• DIE ZEIT: Jahrgang 1974

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1974/02

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    • Die Ölkrise hat erst begonnen

      Auf den ersten Blick sieht es so aus, als seien wir noch einmal davongekommen. Die große Ölkatastrophe findet nicht statt. Die jüngsten Preiserhöhungen der Förderländer bedeuten zwar eine Verdoppelung der bereits mehrfach erhöhten Preise, auch wurden sie ohne Verhandlungen mit den Abnehmern diktiert; aber die meisten Industriestaaten haben sie geradezu mit Erleichterung aufgenommen.

    • Kissingers bittere Predigt

      Zum Neujahrstag hat Henry Kissinger den Westeuropäern noch einmal die Leviten gelesen. Das von ihm selbst ausgerufene „Jahr Europas“ habe ihn enttäuscht.

  • Ausgabe 1974/03

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    • Spaß beiseite

      Am 6. Dezember hatten zwei Satiriker der Turiner Zeitung Stampa statt des Floretts schwere Säbel gegen den libyschen Staatschef Ghaddafi gezogen.

    • Gegen Gießkannen

      Wieder einmal sind in Brüssel die Uhren angehalten worden, um zumindest einen Schein europäischer Termintreue zu wahren. Doch an der Stunde der Wahrheit können sich die Europäer auch diesmal nicht vorbeidrücken.

  • Ausgabe 1974/04

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    • Präsidenten-Poker

      Die Union läßt sich Zeit mit ihrer Entscheidung, ob sie einen Gegenkandidaten zu Walter Scheel für das Amt des Bundespräsidenten nominieren soll.

    • Krisenwahl

      Die britische Krise, die von Anfang an mehr politischer als wirtschaftlicher Natur war, hat eine entscheidende Phase erreicht.

  • Ausgabe 1974/05

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    • Über die Hürde

      Die Bonner Koalition hat eine schwierige Hürde genommen. Die Führer der Sozialdemokraten und Freien Demokraten haben sich über zwei der wichtigsten, zumindest in der Öffentlichkeit bekanntesten und innerhalb der Koalition besonders hart umkämpften Reformprojekte geeinigt.

    • Kein Honorar

      Sie sind noch einmal vor dem Griff ins Staatssäckel zurückgeschreckt. Die Bonner Fraktionsführungen hatten sich schon darauf geeinigt, die Erstattungsbeträge für Wahlkampfkosten, die den Parteien laut Gesetz und mit dem Segen des Verfassungsgerichts zustehen, um 40 Prozent zu erhöhen: auf 3,50 Mark pro Wählerstimme und Legislaturperiode statt wie bisher 2,50 Mark, also auf insgesamt 125 statt 100 Millionen.

  • Ausgabe 1974/06

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    • Öl-Forum der ZEIT

      Selbst amtliche Stellen wissen bisher über die Konsequenzen der Ölpreis-Krise nur wenig. Es kursieren widersprüchliche Zahlenangaben, und die Einschätzung der Folgen ist höchst unterschiedlich.

    • Gewollte Konflikte?

      Dem Zwist um das Umweltbundesamt sind die Behinderungen auf den Straßen nach Berlin unmittelbar gefolgt. Das ist kein Zufall.

  • Ausgabe 1974/07

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    • Schweigen wäre besser

      Wenn Walter Scheel zum Bundespräsidenten gewählt wird, so wird er der erste in 25 Jahren sein, der sich selber um die Kandidatur beworben hat.

    • Leere Kassen, leere Reden

      Haben beide Seiten im britischen Lohnkampf von Anfang an die Kraftprobe gewollt, zu der es nun kommt? Spätestens mit dem Entschluß zur Urabstimmung hatten die Bergarbeiterführer jede Hoffnung auf einen Kompromiß aufgegeben.

  • Ausgabe 1974/08

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    • Muß der Staat stets kapitulieren?

      Kann der Staat seine Ohnmacht augenfälliger darstellen, als dies in den Tarifverhandlungen mit dem ö

    • Allein mit Amerika

      Die Energiekrise hätte im Westen gut zum Anlaß gemeinsamen Handelns, zum Auslöser einer großen solidarischen Kraftanstrengung werden können; nicht so sehr, um ein Kartell der Verbraucher gegen das Kartell der ölproduzierenden Länder zu organisieren, sondern einfach, um der Herausforderung zu begegnen.

  • Ausgabe 1974/09

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    • Europa in der Talsohle

      Von Walter Hallstein, ist das Wort überliefert, der Aufbau Europas sei mit dem Radfahren zu vergleichen: auf der Stelle treten heiße umfallen.

    • Frei in der Fremde

      Wir haben alle aufgeatmet: Alexander Solschenizyn ist vom Kreml verurteilt und vertrieben worden. Immerhin: er lebt. Zu Stalins Zeiten hätte er keine Chance gehabt.

  • Ausgabe 1974/10

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    • Test an der Elbe

      Hamburg eröffnet am Sonntag die Serie der diesjährigen Landtagswahlen. Im Sommer folgt Niedersachsen, im Spätherbst sind Hessen und Bayern an der Reihe.

    • Lautloser Tod

      Hundert Jahre mögen vergehen, ehe sich die Wälder in Südvietnam von den Folgen des amerikanischen Chemikalien-Krieges erholt haben.

  • Ausgabe 1974/11

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    • Bonner Bündnispflege

      Bündnispflege wird in Bonn wieder größer geschrieben. Wenngleich es sich um einen bloßen Zufall handelte, so wirkt es doch fast symbolisch, daß sich der französische und der amerikanische Außenminister am vergangenen Wochenende in der Bundeshauptstadt die Klinke in die Hand gegeben haben.

    • Der Schock von Hamburg

      Das Wahlergebnis von Hamburg ist für die Sozialdemokraten ein Schock. Die Stadt galt bisher als der Inbegriff politischer Stabilität: ein rocher de bronce inmitten wechselnder politischer Tendenzen.

  • Ausgabe 1974/12

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    • Bonner Amateure?

      Präsident Nixon hat einen enttäuschten Brief an Bundeskanzler Brandt geschrieben, das State Department sagte kurzfristig die Reise seiner beiden Europaexperten Sonnenfeld und Hartmann nach Bonn ab, und Henry Kissinger läßt seinem Unmut freien Lauf.

    • Super-Sumpf

      Richard Nixon, der ein Friedenspräsident sein wollte und ein Skandal Präsident wurde, verstrickt sich, verzweifelt kämpfend, immer mehr in das immer dichter werdende Netz der Anklagen.

  • Ausgabe 1974/13

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    • Öl-Spur

      Amerika hat es wieder besser. Die arabischen Öl-Staaten haben, gegen den Willen der Libyer und der Syrer, ihr im Oktober letzten Jahres über die USA verhängtes Embargo aufgehoben – wenn auch zunächst nur für drei Monate.

    • Kein Fluchtweg für die FDP

      Wenn es die Führer der Union für notwendig halten, ihre Anhänger vor Euphorie zu warnen, dann muß der Erfolg schon recht beträchtlich gewesen sein.

  • Ausgabe 1974/14

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    • Neuer Aufschwung

      Im Vergleich mit den Leistungen der britischen, französischen oder italienischen Regierung kann sich die Bundesregierung mit ihrer Wirtschaftspolitik durchaus sehen lassen.

    • Man trägt wieder konservativ

      Die Wahlniederlagen der SPD scheinen sich mit der Unerbittlichkeit von Naturereignissen einzustellen: erst in Hamburg, dann in Rheinland-Pfalz und nun auch in Schleswig-Holstein und Nordhessen.

  • Ausgabe 1974/15

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    • Tod im Elysée

      Fünf Jahre hat Georges Pompidou regiert, dann raffte ihn der Knochenkrebs hinweg. Was er hinterläßt, ist kaum ein staatsmännisches Werk zu nennen.

    • Das Debakel von Luxemburg

      Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft hat ohne den Beitritt Englands leben können. Ob sie jedoch den Austritt Englands überstehen kann, ist durchaus zweifelhaft.

  • Ausgabe 1974/16

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    • In die Wüste geschickt?

      Wenn die Dinge nicht so liefen, wie er wollte, dann pflegte sich Libyens Staatschef Ghaddafi schmollend in die Wüste zurückzuziehen.

    • Das europäische Interregnum

      Wir leben in einer Welt voller Probleme, aber die Probleme sind wie Waisen – keiner nimmt sich ihrer an. Ein Überfluß an Herausforderungen bei einem gleichzeitigen Defizit an gestaltendem Führungsvermögen ist das Merkmal unserer Zeit.

  • Ausgabe 1974/17

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    • Das Tribunal der Zornigen

      Der Plenarsaal im New Yorker UN-Gebäude am East River gleicht in diesen Tagen dem Deutschen Bundestag an einem Freitag. Obwohl es um eine Kernfrage unserer Zeit geht, sind die Bänke nur noch zur Hälfte gefüllt.

    • Nicht ohne Moskau

      Hat sich Henry Kissinger zuviel zugetraut? Was dem Friedens-Makler noch im Januar am Suezkanal so trefflich gelang, will ihm an der Golanfront nicht so leicht von der Hand gehen: auch hier zwischen den Kontrahenten eine Truppentrennung als erste Disengagement-Phase auszuhandeln.

  • Ausgabe 1974/18

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    • Provokation

      An amerikanischen Universitäten pflegt der Senator Edward Kennedy gern zu fragen, was denn die Studenten von der Wehrpflicht und von Verteidigungsausgaben halten.

    • Der Paragraph als Vogelscheuche

      Im Jahre 1902 stellte Karl Kraus fest: „Wir können uns nicht daran gewöhnen, Sittlichkeit und Kriminalität, die wir so lange für siamesische Begriffszwillinge hielten, voneinander getrennt zu sehen.

  • Ausgabe 1974/19

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    • Putsch in Portugal

      Wie ein Kartenhaus ist das portugiesische Regime unter dem ersten ernsthaften Stoß zusammengebrochen, den es nach 46 Jahren hat hinnehmen müssen.

    • Reform durch Zufall?

      Es war zu erwarten, daß sich bei der Endabstimmung im Bundestag über die vier Einwürfe zur Reform des Paragraphen 218 nur eine knappe Mehrheit für das weitestgehende Vorhaben finden würde – für die Freigabe des Schwangerschaftsabbruchs während der ersten drei Monate.

  • Ausgabe 1974/20

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  • Ausgabe 1974/21

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    • Sturm zieht auf

      Der neue Bundeskanzler gleicht einem Kapitän, der das Kommando in einem Augenblick übernimmt, in dem schwere Windstöße einen heraufziehenden Sturm ankündigen.

    • Portugals Bürde

      Vor drei Wochen hat das portugiesische Militär in einem unblutigen Putsch die Macht übernommen und eine Welle der Demokratisierung in Gang gesetzt.