• DIE ZEIT: Jahrgang 1974

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1974/02

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    • Licht im Tunnel?

      Lang ehe für Vietnam eine Friedensregelung gefunden worden war, frohlockte Henry Kissinger, einer ihrer Geburtshelfer: Er sehe bereits das Licht am Ende des Tunnels.

    • Im Halbdunkel

      Genau ein Jahr ist es her: Europafanfaren, Karajan auf dem Dirigentenpult, Heath in der Loge, gefeiert als der Staatsmann, der die Briten ins gelobte Land führt.

  • Ausgabe 1974/03

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    • Spaß beiseite

      Am 6. Dezember hatten zwei Satiriker der Turiner Zeitung Stampa statt des Floretts schwere Säbel gegen den libyschen Staatschef Ghaddafi gezogen.

    • Russische Tragödie

      Der Geist ist ein Wühler – der Satz, über hundert Jahre alt, stammt von Carl Jakob Burckhardt. Es ist unwahrscheinlich, daß Leonid Breschnjew je eine Zeile des Baseler Geschichtsphilosophen gelesen hat.

  • Ausgabe 1974/04

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    • Arabische Kon-Fusion

      Die politische Vernunft reicht nicht hin, um dieses Ereignis zu begreifen: daß sich jetzt Libyen und Tunesien vereinigen, daß die „ungleichen Brüder“ Ghaddafi und Bourgiba gemeinsame Sache machen wollen – „an einem Tag, dessen Gedächtnis unvergänglich sein wird“, so im Text der gemeinsam signierten Unionsdeklaration.

    • Krisenwahl

      Die britische Krise, die von Anfang an mehr politischer als wirtschaftlicher Natur war, hat eine entscheidende Phase erreicht.

  • Ausgabe 1974/05

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    • Über die Hürde

      Die Bonner Koalition hat eine schwierige Hürde genommen. Die Führer der Sozialdemokraten und Freien Demokraten haben sich über zwei der wichtigsten, zumindest in der Öffentlichkeit bekanntesten und innerhalb der Koalition besonders hart umkämpften Reformprojekte geeinigt.

    • Kein Honorar

      Sie sind noch einmal vor dem Griff ins Staatssäckel zurückgeschreckt. Die Bonner Fraktionsführungen hatten sich schon darauf geeinigt, die Erstattungsbeträge für Wahlkampfkosten, die den Parteien laut Gesetz und mit dem Segen des Verfassungsgerichts zustehen, um 40 Prozent zu erhöhen: auf 3,50 Mark pro Wählerstimme und Legislaturperiode statt wie bisher 2,50 Mark, also auf insgesamt 125 statt 100 Millionen.

  • Ausgabe 1974/06

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    • Öl-Forum der ZEIT

      Selbst amtliche Stellen wissen bisher über die Konsequenzen der Ölpreis-Krise nur wenig. Es kursieren widersprüchliche Zahlenangaben, und die Einschätzung der Folgen ist höchst unterschiedlich.

    • Gewollte Konflikte?

      Dem Zwist um das Umweltbundesamt sind die Behinderungen auf den Straßen nach Berlin unmittelbar gefolgt. Das ist kein Zufall.

  • Ausgabe 1974/07

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    • Leere Kassen, leere Reden

      Haben beide Seiten im britischen Lohnkampf von Anfang an die Kraftprobe gewollt, zu der es nun kommt? Spätestens mit dem Entschluß zur Urabstimmung hatten die Bergarbeiterführer jede Hoffnung auf einen Kompromiß aufgegeben.

    • Ohne einen Schuß

      Die koordinierte Blitzaktion, mit der Spezialeinheiten der Polizei in Hamburg und Frankfurt eine Nachfolgeorganisation der Baader-Meinhof-Bande ausgehoben haben, war nicht nur für die Betroffenen überraschend.

  • Ausgabe 1974/08

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    • Muß der Staat stets kapitulieren?

      Kann der Staat seine Ohnmacht augenfälliger darstellen, als dies in den Tarifverhandlungen mit dem ö

    • Die Hüter der Verfassung

      Gerade rechtzeitig vor Beginn der parlamentarischen Verfassungsdebatte dieser Woche hat die CDU/CSU ihr Geschütz im Bundesrat aufgefahren.

  • Ausgabe 1974/09

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    • NDR-Trauerspiel

      Auf dem Weg, die öffentlichen Rundfunkanstalten mehr und mehr in ihren Besitz zu nehmen, sind die Parteien wieder ein gutes Stück vorangekommen.

    • Das Messer gewetzt

      Man solle es ja nicht tun, sprach, der Demokrat Horst Ehmke, aber dann tat er es doch: Weil er sich über die Rede eines Oppositionspolitikers geärgert hatte, beschimpfte der Minister die Süddeutsche Zeitung, die sich unterstanden hatte, jene Rede nachzudrucken.

  • Ausgabe 1974/10

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    • Test an der Elbe

      Hamburg eröffnet am Sonntag die Serie der diesjährigen Landtagswahlen. Im Sommer folgt Niedersachsen, im Spätherbst sind Hessen und Bayern an der Reihe.

    • Signale aus Kuba

      Nach vielen Monaten, in denen die Stagnation herrschte oder, bestenfalls Millimeterfortschritte erkennbar waren, kommen die deutsch-deutschen Verhandlungen anscheinend wieder in Fluß.

  • Ausgabe 1974/11

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    • Tempo und Tod

      In einer von Emotionen und Propagandaaktionen angeheizten Atmosphäre wird der Bundesrat in dieser Woche über den Tempostopp auf Autobahnen zu entscheiden haben.

    • Ohne Widerstand

      Zwei Tage vor der Hamburg-Wahl verpflichteten Verwaltungsrichter zweier Instanzen den Norddeutschen Rundfunk, über Mattscheibe und Lautsprecher einen Wahlaufruf der „Marxisten-Leninisten“ zu senden.

  • Ausgabe 1974/12

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    • Bonner Amateure?

      Präsident Nixon hat einen enttäuschten Brief an Bundeskanzler Brandt geschrieben, das State Department sagte kurzfristig die Reise seiner beiden Europaexperten Sonnenfeld und Hartmann nach Bonn ab, und Henry Kissinger läßt seinem Unmut freien Lauf.

    • Nach den Visionen: die Kärrnerarbeit

      Jn seiner Sylvesterrede hatte sich Willy Brandt gewünscht, „daß der große Schwung erneuert werden sollte, mit dem die Bundesregierung vor vier Jahren ihre Politik der Versöhnung auch mit den Völkern und Staaten Osteuropas begonnen hat“.

  • Ausgabe 1974/13

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    • Bonn – umworben und erpreßt

      Krieg zwischen Europa und Amerika“, so lautet der Titel eines Buches, das zur Zeit ein amerikanischer Journalist schreibt. Vor kurzem wäre ein solcher Beitrag zur political fiction der allgemeinen Gefühlslage noch so fern gewesen, daß sich wohl kaum ein Verleger für ein solches Werk hätte finden lassen; heute dagegen kann man sich durchaus vorstellen, daß es ein Bestseller werden wird.

    • Öl-Spur

      Amerika hat es wieder besser. Die arabischen Öl-Staaten haben, gegen den Willen der Libyer und der Syrer, ihr im Oktober letzten Jahres über die USA verhängtes Embargo aufgehoben – wenn auch zunächst nur für drei Monate.

  • Ausgabe 1974/14

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    • Neuer Aufschwung

      Im Vergleich mit den Leistungen der britischen, französischen oder italienischen Regierung kann sich die Bundesregierung mit ihrer Wirtschaftspolitik durchaus sehen lassen.

    • Gutes Zeugnis

      Seit fünfzehn Jahren hat die Bundeswehr nun schon ihren Ombudsman, den Wehrbeauftragten, und man hört nur alle Jahre einmal von ihm, wenn er dem Parlament seinen Erfahrungsbericht vorlegt.

  • Ausgabe 1974/15

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    • Tod im Elysée

      Fünf Jahre hat Georges Pompidou regiert, dann raffte ihn der Knochenkrebs hinweg. Was er hinterläßt, ist kaum ein staatsmännisches Werk zu nennen.

    • Das Debakel von Luxemburg

      Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft hat ohne den Beitritt Englands leben können. Ob sie jedoch den Austritt Englands überstehen kann, ist durchaus zweifelhaft.

  • Ausgabe 1974/16

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    • In die Wüste geschickt?

      Wenn die Dinge nicht so liefen, wie er wollte, dann pflegte sich Libyens Staatschef Ghaddafi schmollend in die Wüste zurückzuziehen.

    • Verblaßter Ruhm

      Clemenceau wird das Wort zugeschrieben, der Krieg sei eine zu ernste Sache, als daß man ihn den Generälen überlassen dürfe. Jedenfalls hat sich in den westlichen Demokratien der Grundsatz bewährt, die bewaffnete Macht der Kontrolle eines parlamentarisch verantwortlichen Ministers zu unterstellen.

  • Ausgabe 1974/17

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    • Das Tribunal der Zornigen

      Der Plenarsaal im New Yorker UN-Gebäude am East River gleicht in diesen Tagen dem Deutschen Bundestag an einem Freitag. Obwohl es um eine Kernfrage unserer Zeit geht, sind die Bänke nur noch zur Hälfte gefüllt.

    • Grobes Geschütz

      Ostberlin, so scheint es, schießt sich auf Egon Bahr ein. Vorige Woche feuerte das Neue Deutschland eine erste Breitseite gegen den Baumeister der Bonner Ostpolitik ab, zunächst noch mit einer Moskauer Kommentar-Kartätsche gegen „offensive Ambitionen“.

  • Ausgabe 1974/18

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    • Der Paragraph als Vogelscheuche

      Im Jahre 1902 stellte Karl Kraus fest: „Wir können uns nicht daran gewöhnen, Sittlichkeit und Kriminalität, die wir so lange für siamesische Begriffszwillinge hielten, voneinander getrennt zu sehen.

    • Provokation

      An amerikanischen Universitäten pflegt der Senator Edward Kennedy gern zu fragen, was denn die Studenten von der Wehrpflicht und von Verteidigungsausgaben halten.

  • Ausgabe 1974/19

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    • Spitzel an der Spitze

      Für wahrscheinlich hätte es bis dahin wohl kaum einer gehalten, für möglich aber mußte es immerhin gelten: daß ein gegnerischer Agent ins Sanctissimum der eigenen Staatsmacht vordringt, vertrauten dienstlichen und außerdienstlichen Umgang mit dem Kanzler pflegt und noch im Augenblick seiner Festnahme von hochgestellten Förderern attestiert bekommt, sie hätten jederzeit und bis zuletzt die Hand für ihn ins Feuer gelegt.

    • Reform durch Zufall?

      Es war zu erwarten, daß sich bei der Endabstimmung im Bundestag über die vier Einwürfe zur Reform des Paragraphen 218 nur eine knappe Mehrheit für das weitestgehende Vorhaben finden würde – für die Freigabe des Schwangerschaftsabbruchs während der ersten drei Monate.

  • Ausgabe 1974/20

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  • Ausgabe 1974/21

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    • Portugals Bürde

      Vor drei Wochen hat das portugiesische Militär in einem unblutigen Putsch die Macht übernommen und eine Welle der Demokratisierung in Gang gesetzt.

    • Sturm zieht auf

      Der neue Bundeskanzler gleicht einem Kapitän, der das Kommando in einem Augenblick übernimmt, in dem schwere Windstöße einen heraufziehenden Sturm ankündigen.