Stabilitätsprogramm: Gegen den Boom
Mit dem „schärfsten Boombekämpfungs-Programm seit Bestehen der Bundesrepublik“ (Bundesfinanzminister Helmut Schmidt) will die Regierung den besorgniserregenden Preisauftrieb dämpfen. Die Stabilitätsmaßnahmen, die am vorigen Mittwoch beschlossen wurden, zielen vor allem auf eine Verringerung des Geldumlaufs und eine Erschwerung der Investitionen. Die wichtigsten Punkte:
- Die 800 000 Bundesbürger, die mehr als 24 000 Mark (Ledige) bzw. 48 000 (Verheiratete) im Jahr verdienen, müssen vom 1. Juli an für zwölf Monate eine Stabilitätsabgabe bis zu 10 Prozent zahlen;
- Investitionen werden für längstens zwei Jahre mit einer elfprozentigen Steuer belastet;
- bei Privatbauten fällt die Steuervergünstigung nach Paragraph 7 b fort;
- Bund, Länder und Gemeinden sollen 5,5 Milliarden Mark weniger Kredite aufnehmen, als in den Etatplänen für 1973 vorgesehen, und ihre Ausgaben um fünf Prozent kürzen.
- Die Erhöhung der Postgebühren wird vertagt. (Siehe auch Wirtschaft).
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