Autosorgen mit Italien

Wer in diesem Sommer mit dem Auto nach Italien reisen will, sollte sich mit Gleichmut wappnen, denn er wird kräftig zur Kasse gebeten werden: Zum einen wurden jetzt die Autobahngebühren erhöht (die Fahrt vom Brenner bis nach Rom kostet an Mautgebühren bereits stolze 40 Mark), zum anderen wird es die angekündigten Benzingutscheine erst nach dem 6. August geben. Bis dahin müssen deutsche Touristen für einen Liter Super den Superpreis von 300 Lire (1,20 Mark) und für einen Liter Normalbenzin 287 Lire (1,15 Mark) bezahlen. Wie der ADAC mitteilte, hat die italienische Regierung den Finanzminister beauftragt, bis zum 6. August alle Einzelheiten über die Abgabe von Benzingutscheinen auszuarbeiten. Gegen diese Verzögerung hat der Allgemeine Deutsche Automobil-Club in Rom protestiert: Am 6. August sei die Hauptreisezeit schon vorüber. Da die deutschen Banken und der Klub noch über Benzingutscheine aus dem letzten Jahr verfügten, sei eine sofortige Ausgabe durchaus möglich.

Sylt unter Beschuß

Deutschlands Renommierbadeinsel muß sich heftige Kritik gefallen lassen. Ein Gutachten, das von der Kieler Landesregierung in Auftrag gegeben wurde, stellt fest, daß die Nordseeinsel „eine vergleichsweise dürftige Ausstattung bei den Unterkünften bietet und über „ein veraltetes und unattraktives“ Angebot an Kurmitteln verfügt. Einzig lobenswert ist dem Gutachten zufolge die Gastronomie, die allerdings teilweise „nicht gerechtfertigte“ Preise verlangt. Noch beunruhigender finden die Gutachter, daß die Anzahl der Gäste in Zukunft noch weiter zunehmen wird, obwohl ihrer Meinung nach mit 70 000 Feriengästen während der Hochsaison die Schallmauer erreicht ist, zumal Sylt nur 22 000 Einwohner hat. Nach den vorliegenden Bauplänen allerdings ist auf Sylt in den nächsten Jahren mit 100 000 Menschen während der Saison zu rechnen. Befragungen der Gäste haben ergeben, daß die meisten Urlauber die Betonsilos der Insel ablehnen. Wie auch immer: Wer bereit ist, für die Besichtigung der „High Society“ Beton in Kauf zu nehmen, sollte trotzdem hin.

Die France wird stillgelegt

Ihr Tod ist beschlossene Sache, ihre Fama bleibt unsterblich: Die „France“, Frankreichs größter Luxusliner, wird nun doch, nach zahlreichen Gerüchten und ebensovielen Dementis, stillgelegt. Der französische Finanzminister hat ihr endgültig die Subventionen gestrichen, die Jahr für Jahr das stattliche Defizit (1973 betrug es 70 Millionen „France“-Francs, in diesem Jahr wäre es auf mehr als 1000 Millionen gestiegen) ausgeglichen hatten. Allein die letzte, „teuerste Seereise aller Zeiten“ (über deren einen Abschnitt die ZEIT in der Nummer 17 vom 19. 4. 1974 berichtet hatte) brachte einen Verlust von 35 Millionen Francs. Die Leidtragenden sind weniger der französische Staat, der als Symbol für Frankreichs Gloire in der Concorde bereits hinreichend Ersatz gefunden hat, und auch nicht die wenigen Luxustouristen, die 20 000 bis 30 000 Mark für eine Weltumrundung hinblättern konnten, sondern die rund 2500 Beschäftigten an Bord und an Land. Für sie werden die französischen Seemannsgewerkschaften jetzt höchstwahrscheinlich auf die Barrikaden gehen.