Die Macht von Gesetz und Gericht

Ende Februar 1972 sind die letzten Teile der Industrial Relations Act (IRA) in Kraf t getreten, und seit fünf Monaten existiert das Arbeitsgericht, der National Industrial Relations Court (NIRC) mit dem Status eines High Court, eines Oberen Gerichts. Gesetz und Gericht haben folgende prinzipiellen Kompetenzen:

Wenn die Regierung glaubt, ein Streik verursache einen nationalen Notstand, so kann sie beim NIRC die Verfügung einer Abkühlungsperiode oder einer geheimen Abstimmung aller beteiligten Gewerkschafter verlangen.

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Verschiedene Formen von Streiks bilden nach dem Buchstaben des Gesetzes eine sogenannte „unfaire industrielle Praxis": vor allem die Vielzahl (95%) der „wilden" Streiks, die nicht von einer registrierten Gewerkschaft nach dem Zusammenbruch von Verhandlungen angedroht werden, sondern oft wie ein Frühjahrsgewitter ausbrechen. Das Gericht kann aber nicht von sich aus einschreiten, sondern muß vom Arbeitgeber angerufen werden.

Die Gewerkschaft kann das Gericht anrufen, wenn sie von einem Arbeitgeber nicht anerkannt wird. Eine ebenfalls neue Behörde, die Commission on Industriai Relations (CIR), hat beratende Funktion. Auch kann die Trade Union die Errichtung eines „agency shop" verlangen (eines modifizierten „closed shop"), so daß ihr alle im Betrieb Beschäftigten beitreten müssen, falls eine qualifizierte Mehrheit dies wünscht.

Der NIRC ist Appellationsinstanz für die regionalen Industrie Tribunale, die sich vor allem um „unfaire Entlassungen" kümmern.

 
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