Unmittelbar, nachdem in Helsinki Entspannung zelebriert worden ist, scheiterte in Berlin ein Fluchtversuch von drei DDR-Bürgern im Kugelregen der Grenzpolizei. Sie hatten, in der Nacht zum Sonntag versucht, im Norden der Stadt über die Mauer nach Reinickendorf zu flüchten, wurden aber vor dem Ziel entdeckt, durch mehrere Feuerstöße aus Maschinenpistolen am Übersteigen der Sperren gehindert und festgenommen.

Empörte Westberliner Bewohner aus dem Märkischen Viertel rissen daraufhin Teile eines Gitterzaunes heraus mit dem an dieser Stelle zuvor ein Loch in der Mauer geflickt worden war und setzten Reifen in Brand. Rufe wie „Mörder“, „Verbrecher“ waren Ausdruck eines Volkszorns, den der Aufmarsch von Polizei auf beiden Seiten in Schranken hielt.

Die Stadtkommandanten mißbilligten den Schußwaffengebrauch aufs schärfste, wobei es in einer französischen Mitteilung hieß, die Westberliner hätten mit ihrer spontanen Reaktion gezeigt, „wie sehr sie diese unmenschliche Haltung verurteilten“. Auch die Bundesregierung protestierte.