Während die neuseeländische Fregatte Otago mit Einwanderungsminister Coleman an Bord zum Mururoa-Atoll unterwegs ist, um gegen den bevorstehenden französischen Atomversuch zu protestieren, brachten die Chinesen in der Nacht zum vorigen Mittwoch ihre fünfte Wasserstoffbombe zur Explosion. Australien, Neuseeland, und Japan haben gegen den Versuch, der bei Lop Nor in Sinkiang nach amtlichen Angaben aus Peking erfolgreich verlaufen ist, protestiert. Japanische Wissenschaftler stellten schon zwei Tage nach der Explosion verstärkte radioaktive Verschmutzung der Luft fest. Von Australien liegt Lop Nor etwa annähernd so weit entfernt wie Mururoa, wo zwischen dem 8. und 12. Juli eine französische Testserie beginnen soll. Wegen der Windrichtungen ist Mururoa allerdings für Australien und Neuseeland gefährlicher.

Paris und Peking, die in trotziger Eintracht atomare Eigenständigkeit demonstrieren, rechtfertigen die Versuche mit ihrem Sicherheitsinteresse. Die Nachrichtenagentur Hsinhua erklärte, es sei Chinas Absicht, das Atommonopol der Supermächte zu brechen. Die französische Regierung versuchte in einem Weißbuch, die neue Demonstration der Starke in ihrer Gefährlichkeit für die Umwelt herunterzuspielen. "Die Menge der freiwerdenden Radioaktivität ist gering."