Detergenten ohne Phosphat
Waschmittel, die vkeine Phosphate enthalten, biologisch schnell abgebaut werden und für die Verbraucher ungefährlich sein sollen, haben Wissenschaftler des US Landwirtschaftsministeriums entwickelt und mit Erfolg getestet. Das Geheimnis der vielgepriesenen Waschkraft moderner Haushalt Detergentien liegt in den ihnen beigefügten Phosphaten. Doch diese Sub stanzen, die mit den Abwässern in Flüsse und Seen geraten, sind kräftige Nahrung für allerlei Kleinpfl anzen, die insbesondere stehende Gewässer allmählich so sehr überwuchern, daß Fische darin nicht mehr leben können. Um die Seen vor diesem „Erstickungstod" zu bewahren, bemühen sich Chemiker vor allem der Waschmittelindustrie, einen Ersatz für Phosphate zu finden.
Ein solcher Stoff, NTA abgekürzt, schien geradezu ideal für diesen Zweck, aber in Tierversuchen stellte sich heraus, daß die Substanz möglicherweise gesundheitsgefährdend ist. Andere Phosphat Substitute in den Weißmachern erwiesen sich ebenfalls als unbrauchbar. Vielleicht, so hörte man schon Industriechemiker unken, müssen wir wieder zur alten Seife mit airihren Nachteilen zurückkehren.
Jetzt aber brachte Warner Linfield vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium bei einem Vortrag in Chicago die frohe Botschaft, daß ein zu 65 Prozent seifenhaltiges Waschmittel mit einem Bestandteil, der die Bildung von Kalkseifenflocken —! sie entstehen, wenn Seife in hartem Wasser gelöst wird — verhindert, und einem nicht phosphathaltigen „Builder" eine Reihe von Tests hervorragend bestanden habe. Die Formeln für den neuen Weißmacher, der in Abwässern biologisch besser abgebaut werde als der aktive Bestandteil in den meisten gebräuchlichen Haushaltswaschmitteln, sollen am 15, Juni der Industrie zugänglich gemacht werden - - GrN:
- Datum 02.06.1972 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 2.6.1972 Nr. 22
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