Die Zehn im Gleichschritt

Die Aussicht auf den EWG Gipfel im Oktober ist klarer, aber für alle, die sich von ihm eine grundlegende Reform der Gemeinschaftsinstitutionen versprachen, auch weniger verheißungsvoll geworden. Auf dem Luxemburger Treffen der zehn Außenminister hat sich am vergangenen Wochenende erneut gezeigt, daß die meisten Mitgliedsstaaten derzeit andere Interessen haben als das Europaparlament aufzuwerten oder die Kooperation zwischen Kommission und Ministerrat zu verbessern; die Römischen Verträge bleiben vorläufig tabu.

Europa hat andere Sorgen. Fortführung der Wirtschafts- und Währungsunion und Vorbereitung für die gesamteuropäische Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sind die Themen, mit denen sich die Staats- und Regierungschefs der EWG im Herbst beschäftigen sollen.

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Immerhin gilt in Brüssel schon jetzt als sicher, daß die Gemeinschaft vor und während der Sicherheitskonferenz ein Wörtchen mitzureden haben wird. Wenn es um die wirtschafts- und handelspolitischen Fragen geht, für die sie zuständig ist, soll sie das Sagen haben — zwar nicht am Verhandlungstisch, aber als verbindlicher Berater für alle Mitgliedsländer. Getrennt parlieren, aber im europäischen Geiste vereint für die Gemeinschaft plädieren, soll das Motto lauten. Es kommt alles darauf an, daß bei diesem Fortschritt der Gemeinschaft alle Zehn im Gleichschritt bleiben.

 
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