Ein schwieriger Monarch

Vor 36 Jahren verzichtete er auf den britischen Thron und heiratete eine geschiedene bürgerliche Amerikanerin. Drei Jahrzehnte lang lebte er im selbstgewählten Exil, ein unfreiwilliger Vorläufer adeligen Jet Sets, ein gefundenes Fressen für die Regenbogenpresse, die mit schamloser Neugier das mustergültige Eheleben des Paares verfolgte. Am vergangenen Wochenende, siebenundsiebzigjährig, starb der Herzog von Windsor in Paris.

Selten hat publizistisches Edelschmalz einen geradlinigen, wenn auch schwierigen Charakter so verzeichnet wie den Ex Monarchen. Edward VIII dankte nicht ab, um eine geschiedene Frau zu heiraten. Er heiratete, als er sich an einer verkrusteten konservativen Oberschicht wund gestoßen hatte, die ihm weder seine Sorge um die Slums und die Arbeitslosen im England des Jahres 1936 verzeihen wollte, noch bereit war, seine Kritik an ihrer Selbstgefälligkeit hinzunehmen. Er war ein schwieriger König, weil er in seinem Tatendrang die Grenzen der Monarchie zu sprengen suchte (freilich auch ein Mann, der unangebrachte Sympathien für die faschistischen Bewegungen jener Jahre zeigte, mit denen ihn nicht Überzeugungen, sondern, ein Gefühl verband: daß ein sozialer Umbruch nötig sei. Churchill trat für ihn ein, aber der anglikanischen Kirche und der konservativen Regierung war solch ein Monarch zu modern. Als er schied, demonstrierten Kommunisten und Faschisten gemeinsam für ihn. Seine Nichte Elizabeth II sorgte jetzt für ein königliches Begräbnis — in Schloß Windsor. H. B.

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