Das Interesse an der Person des Autors hat seine Wurzel in einem Bedürfnis nach Sensation, das mit Literatur überhaupt nichts zu tun hat. Heinrich Böll

Mahalia Jackson

Nach dem „King of Jazz“, Louis Armstrong, ist nun eine mit vollem Recht so genannte „Königin“ aus der gleichen alten New-Orleans-Generation gestorben: Mahalia Jackson. Sie ist sechzig Jahre alt geworden. Ihr Beruf war die religiöse Variante des Jazz, der Gospelsong, über dessen „Ursprung“ sie bei einem Besuch an den heiligen Stätten Jerusalems fand, „daß die ersten Gospel-Sänger die Engel gewesen sind, die hier an dieser Stelle Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen sangen“. In der Tat hat sie immer nur ihren Glauben praktiziert, wenn sie sang. Sie hatte eine schöne, tragende Stimme von außerordentlicher Ausdruckskraft, und man glaubte ihr jedes Wort, das sie sang, und ihre Gefühle: weil Mahalia Jackson nicht unterhalten, sondern etwas verkündigen wollte. Ihre Frömmigkeit war niemals passive Schicksalsergebenheit. Über ihre Beteiligung an der Bürgerrechtsbewegung Martin Luther Kings und am „Marsch auf Washington“ 1963 erzählte sie: „Mir war, als marschiere ich mit einer mächtigen Heerschar, die zur Befreiung gekommen war. Immer wieder mußte ich an das Wort der Bibel denken: ‚Und Völker werden sich erheben...‘ “

Hörspiel-Preisausschreiben

Science-fiction-Liebhaber, die neben fundierten wissenschaftlichen Kenntnissen auch noch eine schriftstellerische Ader haben, können jetzt beides verbinden: Die Wissenschaftsredaktion des Süddeutschen Rundfunks und die Hörspielabteilung des WDR rufen zu einem Preisausschreiben für Science-fiction-Hörspieler auf. Dabei wird auf die Fiktion ebensoviel Wert gelegt wie auf Wissenschaftlichkeit; bekannte Lehren und Grundsätze der Naturwissenschaften und Technik sollen zumindest teilweise „die Handlung nähren“. Nicht umsonst sitzen in der Jury der Direktor eines Max-Planck-Instituts und ein Ordinarius für Biochemie. Drei Preise zwischen 5000 und 2000 Mark sind ausgesetzt. Letzter Einsendetag ist der 31. Juli 1972. Teilnahmebedingungen verschickt die Wissenschaftsredaktion des Süddeutschen Rundfunks, 69 Heidelberg, Schloß-Wolfsbrunnen-Weg 33.

Albert Paris Gütersloh 85

Gütersloh hat ein wechselvolles Leben als Bühnenbildner, Regisseur, Schauspieler und vor allem als Dichter und Maler hinter sich. Neben Gedichten, Essays und Erzählbänden erschienen sechs Romane, von denen vor allem das Monumentalwerk „Sonne und Mond“ Aufsehen erregte. In einer Verbindung von barocker Allegorik und modernem Sprachmanierismus trafen sich der Maler, der Dichter und der theologisch interessierte Philosoph Gütersloh. Als Dichter und als Maler erhielt er viele Auszeichnungen, sein Einfluß auf das Kunstleben der Nachkriegszeit war groß. Als sein bedeutendster literarischer Schüler, wurde. Heimito von Doderer bekannt, aus seiner Meisterklasse an der Akademie der Künste in Wien gingen die bedeutendsten Vertreter der sogenannten „Wiener Schule des magischen Realismus“ wie Ernst Fuchs, Wolfgang Hutter und Erich Brauer hervor. Am 5. Februar wird er 85.