Mit dem Ausscheiden von Hans-Jürgen Müller aus dem Kunstgeschäft wurde auch die Kunstbörse (5 Köln 1, Lindenstraße 20) neu organisiert: Sie firmiert jetzt als GmbH & Co KG. An der Arbeitsweise der, laut Müller über Erhoffen erfolgreichen Börse hat sich damit nichts geändert, und auch der kunstmüde Müller ist nach wie vor am Börsengewinn beteiligt.

Die Börse wurde vor knapp anderthalb Jahren eröffnet. Sie nimmt Graphik und Originale von privaten Sammlern und Galeristen herein und bietet sie zum Preis des Einlieferers in ihren Räumen an. Außerdem wird vierteljährlich ein Katalog an Interessenten verschickt, der alle zum Verkauf anstehenden Arbeiten sowie eine Rubrik „Suchdienst“ enthält.

Das Abonnement des Kunst-Spiegel genannten „Kunstbörsenblattes“ (um 20 Seiten) kostet pro Jahr zehn Mark. Käufer zahlen auf die veröffentlichten Preise noch eine Provision von zehn Prozent und die Mehrwertsteuer (elf Prozent). Einlieferer müssen für über die Börse verkaufte Werke im Wert bis 500 Mark zwanzig Prozent, darüber zehn Prozent abführen.

Für den Kunstkäufer ist der Bezug des „Börsenblattes“ eine lohnende Sache. Er gewinnt eine Preisübersicht, die oft ein realistischeres Bild gibt als die Preise in Lagerkatalogen und Galerien. Für Sammler, die etwas verkaufen wollen, verspricht der Weg über die Kölner Börse mehr Erfolg, als der Versuch bei einem Galeristen – das gilt insbesondere für den Verkauf zeitgenössischer Graphik.

Die Börsenpreise sind, trotz Beratung durch die Geschäftsführung, manchmal wenig realistisch. Man sollte daher auch bei der Börse Vergleiche machen, bevor man kauft. Ansonsten gilt die Charakteristik eines Kölner Kunsthändlers: „Da kann man schon mal ein Schnäppchen machen.“