VON ZEIT-MITARBEITERN

vor dem Ersten Weltkrieg zu den bekanntesten deutschen Journalisten und galt weithin als Wortführer eines „liberalen Imperialismus". Bieber geht der Frage nach, welche Hältung Rohrbach der Republik gegenüber einnahm. An Hand der außenpolitischen Publizistik von 1918 bis 1935 weist er nach, daß die Zielvorstellungen — Machtpolitik, Weltvormachtstellung — unverändert geblieben waren. Die Unfähigkeit der Republik, diesen Vorstellungen zu genügen, führte — streng im Sinne eines „Primats der Außenpolitik" - zur grundsätzlichen Kritik am Parlamentarismus, die neukonservative und quasi wissenschaftliche Begriffe der Eugenik aufnahm. Unter dem Deckmantel einer sozialen Reform wurde aber gleichzeitig die Einführung eines ständischen Systems propagiert, das die Vorherrschaft des „gebildeten Mittelstandes" sichern sollte, dem sich Rohrbach selber zurechnete. Der Publizist Rohrbach entpuppte sich dabei als typischer Vertreter einer Haltung, die Bieber „distanziert" nennt: Ohne den Bestand der Republik direkt in Frage zu stellen, wurde sie mit Maßstäben des Kaiserreichs gemessen und abgeurteilt (Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung 16, Verlag Dokumentation, München PullachBerlin; 270 S„ 24 80 DM)

 
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