Der Rententip

Bundesschatzbriefe bringen bald weniger Zinsen. Wer noch in den Genuß der höher verzinsten Briefe kommen will, muß zugreifen. Der Erwerb ist spesen- und umsatzsteuerfrei. Der Vorteil: Bundesschatzbriefe tragen kein Kursrisiko. Typ A (sechsjährige Laufzeit bei jährlicher Zinszahlung) verzinst sich im ersten Jahr mit 6,5 Prozent und steigert sich um 0,5 Prozent jährlich auf neun Prozent im sechsten Jahr. Typ B erreicht die Spitze von neun Prozent im siebenten Jahr, allerdings werden seine Zinsen nicht jährlich ausgezahlt, sondern erst nach Ablauf des siebenten Jahres mit Zins und Zinseszins. Die Rendite beträgt für Typ A 7,64 Prozent und für Typ B 7,92 Prozent, vorausgesetzt sie werden bis zum jeweiligen Ablauf gehalten. Eine vorzeitige Rückzahlung ist nach dem 31. 12. 1972 bis zum Höchstbetrag von monatlich insgesamt 10 000 Mark je Gläubiger möglich.

Kanadische Reinfalle

Am 10. Januar meldete die Münchener Wirtschafts-Leasing und Anlageberatung AG „Wilag“ Konkurs an. Die Firma verkaufte in erster Linie exotische Minenpapiere, deren Wert nicht feststellbar ist. Im Frühjahr 1971 bot sie die Aktien der kanadischen „Silver Mark Mines“ zu Preisen zwischen 5 und 11,50 Mark zum Verkauf an. Kurze Zeit später setzte die kanadische Börsenkommission in Vancouver den Handel wegen Manipulationen für ein Jahr aus. Ein ähnliches Schicksal wie das der 400 bis 500 Silver-Aktionäre könnte jetzt den Käufern der kanadischen „Caliper Developement Ltd.“ blühen, die in Südamerika an einer Goldmine beteiligt ist. Die Aktie wurde von Wilag-Verkäufern noch kurz vor Weihnachten zu 11,50 Mark pro Stück angeboten. Viele Käufer erhielten ihre Papiere jedoch nicht ausgehändigt, da sie angeblich zwecks Rationalisierung im Sammeldepot einer Schweizer Bank belassen wurden. Was aus den Ansprüchen der Aktionäre wird, ist noch ungewiß.

Vermögen in Silber

In den letzten Jahren hat die Anlage in Silbermünzen an Bedeutung gewonnen. Preissteigerungen von 100 bis 150 Prozent pro Jahr waren keine Seltenheit. Allerdings sind solche Angaben mit Vorsicht zu genießen. Wer eine Münze zu den gestiegenen Preisen verkaufen will, findet nicht immer einen Käufer. Der Grund: Liebhaberpreise geben den tatsächlichen Marktwert dieser Münzen nur selten wieder. Außerdem hängt der Preis stark von der Qualität der Prägung bzw. dem Grad der Erhaltung ab. Mancher trägt jedoch ein kleines „Vermögen“ in der Tasche, ohne es zu wissen. Für ein 50-Pfennig-Stück aus dem Jahre 1950 mit der Aufschrift „Bank deutscher Länder“ zahlen Münzhändler bis zu 50 Mark und für ein 5-Mark-Stück aus dem Jahre 1958 mit dem Zeichen „J“ je nach Qualität zwischen 50 und 100 Mark.