• DIE ZEIT: Jahrgang 1972

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1972/01

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    • Start am Suez

      Zur Jahreswende haben die Gegner im Nahostkonflikt Bilanz gezogen. Und so unterschiedlich die Inventur auch ausfiel, das Endresultat war dasselbe: Ein neuer Krieg lohnt sich für keinen.

    • Muß man auf Gangster schießen?

      Es nahm sich aus wie ein kriminalistischer Blitzsieg zum Jahreswechsel. Innerhalb vierundzwanzig Stunden vor Silvester waren das Bankräubertrio von Köln im Saarland gefaßt und ein Düsseldorfer Advokat als mutmaßlicher, inzwischen geständiger Haupttäter beim Millionen-Kidnapping des Essener Kaufmanns Theo Albrecht in Mexiko dingfest gemacht worden.

  • Ausgabe 1972/02

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    • Die Last der Unabhängigkeit

      Der erste Nationalheld der neuen Nation ist heimgekehrt: Nach neunmonatigem Zwangsaufenthalt in Westpakistan wurde Scheich Mujibur Rahman mit überbordendem Jubel empfangen.

    • Seelen-Sumser

      Die Jugend hat es ihr angetan. Mit ihrem Deutschland-Magazin will die rechtskonservative Deutschland-Stiftung, ein reaktionärer Club gegen „sittliche und politische Anarchie“, den „Boden einer soldatischen Generation“ bereiten und die „gesunden Instinkte“ der deutschen Jungbürger mobilisieren.

  • Ausgabe 1972/03

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    • Böller gegen Böll

      Der Heinrich, vor dem es den Deutschen laut Willen der Springer-Zeitungen und des ZDF-Löwenthal-Magazins grausen soll, heißt Böll.

    • Gute Reise nach Karlsruhe

      Paragraphen-Deutung ist kein Ersatz für Politik – Widersprechen die Ostverträge dem Verfassungsziel?

  • Ausgabe 1972/04

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    • Zukunft zu zehnt

      Die Erweiterung der EWG zur Zehnergemeinschaft hat keinen geringeren historischen Rang als die ursprüngliche Gründung des Sechserverbundes.

    • Kronzeuge Havemann

      Als „guter Bürger des ersten sozialistischen deutschen Staates und treuer Kämpfer für die Sache des Kommunismus“ ist dieser Tage ein Mann bezeichnet worden, dem solche Titel gerade in jener DDR verweigert werden, als deren Gewissen er sich fühlt: Robert Havemann.

  • Ausgabe 1972/05

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    • Sprache, Staat und Bürgerrecht

      Der Schriftsteller Heinrich Böll hat in seiner Kontroverse mit dem nordrhein-westfälischen Bundesratsminister und früheren Strafverteidiger Diether Posser über die Bewertung der Baader-Meinhof-Gruppe eine bestürzende Tatsache konstatiert: Für ihn, Böll, hätten Worte wie „verfolgt“, „Gnade“ und „Kriminalität“ andere Dimensionen, als sie notwendigerweise für einen Beamten, Juristen, Minister und auch für Polizeibeamte haben.

    • Schmutziger Schnee

      Drei Tage, bevor die Marschmusik zum eiskalten Defilee der Nationen im Makamanai-Stadion von Sapporo ertönte, waren die Olympischen Winterspiele bereits mit einem dröhnenden Paukenschlag eröffnet worden.

  • Ausgabe 1972/06

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    • Was Erhard einst versäumte...

      Selten sind einem emeritierten Politiker so viele Ehren zuteil geworden wie in der vorigen Woche Ludwig Erhard, dem Vater des Wirtschaftswunders.

    • Entspannung als Einbahnstraße?

      Ein Gespenst geht um im Ostblock: das Gespenst der Entspannung. Um die neuen, anscheinend ansteckenden Geister gesamteuropäischer Toleranz zu bannen, werden die alten Geister kommunistischer Intoleranz und Abkapselung beschworen.

  • Ausgabe 1972/07

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    • Notwendiger Kompromiß

      Die Bundesregierung hat mit ihrem Entwurf zur Reform des Strafgesetzparagraphen 218 eine Lösung gefunden, die niemanden befriedigt.

    • Gespaltene Zunge

      Die Opposition führt ihren Kampf gegen die Ostverträge mit gespaltener Zunge. Draußen im Lande heizt sie die Emotionen an. Im baden-württembergischen Landtagswahlkampf argumentiert sie so, als gelte es, vor allem die NPD-Stimmen zu gewinnen.

  • Ausgabe 1972/08

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    • Neuer Posten für Rush

      Am vergangenen Sonntag hat ein Mann die Bundesrepublik verlassen, dem mehr als irgendeinem anderen einzelnen das Zustandekommen des Berlin-Abkommens zu danken ist: Kenneth Rush – bis zur vorigen Woche US-Botschafter in Bonn, seit dieser Woche stellvertretender Verteidigungsminister in Washington.

    • Pekinger Puzzle

      Selbst langgedienten. China-Beobachtern muß es die Sprache verschlagen haben: Die chinesischen Regierungsmitglieder empfangen Richard danach mit fast beleidigender Kühle, und kurz danach gewährt ihm, vorzeitig und protokollsprengend, der gottähnliche Vorsitzende Mao eine Audienz; aus dem Volk der 700 Millionen finden sich nicht einmal ein paar Dutzend Menschen, um den Präsidenten in den Straßen der Hauptstadt zu begrüßen, aber am Tag darauf stehen die Chinesen in Schlangen vor den Kiosken, um die Pekinger Volkszeitung mit ausführlichen Berichten über Nixons Besuch zu kaufen.

  • Ausgabe 1972/09

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    • Recht auf Irrtum

      Wenige neue Argumente, dafür aber viele alte Zitate brachte die Bundestagsdebatte über die Ostverträge. Die Fülle der einen sollte den Mangel am anderen überdecken, die Meinung von gestern und vorgestern die Meinung von heute entkräften.

    • Hupkas Frontwechsel

      Herbert Hupka, seit 1969 Bundestagsabgeordneter der SPD, hat seine Partei verlassen und wird Mitglied der CDU/CSU-Fraktion. Er ist nach dem Berliner Abgeordneten Klaus-Peter Schulz der zweite Bonner SPD-Abgeordnete, der aus Protest gegen die Ostpolitik die parlamentarischen Fronten gewechselt hat.

  • Ausgabe 1972/10

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    • Neuwahlen vor der Tür?

      In der letzten Woche ist das bisher schwerste Krisengewitter über die Bonner Koalition hinweggegangen. Sie hat es noch einmal überstanden, aber nicht ohne Schaden.

    • Breda – danach

      Im Grunde genommen ist jedes Wort eines Deutschen zum Schicksal der „Drei von Breda“ ein Wort zuviel. Uns steht es zuletzt an, darüber zu rechten, ob die drei Judenmörder nach 27 Jahren Haft Barmherzigkeit verdient haben – Barmherzigkeit ihrer Opfer, von denen noch 30 000 in den Niederlanden überleben.

  • Ausgabe 1972/11

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    • Die Last des „Nein“

      Kürzlich seufzte ein höherer Funktionär aus einem kommunistischen Nachbarlande: „Wenn nur die Schriftsteller sich nicht in die Politik einmischen wollten!“ Unverständnis auf unserer Seite: „Mahner hat doch schließlich jeder nötig?“ Nach der Lektüre von Hans-Joachim Schoeps Buchankündigung in der Geistigen Welt vom letzten Sonnabend bringt man jedoch schon sehr viel mehr Verständnis für jenen Standpunkt auf.

    • Kairo als Schrittmacher

      Es sah wie eine konzertierte Aktion aus: Von Teheran aus versprach Bundeskanzler Brandt in seinem ersten Interview für die offizielle ägyptische Nachrichtenagentur Bonns und Europas Hilfe bei der Friedenssuche in Nahost; schon eine Woche darauf gab die Arabische Liga ihren Mitgliedsländern den Weg frei zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit der Bundesrepublik.

  • Ausgabe 1972/12

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    • Machens’ Fall

      Die Geologen der hannoverschen Bundesanstalt für Bodenforschung sind bei ihrem neuen Präsidenten nicht auf Granit gestoßen: In dieser Woche ging Professor Eberhard Machens, kaum vierzehn Tage im Amt, für unbestimmte Zeit in den Urlaub.

    • Moral des Staatsanwalts

      Der Düsseldorfer Gattenmord-Prozeß gegen „Minouche“ Schubert wird eher in die Justiz- als in die Rechtsgeschichte eingehen. Er gehört zu den Strafverfahren, in denen das Ergebnis hinter den Verlauf zurücktritt und die deshalb mehr zur Selbsterkenntnis der Juristen als zum Verständnis des Verbrechens beitragen.

  • Ausgabe 1972/13

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    • Wer hat Angst vor Ideologien?

      Trotz des harten politischen Kampfes in der Bundesrepublik gibt es eine Übereinstimmung zwischen den Parteien, die in der Regel in einem Verdammungsurteil zum Ausdruck kommt: Ideologien verderben die Politik.

    • Griechische Reise

      War es richtig, daß Günter Grass nach Griechenland gefahren ist? Nein, sagen die einen, denn nun dient er dem Regime als Alibi.

  • Ausgabe 1972/14

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    • Gewalt-Justiz

      Der türkische Ministerpräsident Erim hat seinen Amtskollegen Heath in London und Trudeau in Kanada nach der Ermordung der drei entführten Radartechniker durch türkische Terroristen kondoliert: Die „treuen Diener unseres gemeinsamen Verteidigungssystems“ seien „unbarmherzigen Desperados“ zum Opfer gefallen, die seine – Erims – Regierung „mit Stumpf und Stiel ausrotten“ werde.

    • Schock für Nixon

      General Giap, der Sieger von Dien Bien Phu und der Organisator der Tet-Offensive von 1968, hat ein neues Meisterstück geliefert: Genau an der Stelle, wo seine Gegner die Frühjahrsoffensive 1972 erwartet hatten, schlug er abermals zu – aber zu einem gänzlich unerwarteten Zeitpunkt und mit unvorstellbarer Wucht.

  • Ausgabe 1972/15

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    • Bonner Bote

      Niemand wäre geeigneter als der ehemalige Außenminister, dessen objektive, politisch seriöse, menschlich faire Haltung die beste Gewähr dafür bietet, daß dies kein Husarenritt der Opposition wird, sondern eine ernsthafte Erkundungsreise.

    • Vogel-frei

      Vor einem Jahr noch hatte er mit der Kraft seiner Popularität und rhetorischer Wucht einen Damm gegen die Linksdrift seiner Partei errichtet.

  • Ausgabe 1972/16

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    • Zusage in Sofia

      Erich Honeckers achttägiger Aufenthalt in Moskau hat sich für die Bundesrepublik anscheinend gelohnt. Seine Mitteilung in Sofia, die DDR werde „nach der Ratifizierung“ der Verträge von Moskau und Warschau durch den Bundestag „in einen Meinungsaustausch über die Herstellung normaler Beziehungen“ zu Bonn eintreten und „die hierfür erforderlichen völkerrechtsmäßigen Vereinbarungen“ treffen, macht klar: Wenn es überhaupt innerdeutsche Fortschritte geben soll, werden sie nur über den Moskauer Vertrag möglich sein.

    • Gast in Windsor

      Das Bild ist noch unvergessen: Theodor Heuss, von Oxforder Studenten, Hände in den Hosentaschen, skeptisch betrachtet wie ein Wesen von einem feindlichen Stern.

  • Ausgabe 1972/17

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    • Sitzenbleiben – Geradestehen?

      Aus zwei Übeltaten entsteht nichts Gutes, sagt ein altes englisches Sprichwort: „Two blacks don’t make a white.“ Der Spruch läßt sich mühelos auf den ersten Fall eines parlamentarischen Mißtrauensvotums in der Geschichte der Bundesrepublik anwenden.

    • Zukunft in kleinen Schritten

      ser gesagt in der Wirtschaftspolitik. Ob die Arbeitsplätze sicher sind, wie hoch die Preise steigen, ob höhere Steuern drohen, wie die Rentenversicherung verbessert werden kann – dies und manches andere berührt die meisten Wähler unmittelbarer als eine noch so bedeutsame außenpolitische Entscheidung.

  • Ausgabe 1972/18

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    • Weiter zum Gipfel

      Gipfelbegegnungen von US-Präsidenten mit den Kremlführern stehen unter keinem guten Stern. Schon zweimal haben internationale Krisen die Planung des Weißen Hauses überrollt: Nach dem Abschuß eines US-Spionageflugzeuges über Sibirien platzte im Mai 1960 die Pariser Viermächtekonferenz; damals zerschlugen sich Eisenhowers Hoffnungen auf eine Kremlvisite.

    • Bonn ist doch nicht Weimar

      Viel, hätte nicht gefehlt – nur zwei Stimmen –, dann wäre der 1. Mai mit seinen vielfältigen Kundgebungen zu einem Tag bürgerkriegsähnlicher Zustände geworden; dann nämlich, wenn das konstruktive Mißtrauensvotum durchgekommen wäre.

  • Ausgabe 1972/19

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    • Fehlgeschlagen

      Staatspräsident Pompidou hat sich während seines Besuches bei Frankreichs „kleinem Verwandten“, in Luxemburg, als überzeugter Europäer hören lassen.

    • Nixon in Not

      Ein Gespenst geht um im Weißen Haus: das Gespenst von Dünkirchen. Wie 1940, als Frankreich binnen weniger Wochen zusammenbrach, die Soldaten des britischen Expeditionskorps nur ihre Haut zu retten vermochten, so stellen sich die noch in Südvietnam verbliebenen 64 000 Amerikaner auf die Eventualität eines überstürzten Rückzuges ein.

  • Ausgabe 1972/20

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    • Ja zu Europa

      Während im Londoner Unterhaus weiter über die Anpassungsgesetze zum EWG-Beitritt debattiert wird und in Norwegen und Dänemark der Weg in die Gemeinschaft noch längst nicht freigegeben ist, haben die Iren bei einem Referendum ihre Entscheidung getroffen.

    • Jenseits des Kleingedruckten

      Wie wird es in der Innen- und Außenpolitik nach der Ratifizierung der Ostverträge weitergehen?