Die Stunde der Wahrheit

Endet die Ungewißheit in Hannover? Für kurz nach zehn Uhr am Freitag dieser Woche hat der niedersächsische Parlamentspräsident die Stunde der Wahrheit anberaumt. Wenn sich dann nicht doch noch eine Mehrheit für die Auflösung des Landtages findet, steht die dritte Ministerpräsidentenwahl binnen vier Wochen auf der Tagesordnung. Dabei wird der Sieger, der in geheimer Abstimmung die meisten Stimmen erhält; einer absoluten Mehrheit bedarf es nicht mehr.

Ob dem einmal schon erfolgreichen Unionskandidaten Ernst Albrecht der Sprung ins Ministerpräsidentenamt gelingt? Oder ob der neue-Spitzenmann der Koalition, Karl Ravens, die sozial-liberalen Abgeordneten geschlossen hinter sich vereinigen kann? Nach den vorangegangenen Überraschungen im Leineschloß waren Prognosen nicht mehr gefragt. Mitte der Woche war noch alles offen.

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Das Ergebnis der Abstimmung wird nicht nur für Niedersachsen von Bedeutung sein. Auch Bonn (siehe Seite 2) hält den Atem an. Mit ihrer unverhüllten Einflußnahme auf die Vorgänge in Hannover haben die Bundespolitiker aller Parteien die Ministerpräsidentenwahl zum nationalen Ereignis hochstilisiert. Nun werden sie mit den Folgen ihres übereifrigen Engagements leben müssen: Die Wahl des niedersächsischen Regierungschefs gilt in den Augen vieler Bürger mittlerweile als Säuretest der Bonner Parteien, vielleicht sogar als Probelauf für die Bundestagswahl. D. B.

 
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