Mit der Vernehmung des Ehepaars Baeuchle und des FDP-Abgeordneten Geldner hat der parlamentarische Untersuchungsausschuß in Bonn in der vergangenen Woche auf zwei Ebenen geprüft, ob sich der Verdacht auf Korruption im Bundestag erhärten läßt. Die Anhörungen brachten allerdings nur Bestätigungen früherer Aussagen.

Hans-Joachim Baeuchle, Bürgermeister in Schelklingen (Württemberg) belastete dabei, von seiner Frau Ellen unterstützt, erneut den SPD-Fraktionsgeschäftsführer Wienand. Am 29. März 1972 habe in seiner Wohnung ein Treffen Wienands mit dem damaligen CDU-Abgeordneten Steiner stattgefunden. Der SPD-Politiker habe dabei „abstrakt, nicht auf die Person bezogen“, überlegt, wie man einem CDU-Abgeordneten bei Schwierigkeiten mit seiner Partei wegen abweichender Stimmabgabe helfen könne. Von 200 000 bis 250 000 Mark, ins Ausland überwiesen oder auch in bar, sei da die Rede gewesen.

Da Baeuchle nach seinen Worten zeitweilig nicht im Raum war, fehlten ihm die Beweise, ob Steiner tatsächlich bestochen worden sei. Immerhin habe Steiner einige Monate später bei einer Begegnung gesagt: „Der Besuch in Schelklingen hat sich gelohnt.“ Steiner selber hatte behauptet, Wienand habe ihm in Bonn im Zusammenhang mit seiner Stimmenthaltung beim Mißtrauensvotum 50 000 Mark überreicht.

Karl Geldner blieb bei seiner Version, er habe mit Wissen des FDP-Fraktionsvorsitzenden Mischnik nur zum Schein mit der CSU über einen Austritt aus der FDP verhandelt. Dieses Scheinmanöver habe der „Entlarvung fragwürdiger Abwerbungsmethoden“ gedient. Nach Darstellung Geldners kam es 1970 in Bonn und München mehrmals zu Begegnungen zwischen ihm und führenden Politikern der CSU. Gegenüber Franz Josef Strauß habe er, „um glaubwürdig zu sein“, über die Politik der FDP geklagt. „In Wahrheit hat es die Frage des Austritts für mich nicht gegeben“, sagte Geldner.

Die Anregung zu den Kontakten ging nach seinen Worten von dem früheren FDP-Mitglied Anton Beyer aus.