Mit Yps gegen Mickey Maus

Der 13 soll dem Verlagshaus Grüner + Jahr (G + J) Glück bringen. Am Montag, dem 13. Oktober, schickte der Hamburger Großverlag bundesweit ein neues Objekt auf den Zeitschriftenmarkt: Yps mit Gimmick. Startauflage: 360 000 Exemplare. Das Lesepublikum sind Kinder und Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren, denn Yps ist ein neues Comic Heft und das Gimmick (im Werbeslang: Bezeichnung für einen ungewöhnlichen Werbetrick) ein „lustiges, originelles Spielzeug zum Zusammenbauen" (Verlagswerbung). Spielzeug und Heft sind zusammen in einer Plastikfolie eingeschweißt. Preis: 2 50 Mark.

Die Spielbeigabe stammt aus Frankreich, wo bereits 350 Gimmicks am Markt sind. Dort hat G + J die 50 besten Bastelideen aufgekauft. Das reicht zunächst für ein Jahr, denn das bunte Blättchen soll laut Planung einmal in der Woche erscheinen. Das Comic Heft selbst, das aus verschiedenen Bildstreifen, Rätseln, Witzen und gelegentlichen Belehrungen besteht, wird in mehreren Ländern zusammengekauft: in Holland, Belgien, Deutschland und Spanien, dem größten Comic Produzenten.

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Mit Yps hat sich das feine Hamburger Verlagshaus (Objekte: stern, Brigitte, Capital, Markt gewagt, der an Unüberschaubarkeit nichts zu wünschen übrig läßt.

Rund 60 Comic Zeitschriften gibt es derzeit am Markt, unter denen die etwa neun Millionen Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren wählen können, darunter die Sprechblasen Klassiker gutes Dutzend Verlage sind in der Bundesrepublik im Comic Geschäft tätig. Im Jahr bringen es die Bildbändchen auf eine Auflage von über 120 Millionen Stück.

Die ersten Bildstreifen mit den Sprechblasen kamen nach 1945 durch die amerikanische Besatzungsmacht ins Land. Doch erst 1951 ging das Geschäft so richtig los: Der Stuttgarter Ehapa Verlag startete Micky Maus. Inzwischen kommt das Walt Disney Tier mit einer Auflage von 400 000 Exemplaren pro Woche auf den Markt. Rund 20 Millionen werden — samt Sonderheften — im Jahr davon verkauft. Eine Fülle von Comic Figuren wurde auf den Markt gejagt — und verschwanden meist ebenso schnell wieder. Letztes Jahr beispielsweise wurden zwanzig Titel eingestellt — ebenso viele kamen neu auf den Markt „Dieser Markt", erklärt Uli Marbach, Sprecher des Ehapa Verlages, „ist nicht gesättigt. Es können immer wieder Knüller kommen " Den bisher größten Knüller der Branche haben sich die Stuttgarter Bilder Verleger selbst gesichert: Asterix und, Obelix von dem französischen Zeichner Texter Gespann A. Uderzo und Rene Goscinny. Ende 1968 erschien das erste Heft: Asterix der Gallier. Inzwischen werden pro Heft (jedes Jahr erscheinen zwei bis drei) über 1 3 Millionen Exemplare verkauft — insgesamt brachte es Ehapa mit Asterix auf 25 Millionen Stück. Freilich, das Alter des Publikums für den listigen Gallier reicht auch von „acht bis achtzig Jahre" (Uli Marbach).

Mit den Titeln Asterix, Isnogud, Superman — bringt es Ehapa auf einen Umsatz von 43 Millionen Mark und ist damit Branchenführer. Zu den Comic Größen zählt auch der KaukaVerlag in Grünwald bei München, der mit seinen Titeln Fix und Foxi, Bnssi Bär, Kobra und der Märchenzeitschrift Melanie rund 40 Millionen Mark Umsatz macht. 1973 verkaufte Verlagsgründer Rolf Kauka sein Unternehmen an die britisch niederländische Verlagsgruppe IPC International Publishing CorporationVNU Verenigde Nederlandse Uitgeversbedrijven.

Damals war auch das Hamburger Verlagshaus G + J als Käufer im Gespräch, doch scheint über die Höhe der Kaufsumme keine Einigung erzielt worden zu sein. Anfang dieses Monats hat nun Rolf Kauka seine erlösten Millionen wieder angelegt — außerhalb des Comic Geschäfts. Er erwart) 50 Prozent der Koralle Zeitschriften Verlag GmbH & Co KG, einer neuen Tochter des Springer Verlag Konzerns. Das Comic Programm, das bei Koralle erschien (Titel: Zack, geklammert.

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