Die Kraft der SPD ist aufgezehrt, ihr Flügelschlag wird immer matter. Die politische Führung verliert sich im Alltagsgeschäft – die großen Visionen sind dahin, ihr idealistischer Antrieb und die Kraft vergangener Jahrzehnte verblaßt, der interne Gruppen- und Grabenkampf wird immer deutlicher.

Das große Parteigeschäft ist die Alltagspraxis. Die Funktionäre der Partei, der SPD-Senat, Neue-Heimat-SPD-Troupiers, SPD-Co-op-Beflissene, sie spielen einander die Bälle zu und überziehen unsere Stadt mit einem dicht gewirkten Netz von Abhängigkeiten, das bis tief in die Anhängerschaft dieser Partei Unbehagen bereitet. Und all dies nur, um die Macht zu behalten, statt durch überzeugende Leistung Vertrauen zu gewinnen oder zu erhalten. Das ist unhamburgisch und kommt nicht mehr an ...

Aber es ist nicht nur der schlechte Stil, sondern die totale Durchdringung der Stadt, die vielen bekannten und unbekannten Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten, entstanden in einem Viertel Jahrhundert der Regierungsmacht, all dies hat für uns Hamburger auch etwas Unheimliches, wie alles an der Macht, das man nicht durchschauen kann. Die SPD hat der hamburgischen Demokratie ihre Transparenz genommen.