FILMTIPS
Hervorragend:
Hervorragend:
„Macunaima", von Joaquim Pedro de Andrade. land 1954), von Joseph Losey (Bayern III2. Juni) eröffnet in den Programmen des Fernsehens ein jegelrechtes Losey Festival. Auf den allenfalls schon filmhistorisch interessanten „Sleeping Tiger" — einer von drei Filmen minderen Budgets, die Losey, vom McCarthy Ausschuß verfolgt, unter Pseudonym drehte; aber es war seine erste Begegnung mit Dirk Bogarde! — folgen „Der Mittler" (ARD 6. Juni) und „Zwischenfall in Oxford" (ARD 8. Juni) und im ARD Programm später weitere Loseys aus den letzten Jahren. Losey hat das Melodram im K<no zu hoher Periektion geführt. Seine Grunddeen sind fast immer Kolportage, es sind Illustriertenplots, denen er jedoch durch Hartnäckigkeit der Charakteranalysen, Aufdringlichkeit des Dekors und eine fast exaltierte Bildführung Grundmuster der Gewalt und der Herrschaft von Vorurteilen abgewinnt. PWJ „Amerika" (USA 1924), von David Wark Griffith (West III 3. Juni), ist eines der wenig bekannten der unzähligen Werke des großen Naiven, der als Vater des amerikanischen Kinos gilt. Der Film ist eine Fortsetzung des berühmten „Birth of a Nation", ein großes Panorama der Revolution, ein Werk, das notwendigerweise hinter seinem Anspruch zurückblieb, aber mit genialen technischen Erfindungen Maßstäbe des Kinos setzte. PWJ „Nana" (Frankreich 1926), von Jean Renoir (Bayern III 3. Juni) „Tisch und Bett" (Frankreich 1970), von Fran9ois Truffaut (Bayern III 4. Juni) „Dracula" (USA 1931), von Tod Browning (Hessen III 8. Juni).
Sehenswert:
„SaccoundVanzetti" von Giuliano Montaldo. Curtis Bernhardt (Hessen III 2. Juni) „Einfach wunderbar!" (USA 1949), von David Butler (West III 2. Juni) „Schieß zurück, Cowboy" (USA 1958), von Henry Hathaway (ARD 3. Juni). „Yan Diga" (NigerFrankreich 196870), von Serge Henri Moati (Südwest III 3. Juni) „Der Prozeß" (FrankreichDeutschlandItalien 1962), von Orson Welles (ZDF 5. Juni) „Das Schloß" (BRD 1971), von Rudolf Noelte (ZDF 7. Juni). Annehmbar:
„Ständig in Angst", von Boris Sagal. Trotz , Entspannungspolitik tobt auf der Leinwand der west östliche Agentenkrieg weiter. Ein amerikanischer Spezialist für Gehirnverpflanzung spritzt s ich die Hirnsubstanz eines aus der Sowjetunion entführten Wissenschaftlers ein, den die Russen im letzten Augenblick noch erschießen konnten. Langsam beginnt er, sich an die Erinnerung des anderen zu erinnern. Die ausgezeichnete Story nach dem Roman von Curt Siodmak, hat Boris Sagal nur mäßig spannend inszeniert. Am besten sind die optisch sehr reizvollen, fast experimentell gefilmten Erinnerungsversuche. HPK „Ben und Charlie", von Michele Lupo „Die dummen Streiche der Reichen", von Gerard Oury „Macbeth", von Roman Polanski „Vier schräge Vögel", von Peter Yates.
Fragwürdig:
„Tokugäwa III — Im Rausch der Sinne", von Teruo Ishi. Bunte Monströsitätenschau aus dem alten Japan. Bekümmert kommentiert ein junger Arzt in drei Episoden die absonderlichen Sexualgewohnheiten seiner lüsternen Landsleute. Höhepunkt: ein degenerierter Feudalfürst läßt eine Stiertrarde auf eine Truppe Tänzerinnen los. Regisseur Ishi hat das gesellschaftskritisch garnierte Machwerk mit kunstgewerblichem Ehrgeiz inszeniert. H CB „Wen die Meute hetzt", von Richard Fleischer. „Why", von Phyllis und Eberhard Kronhausen. „Der letzte kam durch", von Valentinö Orsini. Ärgerlich:
- Datum 02.06.1972 - 07:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 2.6.1972 Nr. 22
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