Das Münchner Abkommen von 1938 belastet nicht länger die Beziehungen zwischen Bonn und Prag. Nach sechs Sondierungsgesprächen (seit 1971) und zwei Verhandlungsrunden haben Staatssekretär Frank vom Auswärtigen Amt und der stellvertretende ČSSR-Außenminister Götz ein Vertragswerk ausgehandelt, das neben der Annullierung des vor 35 Jahren von Hitler erzwungenen Abkommens einen gegenseitigen Gewaltverzicht, die Integrität der Grenzen und die Bereitschaft zur Normalisierung der Beziehungen vorsieht und am 19. Juni in Bonn paraphiert werden soll. Dazu will der CSSR-Außenminister Chnoupek kommen.

Obwohl noch unveröffentlicht, ist der Vertragstext in seinen Umrissen bekannt. In der Präambel distanzieren sich die beiden Länder moralisch und politisch vom Münchner Abkommen. In Artikel 1 wird es „im Hinblick auf die gegenseitigen Beziehungen – für nichtig“ erklärt. Artikel 2 schließe nachteilige Rechtsfolgen aus der Annullierung, wie es in Bonn dazu heißt, „juristisch präzise“ aus.