Wenn das Geld krank ist, mit dem wir über die Landesgrenzen hinweg unsere Schulden bezahlen, wird sehr bald auch die Ordnung infiziert, in der ein freier Handels- und Zahlungsverkehr gedeiht. Der freie Handels- und Zahlungsverkehr ist kein Selbstzweck. Er ist die Wohlstandsquelle der Nationen.

Der Dollar ist gegenwärtig ein Symbol für krankes Geld. Die letzten Meldungen von der Devisenfront lassen jedoch vermuten, daß der Punkt erreicht worden ist, an dem sich die amerikanische Währung wieder zu erholen beginnt. Dafür gibt es einige Gründe. Die Zinsen in den USA sind inzwischen so stark gestiegen, daß eigentlich ein Rückstrom von Dollars einsetzen müßte. Außerdem haben die Zentralbank-Präsidenten bei ihrem letzten Treffen in Basel eine Beschwörungsformel gefunden, mit der sie das Ausbluten des Dollars zu verhindern hoffen: Alle wollen Dollar kaufen, falls sein Kurs ins bodenlose zu fallen droht – die Europäer mit eigenem Geld, die Amerikaner mit geliehenem.

Wenn der Punkt der Umkehr erreicht wurde, wird schon die Ankündigung der Dollarstützung helfen. Sitzt das Mißtrauen aber ganz tief, etwa weil man der gelähmten Regierung Nixon nicht zutraut, daß sie die zur Heilung des Dollars notwendige Kur verschreiben kann, wird die Spekulation nicht lockerlassen. Im Kampf mit der Spekulation haben aber Zentralbanken noch immer den kürzeren gezogen. Das Leben ginge auch dann weiter, aber um den freien Welthandel wäre es vorerst wohl geschehen. R. H.