Unternehmen Mottenburg

Müssen die Altbauviertel unserer Städte unbedingt von Schubraupen plattgewalzt werden? Ist es nicht besser, sie zu erhalten und zu erneuern?

Mit einem Sonderheft leitet das ZEIT-, magazin diese Woche eine städtebauliche Veröffentlichungsreihe ein. Von der ZEIT angeregt, haben sich sechs engagierte Architektenteams, eine gemeinnützige Wohnungsgesellschaft, das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau und der Hamburger Senat zu einer Aktionsgemeinschaft zusammengeschlossen: Ein altes Quartier soll aufgemöbelt werden. Mieter und Hausbesitzer sollen dabei mitbestimmen.

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Mottenburg nennt der Hamburger Volksmund ein Ende des vorigen Jahrhunderts errichtetes Straßengewirr. Heute ist das Viertel baufällig. Gleichwohl ist es seinen Bewohnern eine liebgewordene Heimat.

Die Silos des modernen Wohnungsbaus haben die Bürger das Fürchten gelehrt; die Konjunkturkrise hat das blindwütige Bauen gestoppt. Seitdem sind die alten Stadtteile für die soziale Baupolitik wieder attraktiv geworden. Im Frühjahr 1974 machten neue Richtlinien die Modernisierung von Altbauten endlich zum Bestandteil des staatlich geförderten sozialen Wohnungsbaus. Noch fehlt es an finanziellen und bautechnischen Erfahrungen. Erst recht weiß man nicht, was die meist nicht wohlhabenden Bewohner wünschen und was sie finanziell verkraften können. Dies zu testen und zu beschreiben – dem dient das „Unternehmen Mottenburg“.

 
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