Ohne konkrete Tagesordnung beginnt am 30. Oktober in Wien die Konferenz über beiderseitigen Truppenabbau in Europa. Die fünfmonatigen Vorgespräche endeten am Donnerstag in der österreichischen Hauptstadt, wobei die erklärte Zufriedenheit auf Seiten der Nato mit den Ergebnissen kontrastiert.

So haben die zwölf Nato-Länder, denen Vertreter von sieben Staaten des Warschauer Pakts gegenübersaßen, das umstrittene „B“ = ausgewogen (balanced) einstweilen aus der Abkürzungsformel MBFR herausgenommen, weil der Ostblock sich trotz seiner konventionellen Überlegenheit gegen einen „ausgewogenen“ (das heißt proportionalen) Truppenabbau stemmt. Im gemeinsamen Kommuniqué einigten sich die Parteien bisher nur auf das Konferenzthema „Gegenseitige Verminderung von Streitkräften und Rüstungen und damit zusammenhängende Maßnahmen in Mitteleuropa“.

Auch beim lange umkämpften Status Ungarns hat sich zunächst der Ostblock durchgesetzt. Auf zähes Drängen der Sowjets wurde Ungarn aus dem Kreis der abstimmungsberechtigten Länder ausgeklammert, obwohl dort 39 000 Sowjetsoldaten stationiert sind. Die Nato möchte diesen „Flankenstatus“ Ungarns aber nicht als Präjudiz für die Hauptkonferenz gewertet wissen.