• Haben Sie sich mit Ihrer Initiative bei ihren Kollegen unbeliebt gemacht?

Hirsch: Abgeordnete sind natürlich auch Menschen, man kann nicht erwarten, daß sie sich besonders freuen, wenn sie mehr Steuern zahlen müssen als bisher. Aber überwiegend ist die Ansicht verbreitet, daß man dieses Problem einfach lösen muß, was in allen anderen westlichen Demokratien ja inzwischen auch geschehen ist.

  • Wie sieht ihr Diätensteuer-Modell konkret aus?

Hirsch: Man muß bei den Diäten zwischen der Grunddiät und Pauschale unterscheiden. Pauschalen entsprechen dem, was normalerweise als Werbungskosten betrachtet wird. Sie bleiben wie bei jedem Einkommensteuerzahler unberührt. Die Grunddiät (3270 Mark) aber unterwerfe ich der Einkommensteuer.

  • Aber zunächst sollen die Diäten ja erhöht werden?

Hirsch: Es geht darum, den Besitzstand zu wahren. Die Grunddiät wird um den Anteil erhöht, der sofort weggesteuert wird. Das bedeutet aber nicht, daß der einzelne davon nicht berührt wird. Es hat den Effekt, daß der Abgeordnete mit seinen Einnahmen, die er außerhalb der Diäten bekommt, in eine etwa um 50 000 Mark höhere Einkommensteuerprogression gerät, und das kann ein erheblicher Betrag sein.

  • Was Sie vorschlagen, ist das nicht nur Kosmetik, denn am Nettobetrag der Diäten ändert sich ja nichts?