Nach siebenmonatigen Vorbereitungen begann am Dienstag in Helsinki die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE). Außer Albanien sind alle europäischen Länder durch ihre Außenminister vertreten, ebenso die Vereinigten Staaten und Kanada. „Stabilität und dauerhafter Friede“ ist nach den Worten des finnischen Außenministers Karjalainen das Ziel der Konferenz.

Bundeskanzler Brandt hatte das Treffen am Vorabend der Eröffnung „ein großes Ereignis“ genannt. Man habe es vor zehn Jahren nicht für möglich halten können, daß heute alle europäischen Staaten einschließlich der Nordamerikaner um einen Tisch sitzen würden, um ungeachtet ihrer Gegensätze über die Festigung der Sicherheit zu beraten.

Die Außenminister geben Grundsatzerklärungen ab und wollen die Empfehlungen der Vorkonferenz verabschieden. Diese ausbalancierten Kompromisse werden dann in der zweiten Konferenzphase – ab Herbst in Genf – von den Diplomaten in verbindliche Formeln umgesetzt. Diese Arbeitsaufträge („Mandate“) an die Fachkommissionen bilden die Hauptarbeit der KSZE. Es wird erwartet, daß es im nächsten Frühjahr zu einem zweiten großen Treffen, möglicherweise der Regierungschefs, kommt, auf dem dann die Endergebnisse feierlich gebilligt werden sollen.