Kleine Dosen ionisierender Strahlung sind anscheinend weniger gefährlich als bisher angenommen wurde. Seymour Abrahamson von der University of Wisconsin-Madison setzte Taufliegen (Drosophila), die Versuchskaninchen der Genetikforschung, über längere Zeiträume hinweg kleineren Dosen von Röntgenstrahlen aus und bestimmte die Zahl der Mutationen. Der Biologe testete dabei die Hypothese, nach der die Mutationsrate – bei schwacher Bestrahlung höher sein müßte, als aus der Extrapolation der bei sehr hohen Dosen erhaltenen Ergebnisse zu erwarten sei. Man hatte angenommen, daß bei hohen Strahlungsdosen die getroffenen Zellen sofort abgetötet werden, hingegen eine geringe Strahlung ihre volle mutagene Wirkung entfalten kann.

Die experimentell erhaltenen Ergebnisse widerlegten diese Hypothese; sie sprachen sogar eher für das Gegenteil. Professor Abrahamson fand, daß die Zellen, die einer schwachen Röntgenstrahl-Dosis ausgesetzt waren, weniger häufig mutierten und sogar länger lebten als die unbestrahlten. Offenbar bringt erst ein gewisses Maß an „Streß“ die Reparaturmechanismen in der Zelle zum vollen Arbeiten. Er warnt jedoch davor, auf Grund dieser Ergebnisse die Toleranzgrenzen der maximal zulässigen Dosen heraufzusetzen, solange wir nicht mehr über diese Medianismen wissen, -the