VDF contra Genscher
Die Fluglotsen beharren auf ihren Forderungen Hamburg
" - Hansjoachim Klinke, Sprecher des „Verbandes Deutscher Flugleiter"
(VDF), meinte in sanfter Untertreibung: „Mit einem Abflauen des Dienstes nach Vorschrift ist kaum zu rechnen "
Die Flugleiter fühlen sich „verschaukelt"; die Minister Genscher und Schiller sind die Buhmänner; ihr oberster Dienstherr, Verkehrsminister Leber, steht zwar anders als im Vorjahr auf ihrer Seite, ist aber mit seinen Vorschlägen von seinen Kabinetts Kollegen abgeschmettert. Da nützt es wenig, daß Verkehrsministerium, Piloten und die Bundesanstalt für Flugsicherung ausdrücklich oder stillschweigend Partei der Lotsen ergriffen haben.
Worum geht es? Nach der Vorjahresaktion „Dienst nach Vorschrift" hatte Minister Leber die Bildung von zwei Kommissionen unter Vorsitz von Willy H. Schlieker bekanntgegeben und den Weg zu einem — wie es die Lotsen sehen — „Burgfrieden" geschaffen.
Kommission II legte dem Minister im November 1971 ein neues Laufbahnund Ausbildungskonzept vor, das längst nicht alle Reformwünsche der Lotsen verwirklichte, „aber von den Flugleitern in ihrer überwiegenden Mehrzahl als gerade noch akzeptabel bezeichnet wurde" (Verbandsmitteilung vom 19.
Mai). Kern des Programmes war eine Anhebung der Besoldungs Eingangsgruppe der Flugsicherungslotsen von A9 auf All (von rund 1670 Mark auf 2150 Mark).
Genscher winkte, mit Blick auf mögliche Forderungen aus der Beamtenschaft, im Ton vielleicht etwas zu drastisch ab. Er verstand sich nur zu verbesserten Zulagen von 155 bis 200 Mark pro Monat je nach Besoldungsgruppe.
- Datum 02.06.1972 - 07:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 2.6.1972 Nr. 22
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