Börsen-Report Furcht vor der Dollar-Krise

Auf den deutschen Aktienmärkten wartet man auf die Ausländer. Nur durch Zufluß neuer Liquidität kann die Hausse wieder in Gang gesetzt werden. Danach sieht es zur Zeit nicht aus. Es fließt zwar ausländisches Geld in deutsche Papiere, aber vorwiegend in die auf Mark lautenden Auslandsanleihen. Immer deutlicher zeichnet sich ab, daß die Käufer dieser Papiere nicht so sehr den Zins als das wichtigste Anlagekriterium ansehen, sondern die Tatsache, in Mark engagiert zu sein. Hier zeigen sich die ersten Ansätze einer neuen Spekulation gegen den Dollar — hervorgerufen durch die Gold Hausse. Am Rentenmarkt ist die 7 84prozentige BahnAnleihe — wie erwartet — voll untergebracht worden, meist im privaten Publikum und bei solchen Stellen, die „mündelsichere" Papiere für die Anlage brauchen. Bei der 7 84prozentigen Anleihe der Stadt Stuttgart sind die Konditionen leicht verbessert worden. Offiziell wird dies mit der unterschiedlichen Bonität der beiden Emittenten begründet. Dabei bleibt allerdings rätselhaft, warum die Bonität eines staatlichen Unternehmens mit chronischem Defizit besser sein sollte als die einer in geordneten Verhältnissen lebenden Stadt. Offenbar wird die Bundesgarantie bei der Bahn als Pluspunkt gewertet.

Nach Stuttgart wird jetzt Hamburg eine Anleihe auflegen; danach folgt das Land Hessen. Außerdem wird der Plan einer Bundesanleihe diskutiert, die jene Beträge aufsaugen soll, die aus der Rückzahlung des Konjunkturzuschlages fließen werden. Bei dieser Anleihe denkt man in Bonn an einen Zinssatz von nur 7Vs Prozent. Gleichzeitig begeben deutsche Städte Schuldscheindarlehen, die den Großanlegern Renditen bis zu 8 5 Prozent bieten. K. W.

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