„Der Kriminalroman“

Zur Theorie und Geschichte einer Gattung, herausgegeben von Jochen Vogt; UTB, Wilhelm Fink Verlag, München; Band I 312 S., Band II 318 S., zus. 25,60 DM

Mit dieser Aufsatzsammlung über Edgar Allan Poe und die Folgen – seine 1841 erschienene Erzählung „Doppelmord in der Rue Morgue“ gilt als Geburtsstunde der Detektivgeschichte – wird belegt, daß die „außerliterarische“ Gattung des Krimis, hier durch Selbstzeugnisse bedeutender Autoren (Chesterton, Chandler, Sayers) und durch kritische Essays (Bloch, Kracauer, Heißenbüttel und andere) ernsthaft untersucht, die höheren wissenschaftlichen und literarischen Weihen durchaus nicht in dem Maße entbehrt, in dem sie ihr von Krimi-Ignoranten immer noch abgesprochen werden. Nina Grunenberg

Adalbert Rückerl (Herausgeber): „NS-Prozesse“

Nach 25 Jahren Strafverfolgung: Möglichkeiten – Grenzen – Ergebnisse, Vorwort von Rudolf Schieler; Verlag C. F. Müller, Karlsruhe; 204 S. und Dokumente, 14,80 DM

Denen, die der steten, unbequemen Erinnerungen schon ledig zu sein glauben, denen, die von den staatlich sanktionierten Verbrechen nur flüchtig Kenntnis haben, denen schließlich, die Zeiten nachtrauern, wo angeblich „Ruhe und Ordnung“ herrschten, „durchgegriffen“ wurde – ihnen allen setzt diese Expertenbilanz Maßstäbe, an denen Bewährung und Bewahrung unserer Rechtsordnung gemessen sein wollen.

Karl-Heinz Janßen