten. Wegen der unerwartet starken Nebenwirkungen bei den asiatischen Verbündeten Amerikas – zumal Japans – und auch wegen des schäumenden Mißtrauens der Sowjetunion liegt jedoch dem Weißen Haus daran, wenigstens schon die Umrisse und Grenzen einer möglichen chinesisch-amerikanischen Entspannung sichtbar zu machen. Es soll nicht der Eindruck entstehen, Amerika verbrenne die Brücken zu alten Bundesgenossen, noch ehe die Brücken zu alten Widersachern geschlagen sind.

Nixon wird bei seinem Februarbesuch in Peking von vier Überlegungen ausgehen:

  • Hauptzweck seiner Reise ist es, die Volks-