Nach den Sowjets sind nun auch die Perser auf den Geschmack gekommen. Sie wollen bei der Europäischen Gemeinschaft Butter kaufen. Ein Brief aus Teheran flatterte der Brüsseler Kommission auf den Tisch: Man habe gehört, daß die EG Butter zu günstigen Preisen abgebe und wolle davon gerne profitieren. Im Vergleich zur anrüchigen Butter-Transaktion mit Moskau nehmen sich die Wünsche der kaiserlich iranischen Regierung sogar noch bescheiden aus.

Auf ganze 5000 Tonnen beläuft sich der Kaufantrag aus Teheran, während die Gemeinschaft den Sowjets 200 000 Tonnen aufs Brot schmierte, Doch was den Sowjets zugestanden wurde, soll den Persern wahrscheinlich verweigert werden. Vermutlich ist es der Sturm der Entrüstung über die dunklen Umstände des Rußlandgeschäfts, der die Bürokraten nun zögern läßt, jedermann zu Spottpreisen zu bedienen.

Mit 1,11 Milliarden Mark subventioniert der europäische Steuerzahler die Aktion „Billige Butter für Mütterchen Rußland“. Das ist zwar immer noch billiger, als die Überschüsse für 1,5 Milliarden Lagerkosten ranzig werden zu. lassen. Doch die Sowjets versalzten der Gemeinschaft die Freude am Abbau des Butterberges. Sie verkauften nämlich ihrerseits 80 000 Tonnen Butter an die kommunistischen Freunde in Chile und Kuba – gewinnbringend, versteht sich. Mit solchen krummen Touren soll nun Schluß sein. Schließlich sind die Perser selber schuld, wenn sie lediglich lumpige 5000 Tonnen vom europäischen Butterberg abkratzen wollen. hhb