Die Kritik an dem FDP-Bundestagsabgeordneten Ernst Achenbach wächst. Der Essener Anwalt hatte sich als Berichterstatter des Auswärtigen Ausschusses gegen die Ratifizierung eines deutsch-französischen Abkommens über die weitere Verfolgung von bereits im Ausland verurteilten Kriegsverbrechern ausgesprochen. Diese Haltung Achenbachs war vor einigen Tagen im Zusammenhang mit dem Kölner Prozeß gegen die Deutsch-Französin Beate Klarsfeld bekannt geworden.

Inzwischen hat der Bundesvorsitzende der Jungdemokraten, Theo Schiller, Achenbach aufgefordert, sein Bundestagsmandat niederzulegen. Gleichzeitig beantragte Schiller den Parteiausschluß für den Anwalt. Aus einer Dokumentation der Jungdemokraten geht hervor, daß Achenbach von 1941 bis 1943 als Legationsrat in der deutschen Botschaft in Paris „ständig“ mit Maßnahmen gegen Juden befaßt war.

Der Parlamentarische Staatssekretär und FDP-Bundestagsabgeordnete Baum hat Achenbach aufgefordert, als Berichterstatter des Ausschusses zurückzutreten.