Auf Treibstoff-Suche in Italien: Einen Hinweis sucht man vergeblich in der im übrigen sehr lesenswerten Broschüre „Italien von A bis Z“, die das Staatliche Italienische Fremdenverkehrsamt ENIT (4 Düsseldorf, Berliner Allee 26) an deutsche Touristen verteilt: zwei bis drei Benzin-Reservekanister mitzunehmen. Wer sich in diesen Tagen im Auto gen Süden bewegt, muß auf manch böse Überraschung an italienischen Zapfsäulen gefaßt sein: Das Benzin ist knapp. Angeblich wird es von den Ölgesellschaften zurückgehalten, die auf diese Weise von der Regierung einen höheren Benzinpreis ertrotzen wollen. Einen Trost gibt es dennoch: seit der Freigabe des Wechselkurses der Lira und der DM-Aufwertung ist das italienische Benzin für deutsche Touristen erheblich billiger geworden.

Exodus auf schwedisch: Zum 31. Dezember wird das Schwedische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt seine Pforten schließen. Seit fünfzehn Jahren hat es im deutschen und österreichischen Raum für Schweden geworben. Offiziell werden Sparmaßnahmen als Grund für diesen Schritt angegeben, aber der Vorsitzende des Schwedischen Fremdenverkehrsverbandes selbst hat für eine andere Interpretation gesorgt: Auf der letzten Jahrestagung des Verbandes in Malmö wollte Arne Pettersson, zugleich Reichstagsabgeordneter, „Schweden den Schweden“ reserviert wissen. Mögen also auch politische Gründe im Hinblick auf die schwedischen Wahlen im Herbst mitspielen, so bedeutet diese Maßnahme doch einen erheblichen Rückschlag nicht nur für deutsche Touristen. Auch schwedische Hoteliers und Reedereien stöhnen. Kommentar der Chefin des Frankfurter Büros: „Das macht unsere Arbeit von vielen Jahren kaputt.“ Immerhin sind die Schweden konsequent: Die Büros in London, Paris, Amsterdam und Rom wurden bereits geschlossen.

„Urlaubsplaner – Sie fahren beruhigt in Urlaub, weil Sie nichts vergessen haben“, heißt ein neuartiger Denkzettel. Über die traurige Situation, im Urlaubsort anzukommen und wichtige Sachen nicht mit eingepackt oder nicht besorgt zu haben, hat sich eine Kaffeefirma Gedanken gemacht. Sie hat für „Urlaubsplaner“ eine lange Checkliste zusammengestellt: Was zu Hause erledigt, am Auto in Ordnung gebracht, für unterwegs mitgenommen, im voraus gebucht werden muß. Für das, was die Firma auf dem Vergißmeinnicht-Zettel vergessen hat, ließ sie vorsorglich Platz. Den Denkzettel, nebst vier kleinen Reiseführern, erhält man kostenlos bei Jacobs Cronat, 2800 Bremen, Langemarckstraße 4–20.

Polyglotter Arztbesuch: Das Dilemma ist nicht unbekannt: Bei einem plötzlich notwendigen Arztbesuch im Ausland ist das Wörterbuch meist zu umfangreich, und der Sprachführer reicht nicht hin und nicht her (wenn man überhaupt eines von beidem in der Tasche hat). Ein unter Mithilfe von Medizinern erarbeiteter „Patientenpaß“ soll hier Abhilfe schaffen. In deutscher und jeweils einer Fremdsprache bietet die 20seitige Broschüre in Reisepaßformat ein Bündel der wichtigsten Fragen und Antworten, die dem Arzt im Ausland Diagnose und Therapie erleichtern sollen. Das „Gespräch“ zwischen Arzt und Patient bereitet keine Schwierigkeit, denn es erfolgt lediglich durch ankreuzen. Der Paß soll demnächst in allen Reisebüros der Bundesrepublik ausliegen.

Neue Wege im Jugendtourismus: Mit dem Referat für Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit haben Sozialwissenschaftler, Pädagogen und Touristiker eine „Jugendmodellreise“ ausgearbeitet, die weniger dem Sightseeing als der Verständigung zwischen Gästen und Gastgebern dienen soll. Der neue Reisetyp für junge Leute von 16 bis 27 Jahren wird zunächst in Tunesien in den Monaten Juli und August angeboten. Während der Reise wird eine Modellstudie durchgeführt, die Grundlagen für weitere, ähnlich angelegte Reisen in Entwicklungsländer ermitteln soll. Das Reiseprogramm umfaßt den Aufenthalt in einem modernen Jugendzentrum in Bizerta, eine viertägige, von den Gastgebern organisierte Rundreise, eine zweitägige Schaluppentour mit Langustenfischern zur Insel La Galite und 14 Tage Vollpension. Der günstige Inklusivpreis von 594 Mark erklärt sich aus der Tatsache, daß die Reise sowohl von tunesischer als auch von deutscher Seite offiziell unterstützt wird. Anmeldung beim SSR, Schüler und Studentenreisen, 2 Hamburg 13, Rothenbaumchaussee 61, Telephon (0 40) 4 10 20 81.

Club 28 kommt zu NUR: Bisher haben sie nur kooperiert, am 1. November gehen sie die Ehe ein: Neckermann übernimmt den Club 28, der mit rund 8000 Teilnehmern im vergangenen Jahr nach twen tours international (13 000 Teilnehmer) der zweitgrößte rein kommerzielle Jugendreiseveranstalter in der Bundesrepublik war. Schon in diesem Sommer nimmt der Club 28 bei NUR Einbuchungen vor. Jetzt steht fest, daß sie nicht bezahlt, sondern auf den Kaufpreis angerechnet werden. Wie aus dem NUR-Hauptquartier dazu verlautet, soll die Übernahme nicht ausschließlich als Zeichen für ein stärkeres Engagement auf dem Jugendreisesektor verstanden werden, sondern als Ausweitung des „preiswerten Angebots für junggebliebene Leute“.

Berliner Landpartie: Wußten Sie schon, daß es in Berlin 110 Bauernhöfe gibt mit insgesamt 9350 Schweinen, 4484 Bienenvölkern, 802 Schafen und 118 Ziegen? Wer bis dahin geglaubt hat, Berlin sei vorwiegend Ziel für kulturelle oder kulinarische Großstadtwochenenden, wird durch die neue Broschüre des Verkehrsamtes Berlin „Weltstadt im berichtet ein Förster über 600 km Waldwanderwege, ein Kapitän über Schiffspartien auf den Seen um Berlin, ein Landwirt über eine Landpartie, eine Kanuweltmeisterin über Trimm-dich und, Gott sei Dank, eine Primaballerina auch über Kulturelles. Mit anderen Worten, wer nur sucht, kann alles haben und in Berlin einen kompletten Urlaub verleben. Die Bundesbahn unterstützt ihn dabei durch ein Angebot verbilligter Berlin-Bahnpauschalreisen vom 1. 7. bis 25. 8. mit rund dreißigprozentiger Fahrpreisermäßigung. So kostet eine Reise ab Hannover mit drei Übernachtungen und Frühstück 134 Mark, ab Wuppertal 162 Mark. Auskunft bei der Bundesbahn.