Kabeljaukrieg Kompromiß in Sicht

Mit dem deutschen Vorschlag einer „gezackten" Fischereischutzzone vor Island zeichnet sich ein Jahr nach Beginn des „Kabeljaukrieges" eine Einigung zwischen Bonn und Reykjavik ab, während die Konfrontation zwischen Island und Großbritannien noch unverändert hart ist. Deutsche und englische Fischer sind die Hauptbetroffenen von Islands vorjährigem Beschluß, die Fischereischutzgrenze von 12 auf 50 Seemeilen zu erweitern.

In der zweiten Verhandlungsrunde, die am vorigen Freitag in Bonn zu Ende ging, zeigte sich die deutsche Seite mit Schutzzonen für Jungfische einverstanden, wobei die Grenze zum Teil sogar hundert Seemeilen vor Island verlaufen soll; an anderen Stellen reicht sie dafür bis auf 12 Meilen an die Küste heran.

Anzeige

Umstritten sind noch die jährlichen Fangquoten, die Zahl der zuzulassenden Fischereifahrzeuge, die Art der Kontrollen und die Laufzeit des Abkommens. Die Isländer wollen die Fangerträge deutscher Fischer auf 65 000 Tonnen und 65 Schiffe begrenzen; die Bundesrepublik besteht auf 100 000 Tonnen und 87 Trawlern. Im letzten Jahr wurden wegen massiver Behinderungen nur 93 000 Tonnen Fisch gefangen, im Gegensatz zum langjährigen Durchschnitt von 120000.

 
Service