Dema g Dividende auch aus Rücklagen
Tie Aktionäre des größten deutschen Maschi- - nenbau Unternehmens, der Demag in Duisburg, haben die mit 16 Prozent unveränderte Dividende auf das Kapital von 128 Millionen Mark vornehmlich dem Geldbedarf ihrer Gesellschaft zu verdanken. Die schon im Vorjahr fällige Kapitalerhöhung soll jetzt beschlossen werden. Immerhin werden die Aktionäre — schätzungsweise 12 Prozent des Kapitals hält die Familie des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Reuter 7129 Millionen Mark in die Kassen zu zahlen- haben. Vorgesehen ist eine Kapitalerhöhung um 43 Millionen Mark zum Kurs von 300 Prozent. Reuter möchte auch das erhöhte Kapital möglichst mit der gleichen Dividende bedienen, sofern nicht der Blitz einschlägt". Diese Absicht bleibt auch bestehen, falls die konjunkturelle Entwicklung dem Unternehmen, dessen Umsattrendite im abgelaufenen Geschäftsjahr von etwa zwei auf 1 3 Prozent zurückgegangen ist, im laufenden Jahr noch nicht die erhoffte Besserung bringt. Notfalls soll zur Bedienung des erhöhten Kapitals auf die Rücklagen zurückgegriffen werden, weil der Vorstand für 1973 mit einem Aufschwung auch der Erlöse rechnet.
Fraglich bleibt, ob der Umsatzzuwachs in der Bundesrepublik stattfindet. Die Demag hat die Arbeitsteilung verstärkt, bei der das know how aus Duisburg kommt, die Maschinen und Anlagen aber in Japan produziert werden. Im letzten Jahr erreichte das Know how Geschäft bereits einen Umfang von 500 Millionen Mark. Eine entsprechende Produktion hätte das Werk Duisburg für ein volles Jahr ausgelastet.
Allen Gerüchten über ein Engagement eines neuen Großaktionärs, die durch den Anstieg des Börsenkurses um 42 Prozent seit Jahresende genährt wurden, trat Reuter energisch entgegen, Größe allein bringe noch nichts, und — so meinte er — gerade im Maschinenbau sei die Abstimmung einer solchen Aktion notwendig. Bisher aber habe ihn niemand angesprochen, und er habe mit niemandem verhandelt. Für den Kursanstieg machte er eine Spekulation verantwortlich, die auch anderswo bei einzelnen Börsenwerten festzustellen sei mh
- Datum 02.06.1972 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 2.6.1972 Nr. 22
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