... und in Deutschland: Raubritter in Bonn?Seite 2/2
Schließlich hätte er, wenn er sich zu diesem Beschluß durchgerungen und ihn, was seine Zeit braucht, der Koalition schmackhaft gemacht hätte, den Kopf frei für wichtigere Gedanken: dafür nämlich, wie er an größere Summen kommen kann als eine lächerliche halbe Milliarde Mark. Wenn der Verkehrsminister Brandts vorsichtige Andeutungen vom 18. Januar in die Tat umsetzen will, braucht er und brauchen vor allem auch die Städte und Gemeinden Milliardenbeträge zusätzlich.
Es wird wirklich ein teurer Spaß werden, den Bürgern den Spaß am Auto und am Zweitwagen der Gemahlin zu verderben. Man muß ihnen Öffentliche Verkehrsmittel anbieten, die es vielerorts noch gar nicht gibt. Will man im Ernst der Bundesbahn jene 31 Milliarden und dem öffentlichen Personennahverkehr jene 52 Milliarden Mark geben, die sie bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts zusätzlich – neben ihren laufenden und wachsenden Etats – brauchen, so muß man rigoros für neue Steuermittel sorgen,
Daß vor allem die Autofahrer dieses Geld herausrücken müssen, liegt so sehr auf der Hand, daß man alle Klagen über drohende „soziale Ungerechtigkeiten“ künftig überhören sollte. Vom nächsten Jahr an, wenn die FDP ihre steuerpolitische Schamfrist hinter sich gebracht hat, kann Lauritzen zeigen, ob er wirklich etwas bewegen will.






