Mit knapper Mehrheit wurde der Marburger Politologe Theo Schiller am Sonntag in Bad Honnef zum neuen Bundesvorsitzenden der Jungdemokraten gewählt. Mit 52 von 99 Stimmen setzte sich der 32jährige gegen seinen Konkurrenten Peter Hürner (46 Stimmen) durch; er tritt die Nachfolge von Friedrich Neunhöffer an, der wegen der Altersgrenze von 35 Jahren nicht wieder kandidierte.

Schiller rief zur Zusammenarbeit mit den Jungsozialisten auf, „in Einzelfragen“ auch mit der extremen Linken. In einerResolution warnte der Kongreß davor, daß die bevorstehende Wahl Genschers zum FDP-Vorsitzenden „das Bild der FDP in der Öffentlichkeit als fortschrittliche Kraft zu ihrem Nachteil verändern“ werde. Der linke Flügel der FDP sei führungslos, umorganisiert, programmatisch untätig und könne seinen Einfluß nur mit Mühe hüten.

Sonderminister Maihofer billigte der Nachwuchsorganisation in einer deutlichen und kritischen Rede zu, „durch Anstößigkeit Anstöße zu geben“. Doch müßten aus provozierenden Thesen reale Programme werden.