Acht Inspektoren des ADAC haben im vergangenen Jahr 7000 Kilometer der italienischen Küste kritisch geprüft. Ihre Berichte über 400 der „wichtigsten Strande“ Italiens sind jetzt im zweiten Band der Reihe

Strand Europa – Die Badeplätze in Italien; ADAC Verlag, München, Photos und Karten, 248 Seiten, 24,80 Mark

erschienen.

Nachdem an dieser Stelle (ZEIT Nr. 27) schon einmal über Italiens Strände an Hand der Meerwasser-Untersuchung des Hygiene-Instituts der Universität Bologna berichtet wurde, hat es uns natürlich interessiert, was die kritischen ADAC-Inspektoren entdeckt haben. Gerade bei den stark frequentierten Urlaubsorten weichen ihre Testergebnisse beträchtlich von denen der italienischen Wissenschaftler ab. So hat das Wasser am Strand von San Remo beispielsweise laut Institut den Grad mittlerer Verschmutzung erreicht, die ADAC-Inspektoren berichten dagegen von „sauberem Wasser“. Von Imperia melden sie: zeitweise verschmutzt, das Institut sagt dagegen: starke Verunreinigung.

Über Rimini heißt es im ADAC-Führer: „Die Wasserverschmutzung in der zentralen Strandzone ist jetzt gebannt. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, daß das Wasser jetzt wieder frei von Verschmutzung ist.“ Das Hygiene-Institut der Universität Bologna ist anderer Meinung, seine Wertung: starke Verschmutzung. In Milano Marittima-Cervia halten die ADAC-Führer das Wasser für sehr sauber, Bologna meldet: mittlere Verschmutzung. Für die Gegend um Gargano, wo laut Institut eine der drei wirklich sauberen Badegelegenheiten in Italien besteht (neben Crotone und einigen Stränden auf Sardinien), steuern die ADAC-Inspektoren eine interessante Zusatzinformation bei, der Strand, so sagen sie, sei „relativ sauber“. Fazit: Wer sagt dem Touristen, wie es wirklich ist? M. K.