Als einer der wichtigsten Zeugen erschien am Dienstag der frühere Justizminister John Mitchell vor dem Untersuchungsausschuß zum Watergate-Skandal. Im Gegensatz zu Präsident Nixons ehemaligem Rechtsberater Dean, der Ende Juni ausgesagt und Nixon stark belastet hatte, bestand Mitchells Auftritt ausschließlich in Selbstverteidigung. Er wies alle Beschuldigungen seines damaligen Stellvertreters in der Wahlkampfleitung, Jeb Magruder, zurück.

So bestritt Mitchell, den Einbruch ins Watergate-Hauptquartier der Demokraten gebilligt oder Pläne zur elektronischen Überwachung miterörtert zu haben. Wohl räumte er ein, es seien aus Wahlkampfspenden Zahlungen an Watergate-Angeklagte geleistet worden, doch habe er angenommen, es handele sich dabei um Gerichtskosten.

Wie erwartet, wurde Nixon von seinem einstigen Justizminister geschont. Der Präsident habe von Vertuschungsversuchen sicher nichts gewußt. Die Mehrheit der Amerikaner teilt diese Ansicht nicht. Nach einer Gallup-Umfrage vermuten 71 Prozent der Bevölkerung, daß Nixon über diese Bemühungen unterrichtet war.