Peru: Schlag gegen USA
Peru hat zu Beginn dieses Monats das Bergbau-Unternehmen Cerro de Pasco Corp., eine Tochterfirma der amerikanischen Gesellschaft Cerro Corporation, enteignet und der Gesellschaft zugleich volle Entschädigung angeboten. Die Offiziersregierung begründete ihren Schritt mit der Pflicht, für die Erhaltung der Arbeitsplätze zu sorgen und zugleich zu verhindern, daß eine „gezielte Politik“ des US-Konzerns die Zahlungsunfähigkeit der peruanischen Tochter herbeiführe. Das Unternehmen sei weder willens noch in der Lage gewesen, den gesetzlichen Auflagen nachzukommen; es habe vielmehr mit allen Mitteln versucht, noch in allerletzter Minute auf Kosten der Substanz maximale Gewinne zu erwirtschaften.
Trotz dieser Begründung hat die Enteignung innenpolitische Hintergründe. Schon zu Beginn ihrer Herrschaft hatten die Generale ihre Popularität durch die Enteignung der US-Ölfirmen begründet; die Nationalisierung des Öls hatte in der peruanischen Innenpolitik eine wichtige Rolle gespielt. In den vergangenen drei Monaten war es in Peru mehrfach zu oppositionellen Demonstrationen gekommen, die das Hauptübel der Militärregierung aufdeckten: Trotz einer weitreichenden Reformarbeit ist es den Offizieren bisher nicht gelungen, im Volk eine Anhängerschaft zu finden. Der Wunsch nach innenpolitischer Imageverbesserung traf sich mit dem Bestreben, alle größeren Grundstoffindustrien unter staatliche Kontrolle zu bringen.




