Von Thomas v.Randow

Mehr als 258 000 Schülerinnen und Schüler aus 9700 Schulen in neunzehn Ländern – darunter die Bundesrepublik – haben unter der Aufsicht von 9700 Lehrern die gleiche, jeweils ihrer Altersstufe angemessene Prüfung in naturwissenschaftlichen Fächern abgelegt. Da ist man versucht zu fragen: Welches Land hat gewonnen, wo sind die meisten Aufgaben richtig gelöst worden?

Genau das aber interessiert die Veranstalter dieses weltweiten Examens am allerwenigsten. Die von der UNESCO, der Volkswagen-Stiftung, der Ford Foundation und anderen Geldgebern finanzierte und von dreihundert Experten aus den beteiligten Ländern ausgeführte Studie galt in erster Linie dem Zweck, zu untersuchen, ob und in welchem Maße so unterschiedliche Gegebenheiten wie Schulsystem, Vorbildung der Lehrer, Einstellung der Schüler zum Lernen, Größe der Schulklassen, sozialer Status des Elternhauses oder das Geschlecht des Schülers den Lernerfolg beeinflussen.

Die Organisation, IEA (Kürzel für International Association for the Evaluation of Educational Achievement), die bis 1969 ihren Sitz in Hamburg hatte und jetzt in Stockholm residiert, war schon 1967 mit dem Ergebnis eines internationalen Mathematiktests an die Öffentlichkeit getreten. Diesmal wurden Zehnjährige, Vierzehnjährige und Oberprimaner (präziser: Schüler der Abschlußklasse eines zum Universitätsstudium führenden Schultyps) in Physik, Chemie, Biologie und Erdwissenschaften geprüft.

Jahrelang waren die Aufgaben von den Komitees der verschiedenen Länder zusammengetragen und in vorläufige Tests ausgesiebt worden. Wenn sich eine Aufgabe auch nur in einem Land als zu einfach oder zu schwer herausstellte, wurde sie verworfen. Überdies wurden Fragebögen für die Schüler und die Lehrer zusammengestellt, die Auskunft über alle denkbaren Einflußgrößen bezüglich des Lernerfolgs geben sollten. Zudem sammelten die Forscher allerlei Statistiken und andere Informationen über die verschiedenen Schulsysteme, Schulgesetze und die Zusammensetzung der Schüler- und Lehrerschaft.

Das Ergebnis liegt jetzt in dem Buch:

L. C. Comber and John P. Keeves: „Science Education in Nineteen Countries“; Verlag Almquist & Wiksell, Stockholm; 402 Seiten; 44 Skr (27,50 DM)