• DIE ZEIT: Jahrgang 1972

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1972/01

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    • Start am Suez

      Zur Jahreswende haben die Gegner im Nahostkonflikt Bilanz gezogen. Und so unterschiedlich die Inventur auch ausfiel, das Endresultat war dasselbe: Ein neuer Krieg lohnt sich für keinen.

    • Darf man nein sagen?

      Das alte Jahr endete mit dem Streit zweier großer Zeitungen, in dem sich die beherrschende Kontroverse der deutschen Politik im Jahre 1971 abzeichnete.

  • Ausgabe 1972/02

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    • Die Last der Unabhängigkeit

      Der erste Nationalheld der neuen Nation ist heimgekehrt: Nach neunmonatigem Zwangsaufenthalt in Westpakistan wurde Scheich Mujibur Rahman mit überbordendem Jubel empfangen.

    • Trommelfeuer mit Platzpatronen

      Die Schlachtordnung liegt fest, das Feldgeschrei ist angestimmt. Diese Woche beginnt im Bundesrat die parlamentarische Behandlung der Ostverträge.

  • Ausgabe 1972/03

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    • Böller gegen Böll

      Der Heinrich, vor dem es den Deutschen laut Willen der Springer-Zeitungen und des ZDF-Löwenthal-Magazins grausen soll, heißt Böll.

    • Gute Reise nach Karlsruhe

      Paragraphen-Deutung ist kein Ersatz für Politik – Widersprechen die Ostverträge dem Verfassungsziel?

  • Ausgabe 1972/04

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    • Kronzeuge Havemann

      Als „guter Bürger des ersten sozialistischen deutschen Staates und treuer Kämpfer für die Sache des Kommunismus“ ist dieser Tage ein Mann bezeichnet worden, dem solche Titel gerade in jener DDR verweigert werden, als deren Gewissen er sich fühlt: Robert Havemann.

    • Schrübbers Fall

      Der Sachverhalt ist eindeutig: Hubert Schrübbers, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, war im Dritten Reich Ankläger in politischen Strafverfahren.

  • Ausgabe 1972/05

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    • Schmutziger Schnee

      Drei Tage, bevor die Marschmusik zum eiskalten Defilee der Nationen im Makamanai-Stadion von Sapporo ertönte, waren die Olympischen Winterspiele bereits mit einem dröhnenden Paukenschlag eröffnet worden.

    • Neues Kapitel

      Die Normalisierung im Verhältnis zwischen Israel und der Bundesrepublik macht Fortschritte. Außenminister Scheel hat im vergangenen Juli als Staatsgast den Anfang gemacht; nun wird ihm Bundeskanzler Brandt folgen.

  • Ausgabe 1972/06

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    • Was Erhard einst versäumte...

      Selten sind einem emeritierten Politiker so viele Ehren zuteil geworden wie in der vorigen Woche Ludwig Erhard, dem Vater des Wirtschaftswunders.

    • Entspannung als Einbahnstraße?

      Ein Gespenst geht um im Ostblock: das Gespenst der Entspannung. Um die neuen, anscheinend ansteckenden Geister gesamteuropäischer Toleranz zu bannen, werden die alten Geister kommunistischer Intoleranz und Abkapselung beschworen.

  • Ausgabe 1972/07

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    • Notwendiger Kompromiß

      Die Bundesregierung hat mit ihrem Entwurf zur Reform des Strafgesetzparagraphen 218 eine Lösung gefunden, die niemanden befriedigt.

    • Gespaltene Zunge

      Die Opposition führt ihren Kampf gegen die Ostverträge mit gespaltener Zunge. Draußen im Lande heizt sie die Emotionen an. Im baden-württembergischen Landtagswahlkampf argumentiert sie so, als gelte es, vor allem die NPD-Stimmen zu gewinnen.

  • Ausgabe 1972/08

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    • Pekinger Puzzle

      Selbst langgedienten. China-Beobachtern muß es die Sprache verschlagen haben: Die chinesischen Regierungsmitglieder empfangen Richard danach mit fast beleidigender Kühle, und kurz danach gewährt ihm, vorzeitig und protokollsprengend, der gottähnliche Vorsitzende Mao eine Audienz; aus dem Volk der 700 Millionen finden sich nicht einmal ein paar Dutzend Menschen, um den Präsidenten in den Straßen der Hauptstadt zu begrüßen, aber am Tag darauf stehen die Chinesen in Schlangen vor den Kiosken, um die Pekinger Volkszeitung mit ausführlichen Berichten über Nixons Besuch zu kaufen.

    • Neuer Posten für Rush

      Am vergangenen Sonntag hat ein Mann die Bundesrepublik verlassen, dem mehr als irgendeinem anderen einzelnen das Zustandekommen des Berlin-Abkommens zu danken ist: Kenneth Rush – bis zur vorigen Woche US-Botschafter in Bonn, seit dieser Woche stellvertretender Verteidigungsminister in Washington.

  • Ausgabe 1972/09

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    • Hupkas Frontwechsel

      Herbert Hupka, seit 1969 Bundestagsabgeordneter der SPD, hat seine Partei verlassen und wird Mitglied der CDU/CSU-Fraktion. Er ist nach dem Berliner Abgeordneten Klaus-Peter Schulz der zweite Bonner SPD-Abgeordnete, der aus Protest gegen die Ostpolitik die parlamentarischen Fronten gewechselt hat.

    • Recht auf Irrtum

      Wenige neue Argumente, dafür aber viele alte Zitate brachte die Bundestagsdebatte über die Ostverträge. Die Fülle der einen sollte den Mangel am anderen überdecken, die Meinung von gestern und vorgestern die Meinung von heute entkräften.

  • Ausgabe 1972/10

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    • Neuwahlen vor der Tür?

      In der letzten Woche ist das bisher schwerste Krisengewitter über die Bonner Koalition hinweggegangen. Sie hat es noch einmal überstanden, aber nicht ohne Schaden.

    • Breda – danach

      Im Grunde genommen ist jedes Wort eines Deutschen zum Schicksal der „Drei von Breda“ ein Wort zuviel. Uns steht es zuletzt an, darüber zu rechten, ob die drei Judenmörder nach 27 Jahren Haft Barmherzigkeit verdient haben – Barmherzigkeit ihrer Opfer, von denen noch 30 000 in den Niederlanden überleben.

  • Ausgabe 1972/11

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    • Die Last des „Nein“

      Kürzlich seufzte ein höherer Funktionär aus einem kommunistischen Nachbarlande: „Wenn nur die Schriftsteller sich nicht in die Politik einmischen wollten!“ Unverständnis auf unserer Seite: „Mahner hat doch schließlich jeder nötig?“ Nach der Lektüre von Hans-Joachim Schoeps Buchankündigung in der Geistigen Welt vom letzten Sonnabend bringt man jedoch schon sehr viel mehr Verständnis für jenen Standpunkt auf.

    • Kairo als Schrittmacher

      Es sah wie eine konzertierte Aktion aus: Von Teheran aus versprach Bundeskanzler Brandt in seinem ersten Interview für die offizielle ägyptische Nachrichtenagentur Bonns und Europas Hilfe bei der Friedenssuche in Nahost; schon eine Woche darauf gab die Arabische Liga ihren Mitgliedsländern den Weg frei zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit der Bundesrepublik.

  • Ausgabe 1972/12

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    • Machens’ Fall

      Die Geologen der hannoverschen Bundesanstalt für Bodenforschung sind bei ihrem neuen Präsidenten nicht auf Granit gestoßen: In dieser Woche ging Professor Eberhard Machens, kaum vierzehn Tage im Amt, für unbestimmte Zeit in den Urlaub.

    • Schmählicher Rückzug

      Die Vereinten Nationen werden ihr Entwicklungsprogramm für Taiwan in etwa drei Monaten einstellen – und zwar, wie es in einer UN-Verlautbarung heißt, „auf Ersuchen der Volksrepublik China“.

  • Ausgabe 1972/13

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    • Millionenspiel

      Ein Lehrstück levantinischer Geschäftstüchtigkeit ist nach neunmonatiger Dauer zu Ende gegangen. Beim abschließenden Champagnertoast in London zeigte sich der Hauptakteur bei bester Laune, und seine Partner machten gute Miene zum durchtriebenen Spiel.

    • Wer hat Angst vor Ideologien?

      Trotz des harten politischen Kampfes in der Bundesrepublik gibt es eine Übereinstimmung zwischen den Parteien, die in der Regel in einem Verdammungsurteil zum Ausdruck kommt: Ideologien verderben die Politik.

  • Ausgabe 1972/14

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    • Gewalt-Justiz

      Der türkische Ministerpräsident Erim hat seinen Amtskollegen Heath in London und Trudeau in Kanada nach der Ermordung der drei entführten Radartechniker durch türkische Terroristen kondoliert: Die „treuen Diener unseres gemeinsamen Verteidigungssystems“ seien „unbarmherzigen Desperados“ zum Opfer gefallen, die seine – Erims – Regierung „mit Stumpf und Stiel ausrotten“ werde.

    • Fulbrights Fehlgriff

      Der amerikanische Senator Fulbright hat seine Attacken zugunsten eines ätherischen Rückzugs des Westens aus dem kommunistischen Machtbereich nun auf Rias Berlin ausgedehnt.

  • Ausgabe 1972/15

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    • Wider Wilson

      Fast zwei Jahre haben die Proeuropäer bei Labour zugesehen, wie Wilson und die Mehrheit sich auf die Insel und in die Isolation zurückzogen.

    • Bonner Bote

      Niemand wäre geeigneter als der ehemalige Außenminister, dessen objektive, politisch seriöse, menschlich faire Haltung die beste Gewähr dafür bietet, daß dies kein Husarenritt der Opposition wird, sondern eine ernsthafte Erkundungsreise.

  • Ausgabe 1972/16

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    • Zusage in Sofia

      Erich Honeckers achttägiger Aufenthalt in Moskau hat sich für die Bundesrepublik anscheinend gelohnt. Seine Mitteilung in Sofia, die DDR werde „nach der Ratifizierung“ der Verträge von Moskau und Warschau durch den Bundestag „in einen Meinungsaustausch über die Herstellung normaler Beziehungen“ zu Bonn eintreten und „die hierfür erforderlichen völkerrechtsmäßigen Vereinbarungen“ treffen, macht klar: Wenn es überhaupt innerdeutsche Fortschritte geben soll, werden sie nur über den Moskauer Vertrag möglich sein.

    • Gast in Windsor

      Das Bild ist noch unvergessen: Theodor Heuss, von Oxforder Studenten, Hände in den Hosentaschen, skeptisch betrachtet wie ein Wesen von einem feindlichen Stern.

  • Ausgabe 1972/17

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    • Sitzenbleiben – Geradestehen?

      Aus zwei Übeltaten entsteht nichts Gutes, sagt ein altes englisches Sprichwort: „Two blacks don’t make a white.“ Der Spruch läßt sich mühelos auf den ersten Fall eines parlamentarischen Mißtrauensvotums in der Geschichte der Bundesrepublik anwenden.

    • Zukunft in kleinen Schritten

      ser gesagt in der Wirtschaftspolitik. Ob die Arbeitsplätze sicher sind, wie hoch die Preise steigen, ob höhere Steuern drohen, wie die Rentenversicherung verbessert werden kann – dies und manches andere berührt die meisten Wähler unmittelbarer als eine noch so bedeutsame außenpolitische Entscheidung.

  • Ausgabe 1972/18

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    • Weiter zum Gipfel

      Gipfelbegegnungen von US-Präsidenten mit den Kremlführern stehen unter keinem guten Stern. Schon zweimal haben internationale Krisen die Planung des Weißen Hauses überrollt: Nach dem Abschuß eines US-Spionageflugzeuges über Sibirien platzte im Mai 1960 die Pariser Viermächtekonferenz; damals zerschlugen sich Eisenhowers Hoffnungen auf eine Kremlvisite.

    • Bonn ist doch nicht Weimar

      Viel, hätte nicht gefehlt – nur zwei Stimmen –, dann wäre der 1. Mai mit seinen vielfältigen Kundgebungen zu einem Tag bürgerkriegsähnlicher Zustände geworden; dann nämlich, wenn das konstruktive Mißtrauensvotum durchgekommen wäre.

  • Ausgabe 1972/19

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    • Fehlgeschlagen

      Staatspräsident Pompidou hat sich während seines Besuches bei Frankreichs „kleinem Verwandten“, in Luxemburg, als überzeugter Europäer hören lassen.

    • Nixon in Not

      Ein Gespenst geht um im Weißen Haus: das Gespenst von Dünkirchen. Wie 1940, als Frankreich binnen weniger Wochen zusammenbrach, die Soldaten des britischen Expeditionskorps nur ihre Haut zu retten vermochten, so stellen sich die noch in Südvietnam verbliebenen 64 000 Amerikaner auf die Eventualität eines überstürzten Rückzuges ein.

  • Ausgabe 1972/20

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    • Ja zu Europa

      Während im Londoner Unterhaus weiter über die Anpassungsgesetze zum EWG-Beitritt debattiert wird und in Norwegen und Dänemark der Weg in die Gemeinschaft noch längst nicht freigegeben ist, haben die Iren bei einem Referendum ihre Entscheidung getroffen.

    • Vietnam im Nacken

      Wenn nicht noch unversehens ein sowjetischer Frachter auf eine Mine läuft oder General Giap sich für den Geburtstag Ho Tschi Minhs am Wochenende eine besondere Überraschung ausgedacht hat, wird Richard Nixon am Pfingstmontag seinen Einzug im Kreml halten können.